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01.12.1989

Unix-Einstieg scheitert oft an den fehlenden Tools

MÜNCHEN (CW) - Innerhalb der Produktlandschaft eines Herstellers verursachen Systemumstellungen schon Probleme genug. Noch komplizierter erscheint vielen Unternehmen der Wechsel auf Systeme anderer Hersteller: Die Aussicht auf arbeits- und kostenintensive Softwareanpassungen schreckt die Anwender ab. Im Trend liegen zur Zeit offene Systemumgebungen. Frustriert durch die allzu enge Bindung an einzelne Anbieter wollen viele Anwender ihre Datenverarbeitung herstellerunabhängig gestalten. Doch auch hier werden Klagen laut: Das Angebot an Standard- und Konvertierungssoftware für Unix-Systeme ist für viele nicht ausreichend. Die CW fragte Anwender: " Würden Sie in Ihrer Datenverarbeitung Umstellungen - zum Beispiel im Betriebssystembereich - vornehmen, wenn ein breiteres Angebot an Migrations- und Konvertierangssoftware zur Verfügung stünde?"

Monfred Wigro

DV-Leiter bei der Ernst Winter & Sohn GmbH in Hamburg.

Als geschädigter 8890-Kunde von Nixdorf stehen wir im Moment vor ganz anderen Schwierigkeiten. Das zentrale Problem ist heute der Schritt weg von der mainframeorientierten DV-Landschaft insgesamt. Und dafür gibt es noch keine spezielle Migrationssoftware. Für die heutige Durchschnitts-Datenverarbeitung bieten sich Schritte in die Richtung "Offene Systeme" nicht an; der Aufwand wäre kaum zu rechtfertigen. Ein langgedienter DV-Leiter, der jahrelang geackert und Tausende von Progammen erstellt hat, wird kaum davon zu überzeugen sein, daß er das ganze, bisher verfügbare Know-how seines Recherzentrums wegwerfen und mit etwas völlig Neuem anfangen soll.

Theodor Wagner

DV /Org-Leiter bei der Rosenthal AG in Selb.

Bei uns laufen eine ganze Reihe von dezentralen Systemen, großenteils von Nixdorf, die wir in eine Unix-Schiene einbauen wollen.

An Programmen, mit denen wir diese in Business-Basic verfaßte Software in C-Pogramme konvertieren könnten, wäre uns sehr gelegen. Meines Wissens gibt es ein solches Softwareangebot in der Nixdorf-Welt nicht. Es wäre schlimm, wenn wir in den sauren Apfel beißen und unsere gesamte Software umschreiben müßten, denn wir können die großen Investitionen, die wir im Softwarebereich hätten, nicht einfach übel Bord werfen. Obwohl wir IBM-Anwender sind, werden wir nicht auf die OS/400-Schiene wechseln, sondern wir wollen uns in Richtung "Offene Systeme" orientieren.

Für uns ist es wichtig, nicht an einem einzigen Hersteller zu hängen; wir wollen DEC" HP, Siemens und wie sie alle heißen, nach Belieben einsetzen können.

Fritz Stodelmann

DV-Leiter bei der Wöhrl GmbH in Nürnberg

Wenn ein anderes Betriebssystem leistungsfähiger wäre und der Kostenrahmen nicht gesprengt würde, wäre eine Umstellung möglich - vorausgesetzt die gesamte Software wäre konvertierbar. Unsere ganze Datenverarbeitung basiert auf dem Datenbanksystem "Datacom"; ein neues Betriebssystem müßte daher unbedingt Datenbankabfragen zulassen. Wir haben den Schritt von Nixdorfs "Nidos" auf das IBM-Betriebssystem VM/VSE und vom Dialogmonitor "Shadow" auf CICS unternommen. Das Angebot der Migrationstools war gut und IBM hat sich an den Umstellungskosten beteiligt.

Rolf Piotrowski

DV/Org-Leiter bei der Wilhelm Schade GmbH in Plettenberg.

Betriebssystemmäßig planen wir, von VM/VSE auf MVS umzustellen; zwar wissen wir noch nicht, welche Migrationssoftware wir wählen werden, aber es gibt dort einiges am Markt. Auf Unix werden wir in absehbarer Zeit sicher nicht umstellen; die bisher für Unix-Betriebssysteme angebotenen Anwendungen reichen für Anwender, die wie wir bisher mit IBM-Großrechnern gearbeitet haben, nicht aus.

Das mag in einigen Jahren anders sein. Wir sind überwiegend SAP-Anwender und diese Software läuft bisher nur auf IBM- und Siemens-Anlagen. Sollte SAP-Sofware einmal unter Unix - auch auf Großrechnern - zur Verfügung stehen, müssen sicherlich neue Überlegungen angestellt werden .

Rudolf Schmidt

zuständig für das Ressort Organisation und DV bei der Baden-Württembergischen Bank in Stuttgart.

Für unsere speziellen Bedürfnisse müssen wir uns unsere Migrationen selbst herstellen. Wir haben Ende der siebziger Jahre damit begonnen, von IBM und Honeywell Bull auf Siemens umzustellen. Als bei uns Migrationen anstanden hat uns die verfügbare Software nicht weiter gebracht. Vieles mußten wir selbst tun. Für uns sind technische Rahmenprogramme interessanter, die uns die Migrationsschritte erleichtern .