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04.07.1986 - 

Flexible Auswertung ermöglicht größere Datentransparenz, aber:

Unix darf ungeübte User nicht über überfordern

Verstärkt dringen Unix-Systeme nunmehr in Bereiche vor, in denen softwaretechnische Laien mit ihnen arbeiten sollen. Am Beispiel eines Industriebetriebs zeigt die Technosoft Ingenieurgesellschaft GmbH, Essen, ein Konzept zur Realisierung eines Informationssystems für die Massengüterverwaltung.

In einem mittelgroßen Betrieb der Grundstoffindustrie sollte die Erfassung und Aufbereitung der ein- und ausgehenden Mengenströme (Rohstoffe/Fertigprodukte) mit einem Rechnersystem erfolgen. Angestrebt wurde dabei eine schnellere Verfügbarkeit der bisher schriftlich erfaßten Daten, bei zusätzlich größerer Transparenz der Daten durch flexible Auswertung.

Neben der Ist-Datenerfassung benötigte das Unternehmen eine Kontrolle dieser Werte mit den Unternehmensplanzahlen. Bei der Vorgabe für ein Rechnersystem war klar, daß sich noch nicht alle der zukünftigen Anforderungen im voraus definieren ließen. Es bestand deshalb die Forderung nach einem Systemkonzept, welches auch zukünftige Anforderungen abdecken konnte.

Neben den reinen informationstechnischen Anforderungen war bei der Realisierung zu berücksichtigen, daß DV-mäßig umgeschultes Personal mit dem System arbeiten sollte, kein Systemberater zur Verfügung stand und ein 24-Stunden-Betrieb gewährleistet sein mußte.

Die exakten Systemanforderungen wurden durch eine Systemanalyse erfaßt. Es zeigte sich, daß die gewünschte Flexibilität mit zum Teil noch nicht definierbaren Anforderungen an die Auswertung der erfaßten Daten nur mit Einsatz eines Datenbanksystems sinnvoll zu realisieren war.

Die in der Lebensdauer des Systems zu erwartenden Erweiterungen sollten durch die Wahl von Unix als Betriebssystem effizient zu realisieren sein. Diese Überlegungen führten zur Auswahl des Datenbanksystems "Unify", das auf verschiedenen Unix-Systemen verfügbar ist.

Die Merkmale dieses Datenbanksystems sind ein relationales Datenbankkonzept, Mechanismen zur Verwaltung der Zugriffsberechtigungen, dynamische Datenunabhängigkeit von Datenstrukturen und Programmen, Datenbankabfragesprache SQL, Report- und Maskengenerator sowie Programmschnittstellen für C und Cobol.

Die auf Basis dieser Betriebsmittel zu erstellende Applikations-Software mußte durch geeignete Auslegung der Benutzeroberfläche die Belange der DV-ungeübten Anwender berücksichtigen.

Auf Basis der bereits erwähnten Aufgabenstellung und unter Zugrundelegung des geschilderten Systemkonzepts erfolgte die Entwicklung eines modularen Informationssystems mit folgendem Funktionsumfang:

- Erfassung von ein- und ausgehenden Mengenströmen:

Die Mengenstrom-Erfassung erfolgt über dem jeweiligen Erfassungsvorgang angepaßte, Eingabemasken. Auf Schlüsselbegriffe reduzierte Eingaben und Plausibilitätsprüfungen während des Eingabevorgangs verringern den Bedienaufwand und schützen vor Fehleingaben.

- Datenhaltung/Datenverdichtung

Einzeldaten werden für eine mittlere Verweildauer im System geführt, um detaillierte Auswertungen vorzunehmen. Darüber hinaus erfolgt die zyklische Verdichtung dieser Daten zur Langzeitspeicherung und Auswertung.

- Lagerbestandsführung

Ein- und ausgehende Mengen (Einlagerung/Auslagerung) werden bei den definierten Lägern berücksichtigt. Das gilt in gleicher Weise für interne Umlagervorgänge. Damit ist zu jeder Zeit eine Übersicht über alle Lagerbestände möglich.

- Planvergleich (optional)

Eingabe von Plandaten für Eingang/Ausgang und Kontrolle der Ist-Daten mit diesen Planzahlen.

- Datenkorrekturen

Datenveränderungen sind nur einem fest definierten Benutzerkreis möglich und auf begrenzte Datenbestände anwendbar. Alle Veränderungen werden protokolliert.

- Datenauswertungen

Eine Vielzahl von Protokollierungen und Bildschirmabfragen ermöglichen die Auswertung der Datenbestände. Dabei wird durch die systemkontrollierten Benutzerrechte der Zugriff auf geschützte Datenbereiche nur autorisierten Personen ermöglicht.

- Systemdienste

Die Funktionsanwahl für alle Systemdienste erfolgt über Menüs. Dadurch können die DV-ungeübten Benutzer ohne Kenntnis von Unix-Kommandos diese Systemdienste durchführen. Sie reduzieren sich auf Stammdateneingabe und zyklisch durchzuführende Datensicherung Auf den Einsatz eines Systemmanagers konnte verzichtet werden, da der Systemstart automatisiert wurde und mittels einer puffernden USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) bei Ausfall der Netzeinspeisung das System in einen gesichterten Datenzustand gebracht wird.

Systemrealisierung

Das System wurde auf einem Cadmus-Rechner 9230 von PCS

implementiert und weist folgende Merkmale auf:

Software:

- Betriebssystem entsprechend Unix System V

- Relationales Datenbanksystem "Unify" mit Abfragesprache SQL

- C-Compiler

-Hardware:

-modularer Minicomputer mit 2 MB Hauptspeicher, 65 MB Plattenspeicher sowie 12 seriellen Kanälen zum Anschluß von Bildschirm-Terminals und Drucker