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20.04.1990 - 

Schritte zu einem industrieweiten Konsens

Unix ist das Auge des Taifuns der offenen Systeme

Nach Jahren eines Schattendaseins hat es das Betriebssystem Unix endlich geschafft, einen festen Platz in der professionellen EDV zu erlangen. Allerdings ist diese mühsam erkämpfte Position durch einen zweistufigen Wettbewerb bedroht. Das Gezerre um interne Standards frustriert die Anwender, während sich gleichzeitig die herstellerspezifischen Systeme darum bemühen, aggressiv das Konzept der Interoperation zu überneh- men. Sogar die am meisten auf sich selbst bezogenen Hersteller wie zum Beispiel IBM biete heute die An- bindung offener Systeme an ihre immer noch geschlossenen Netzwerke und Betriebssysteme. Unix forcierte die Philosophie der Portabilität, der Anbildungsmöglichkeiten und der Hard-ware-Unabhängigkeit. Alle diese Punkte firmieren heute unter dem Namen "Offene Systeme". Die Anbie- ter haben dabei komplizierte Strategien verfolgt und dabei alle an diesem neuen Konzept mitgewirkt. Im Vordergrund stand dabei das Bestreben, daß sich die neuen Standards und die Spezifikationen der offenen Systeme möglichst weit mit ihren eigenen Systemen decken sollten. Das Thema ist unglaublich irritierend Wenn dieses Spiel für den Anwender, dessen Investitions-Entscheidung für Informations- systeme durch diesen Kampf sehr schwer gemacht wird, nicht extrem frustrierend wäre, dann könnten diese unternehmenspolitischen Spielchen geradezu amüsant sein. Aber die breite Palette der verschiedenen Standards für Unix amüsieren in der Praxis niemand. "Ich finde das Thema unglaublich irritierend", sagte Amy Wohl von Wohl Associates, einer Beratungsfirma in Bala Cynwyd, Pennsylvania. Das Ziel des Spiels ist klar definiert. Ein Computersystem kann dann "offen" genannt werden, wenn alle Funktionen auf Kommunikationsebene mit anderen Objekten, also Anwendungen, I/O-Kanälen, Speicher- und Peripherie-Einheiten, genau spezifiziert und dokumentiert sind. Ein durchgängiger und dokumentierter Zugriff auf alle Ressourcen ermöglicht dem Anwender, sein System zu erweitern und anzupassen, selbst wenn sein System eigentlich herstellerspezifisch ist. Der nächste Schritt besteht darin, einen industrieweiten Konsens über diese Spezifikationen zu erreichen. Die Open Software Foundation (OSF), ein Konsortium von 150 Herstellern, angeführt von IBM und der Digital Equipment Corp. , zielt darauf ab, AT&T davon abzuhalten, die Geschichte von Unix ganz allein zu schreiben. Bis auf zwei sind alle heute auf dem Markt verfügbaren Unix-kompatiblen Betriebs-systeme von AT&T lizenziert. Die Ausnahmend sind AIX von IBM und Mach von der Carnegie-Mellon Universität. OSF plant für die nahe Zukunft die Entwicklung von OSF/1 als Alternative zu Unix. Es herrscht bei der OSF immer noch Unklarheit darüber, ob die Kernfunktionen des Systemes, der "Kernel", von AIX oder Mach übernommen werden sollen. Gemäß der Devise "Glauben ist sehen" war das erste von diesem Konsortium angekündigteProdukt OSF/Motif, eine grafische Benutzeroberfläche auf Basis des X-Window-Systems. X-Window ist eine Public Domain-Benutzeroberfläche, die am MIT im Projekt Athena entwickelt wurde. Dieses Projekt, von dem viele Teilnehmer meinten, es sei technisch in die falsche Richtung geführt worden, wurde mit finanzieller Unterstützung von IBM und DEC durchgeführt. Allgemein kann man sagen, daß OSF häufig in der Entscheidungsfindung schwerfällig ist, da die einzelnen Mitglieder ihre herstellerspezifischen Produkt- merkmale nicht aufgeben wollen. AT&T hat seinerseits die Gründung von Unix International angeführt, einem Konsortium mit 80 Mitgliedern, das ähnliche Ziele wie OSF verfolgt, sich dabei allerdings auf den AT&T Unix System V Standard stützt. Ein weiteres Herstellerforum, X/Open, in dem sowohl DEC wie AT&T vertreten sind, genießt unter Analytikern und Unix-Großkunden ein gutes Ansehen, da es sich um eine relativ objektive Vereinigung handelt. Mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit beanspruchen diese drei größten Vereinigungen alle den gleichen Platz in der Diskussion um die offenen Systeme. Dabei geben sie alle unvollständige Erklärun-gen für ihr Interesse an der Mitarbeit ab. "Jeder der nicht ausschließlich auf Markttrends hört, wird entäuscht werden", sagte Wohl. "Ich halte zwar Konsortien für etwas nettes, aber ich habe wenig Vertrauen in die von Komitees entwickel- ten Technologien und ich werde geradezu zynisch, wenn es sich um gemeinsame Anstrengungen von Mit- bewerbern handelt. Auf diese Art bekommt man keine kreative Arbeit. Kreative Arbeit wird normalerweise mitten in der Nacht in kleinen Firmen geleistet. Konsortien produzieren dagegen nur mittelmäßige Produk- te". Außer OSF macht im Augenblick niemand ernsthafte Anstrengungen, das Unix-Rad neu zu erfinden. "Trotz allem Wirbel, den DEC, IBM und HP machen, beziehen immer noch über 70 Prozent der Anwender ihr Unix System V über die AT&T-Kanäle", sagte Bill Keating, Marketing-Direktor der Sun Microsystems Inc. und Vorstandsmitglied von Uniform, der größten Unix-Anwendervereinigung (die sich früher /usr/group nannte). "Und OSF hat immer noch kein Produkt ausgeliefert. " Eine industrieübergreifende Allianz Nach Keatings Ansicht hat AT&T gut daran getan, die Fragmentierung der zahlreichen ver-schiedenen Unix-Versionen soweit zu reduzieren, daß sich der Markt nur noch zwischen den Lagern von Unix International und OSF bewegt. "Dabei ist es möglich, daß AT&T und OSF ihre Differenzen beseiti-gen und wir am Ende nur ein einziges Unix haben werden", meinte er. (Gerüchte über eine solche industrie-übergreifende Allianz gibt es bereits, aber AT&T und OSF dementieren).

