Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

"For:Pro" auf Fortune erlaubt TV, DB-Zugriffe, DFÜ, Mehrfachnutzung von Dateien, Fenstertechnik etc.


04.01.1985 - 

Unix gibt sich auch im Büro benutzerfreundlich

Viele beschäftigen sich zur Zeit mit der Frage, ob sich Unix auf dem Markt durchsetzen wird. Die Negativ-Argumente besagen, daß das relativ neue Betriebssystem für Bürokommunikations-Anwendungen wenig geeignet sei. Dem widerspricht Dieter Frank, Geschäftsführer und Europa-Manager von Fortune Systems in Eschborn. Er hält Unix für das künftige Standard-Betriebssystem im Bereich der Mehrplatzsysteme am unteren Ende der Rechnerpreisskala.

Kann eine Sekretärin ein Textverarbeitungssystem, welches auf dem Unix-Betriebssystem implementiert ist, ohne Benutzung auch nur eines einzigen Unix-Befehls bedienen?

Kann ein Dachdeckermeister, der sich einen Unix-Mikrocomputer kauft, diesen betreiben, ohne auch nur ein einziges Wort der englischen Sprache benutzen zu müssen, auch bei Fehlermeldungen, die vom Kern des Betriebssystems kommen?

Kann ein Versicherungsmakler, der ein Unix-System installiert, ohne Rücksicht auf angeschlossene Peripherie seine Arbeit am Bildschirm beginnen? Ist wirklich keine Systemgenerierung nötig?

Von dieser Art gibt es noch viele Fragen, die ein im Umgang mit dem Computer unerfahrener Anwender stellen wird, wenn er sich mit der Anschaffung eines solchen Gerätes befaßt.

Herstellerunabhängig

Die obigen Fragen und noch viele andere in der gleichen Richtung kann man mit einem klaren "Ja" beantworten, wenn es sich um die Unix-Implementation auf Fortune handelt. Hier ist es gelungen, einen Unix-Mikro so anzubieten, daß ein Benutzer, der keine Computererfahrung besitzt, die Bedienung rasch erlernen kann. Er wird mit Sicherheit denjenigen widersprechen, die behaupten, Unix sei für kaufmännische und Bürokommunikations-Anwendungen wenig geeignet, sei kompliziert und nur für Systemleute und Computerspezialisten geeignet.

Das Unternehmen entschied sich im Jahre 1980 bereits für den Einsatz von Unix. Die Gründe hierfür waren folgende:

- Unix ist auf verschiedenen Anwendungsgebieten einsetzbar, sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch auf kommerziellem Gebiet.

- Unix ist herstellerunabhängig. Programme können leicht von einem Hersteller zum anderen übertragen werden.

- Unix ist bezogen auf den gleichen Hersteller produktunabhängig und läuft sowohl auf Mikrocomputern als auch auf Großrechnern. Auch verschiedene Rechnergenerationen desselben Hardwareherstellers verwenden das gleiche Unix-Betriebssystem.

Unix bietet dem Anwender:

Den Schutz seiner Investitionen in die Programmierung, da die Programme auf verschiedenen Rechnergenerationen eingesetzt werden können.

Eine größere Auswahl in der Hardware, da man durch die Auswahl des Betriebssystems nicht gleichzeitig an die Hardware gebunden ist.

Eine größere Kompatibilität beim Einsatz von Rechnern verschiedener Hersteller im gleichen Haus.

Eine größere Auswahl an guter und wettbewerbsfähiger Software, da die Software-Industrie herstellerunabhängig für einen größeren Markt arbeiten kann.

Die Zahl der von unabhängigen Softwareherstellern angebotenen Programme für Unix steigt allmählich an. Die Programme reichen von Datenbanken über Textverarbeitungssysteme, Bildschirmfenstertechnik, Datenfernübertragungsprotokolle, bis hin zu Sprachen für künstliche Intelligenz wie Lisp und Prolog.

Ein preiswertes Operating-System. Das Preis/Leistungs-Verhältnis für Unix dürfte das Beste sein, was es überhaupt auf dem Markt für Operating-Systeme gibt.

- Unix ist ein Betriebssystem, was besonders den Mehrplatzbetrieb, das Multitasking und das Multiprogramming unterstützt.

Die Entscheidung, die Fortune schon 1980 für Unix traf, hat Nachahmer gefunden.

So kündigte zum Beispiel IBM im Januar '84 auf der Uni-Forum-Konferenz in Washington ein eigenes, auf Unix basierendes, Betriebssystem für den Personal Computer an. Die Fachleute rechnen damit, daß Big Blue das Betriebssystem Unix für weitere Produkte verfügbar machen wird. Auf der gleichen Konferenz stellten andere bedeutende Unternehmen ihre Unix-Varianten vor: AT&T, Digital Equipment, Data General, Motorola, National Semiconductor.

AT&T und Digital Research kündigten den gemeinsamen Aufbau und die Vermarktung einer Unix-Anwendungsprogramm-Bibliothek an. Digital Equipment stellte "Ultrix" als neues Unix-Betriebssystem für die VAX Minicomputerserie vor. Motorola kündigte die Verfügbarkeit von Unix System 5 auf ihren Mikroprozessoren 68000 an.

