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07.12.1990 - 

Ovum-Studie: Mainframer zögern mit dem Umstieg

Unix in Europa ein Symbol für Offenheit

MÜNCHEN (CW) - Anwendern gilt Unix längst als Inbegriff für Herstellerunabhängigkeit. Diese Einstellung hat gerade in Europa zu einer gewaltigen Nachfrage nach offenen Systemen geführt, der sich kein Anbieter mehr entziehen kann.

Nach einer Studie der britischen Ovum Ltd., London, diktieren damit zum ersten Mal die Käufer eine Entwicklung im DV-Markt.

Die Untersuchung mit dem Titel "Unix in Europe: Comercial Users and Markets" zeigt, daß den Anwendern die Vorteile eines offenen Betriebssystems wie Unix so wichtig erscheinen, daß sie bereit sind, mögliche Einschränkungen im kommerziellen Einsatz Einzunehmen. "Der wichtigste Grund für die Anschaffung von Unix liegt in der Unabhängigkeit vom Hersteller", faßt Peck Tan, Hauptautor der Studie, die Interessenlage der Anwender zusammen. Dieser Aspekt ist laut Tan von so zentraler Bedeutung, daß immer mehr Unternehmen sich für dieses Betriebssystem als strategische Plattform für ihr gesamtes Geschäft entscheiden - gerade auch im kommerziellen Bereich.

Wie die Ovum-Studie zeigt, können sich die Hersteller dem Trend zu offenen Systemen nicht mehr entziehen, sie nicht empfindliche Einbußen hinnehmen wollen. Schon jetzt schlägt Unix mit einem Marktvolumen von 11,2 Milliarde Dollar zu Buche. Für die Kommenden fünf Jahre erwarten die Marktbeobachter eine jährliche Wachstumsrate allein im Kommerziellen Bereich von durchschnittlich 25 Prozent. Hierbei werde Deutschland wie bisher die Spitzenposition einnehmen, wovon vor allem die Siemens Nixdorf Informationssysteme AG profitiere. Die französische und britische Unix-Industrie folgen auf den Plätzen zwei und drei.

Besonders gut lassen sich zur Zeit High-end-Rechner in der Preislage von über 200 000 Dollar verkaufen, bei denen Ovum Umsatzsteigerungen von jährlich 42 Prozent voraussagt. In diesem Bereich dominieren vor allem die Multiprozessor-Systeme von Nischenanbietern wie Sequent und Pyramid. Aber auch Hewlett-Packard liegt mit seinen fehlertoleranten Rechnern gut im Rennen. Für die Zukunft prophezeien die Analysten jedoch einen harten Konkurrenzkampf mit den großen Hardware-Anbietern.

Auf der Anwenderseite engagieren sich vor allein Großunternehmen für offene Systeme. Bei der Umstellung auf Unix verhalten sie sich jedoch in der Mehrheit wesentlich zurückhaltender als mittelständische Betriebe. Millionen-Investitionen in die bisher eingesetzten proprietären Systeme machen es den DV-Verantwortlichen laut Ovum schwere den Umstieg finanziell zu rechtfertigen. Außerdem befürchten manche, daß die Befürworter offener Systeme Erwartungen geweckt haben, die Unix nicht einlassen kann.

Mit zahlreichen Beispielen von erfolgreichen Unix-Installationen versuchen die Verfasser der Untersuchung, derartige Bedenken zu zerstreuen. Als wichtigster Beleg für die kommerzielle Reife des Betriebssystems gilt ihnen, daß inzwischen auch Online-Transaktionsverarbeitung (OLTP) möglich geworden ist. "OLTP funktioniert unter Unix nicht nur genau so gut, sondern besser als zuvor", läßt Tan einen US-Anwender zu Wort kommen, der seinen IBM, Mainframe ausgemustert hat.