Die meisten Fachleute auf dieser Konferenz stimmten in der Meinung überein, daß sich Unix als ein De-facto-Standard im Bereich der Mehrplatzcomputer in der unteren Preisklasse durchgesetzt hat. Einige Arbeit hat Fortune frühzeitig in die Benutzerfreundlichkeit ihrer Unix-Version besonders im Bereich der Büroautomation gesteckt. Mehrere Millionen Dollar wurden aufgewendet, um ein benutzerfreundliches Menü-System zu entwickeln.

- Dieses Bildschirm-Menü-System erlaubt dem Anwender, der sich nicht in der Programmierung auskennt, den Mikrocomputer in der Sprache des Anwenders zu bedienen. Mit einfachen und verständlichen Fragen, die er mit Tastendruck beantworten kann, wird er durch Anwendungen wie Buchhaltung, Textverarbeitung, Lagerverwaltung und andere geleitet. Der Benutzer muß keine Computerbefehle lernen und die Notwendigkeit von Tastatureingaben ist minimal.

De-facto-Standard

Das Fortune-Menü-System beinhaltet sowohl einen Kommando-Übersetzer als auch eine Programmiersprache. Als Kommando-Übersetzer akzeptiert das Fortune Menü-System Kommandos des Benutzers in Form einer, Antwort auf eine Frage, die auf dem Bildschirm erscheint, und übersetzt sie in die Befehle, die der Mikrocomputer versteht.

Als Programmiersprache erlaubt die Oberfläche dem Benutzer, Programmteile miteinander zu verbinden, die Ein-/Ausgabe zu steuern und den Datenfluß von einem Programm zum anderen oder von einer Datei zur anderen zu leiten. Natürlich sind auch Programmverzweigungen und Schleifen möglich.

Für den Fachmann sei hier vermerkt, daß er auch Zugang zu den Original-Unix-Strukturen hat und so seine für den anwendungsorientierten Benutzer komplizierten, aber vom Programmierer geliebten Unix-Befehle verwenden kann.

- Die Fortune-Unix-Version wurde dahingehend erweitert, daß der Mikrocomputer den sogenannten Videotex-Zeichensatz versteht. Dieser Zeichensatz beinhaltet neben der Groß- und Kleinschreibung sowie allen speziellen Schriftzeichen der meisten europäischen Sprachen wie Akzente, Umlaute, Tilden etc. auch Zeichen für grafische Darstellungen. Es gibt deshalb von daher keinen Hinderungsgrund für Fortune, Unix in vielen Ländern für Textverarbeitung einzusetzen und landesgetreue Korrespondenz zu schreiben.

- Das Fortune-Unix-Betriebssystem, genannt For:Pro, gibt es in verschiedenen Landessprachen. Dabei ist man so weit gegangen, auch die Fehlermeldungen des Systems in die Landessprache zu übersetzen.

- For:Pro besitzt die Fähigkeit, eine automatische Systemgenerierung durchzuführen. Neue Peripheriegeräte wie Platten oder Datenfernverarbeitungssteuereinheiten, Hauptspeichererweiterungen, Steuereinheiten etc. bewirken keine Generierung des Betriebssystems. Dies bedeutet, daß ein Versicherungsmakler nicht erst einen Systemanalytiker rufen muß, um beim Zukauf von Hardware auch das Betriebssystem entsprechend zu erweitern. Wenige und einfache Tastendrucke genügen, um For:Pro mit neuer Hardware vertraut zu machen. Auch die Erweiterung vom Einplatzbetrieb zum Mehrplatzbetrieb kann vom Anwender ohne Programmiererfahrung vorgenommen werden.

For:Pro bietet weiterhin:

- virtuelles Speicherkonzept mit dynamischer Speicherverwaltung

- blockstrukturierte Ein-/Ausgabe

- Spooling-System für Druckausgabe, DFÜ oder Elektronic Mail

- Multi-Programming-/Multitasking-Konzept

- baumstrukturiertes Dateisystem

- automatische Fehler-Überwachungs- und Korrekturdienstprogramme

- Dateien-, Programm- und Benutzerschutz

For:Pro mit allen den beschriebenen Eigenschaften erlaubt also bisher getrennt abgewickelte Funktionen wie

- Textverarbeitung

- Datenbankzugriff

- Datenfernübertragung

- Verwendung der gleichen Daten in

- Programmen in verschiedenen Compilersprachen

- Tabellenkalkulationsprogramme

- Fenstertechnik

Die oben beschriebenen Eigenschaften der Fortune Unix-Version bereichern die Argumentation um das Für und Wider Unix in einem wesentlichen Punkt: Unix kann sehr wohl eine Basis für ein Betriebssystem sein, welches im kaufmännischen und Bürokommunikationsbereich - und dort im weitesten Sinne des Wortes kaufmännisch - erfolgreich eingesetzt werden kann.

Damit wird die Meinung derjenigen Fachleute unterstützt, die Unix für das Standard-Betriebssystem im Bereich der Mehrplatzsysteme am unteren Ende der Computerpreisskala halten.