Dann ist die Frage welche Position ein solches vereintes Unix auf einem Markt hätte, der immer noch von herstellerspezifischen Systemen beherrscht wird, auch wenn diese immer interoperativer werden. API: Schlüsselelemente in offenen Systemen Es gibt Stimmen, die behaupten, daß Unix nicht länger eine zentrale Komponente der offenen Systeme ist, die es selbst mit aus der Taufe gehoben hat. "Wer weiß denn eigentlich noch, was Unix eigent- lich ist? Früher habe ich selbst den originalen Unix-Kernel unterstützt, aber jetzt sieht Unix ganz anders aus als früher. Und wenn Sie über API verfügen, dann ist es Ihnen egal, was sich unter Ihren Anwendungen befindet. Unix? Posix? Wen kümmert das?", fragte Mitch Bishop, Unix-Marketingdirektor der Relational Technologie Inc. , dem Hersteller der relationalen Datenbank Ingres. API (Application Programming Interface) ist eines der Schlüsselelemente im Design der offenen Systeme. Die Idee von API ist, die modularen Komponenten jeder Anwendung, von Kommunika-tionssoftware zu Datenbank-Verwaltungssystemen, anderen Programmen über ein klar definiertes Funktionsset zugänglich zu machen. Programme, die für die Verwendung eines bestimmten API ausgelegt sind, können somit nahtlos mit den darunterliegenden Betriebssystemen zusammenarbeiten. DB-Hersteller entwickeln einheitliche Ebene Dieser Ansatz hat zu zwei leistungsstarken Entwicklungen im Bereich der herstellerspezifischenund trotzdem "offenen" EDV geführt. Einerseits bieten auf ihre eigenen Systeme eingeschworene Herstellerwie DEC und IBM Gateways oder Standard-Schnittstellen zu herstellerspezifischen Netzwerken und Syste-men. IBM bietet zum Beispiel ein Gateway vom Transmission Control Protocol/Internet Protocop (TCP/IP), dem bei Unix-Anwendern beliebtesten Netzwerk-Standard zu IBMs eigener Systems Network Architecture (SNA). Und DEC plant DecNet auf den Open Systems Interconnect-Standard (OSI) anzupassen und bietet bereits eine X-Window-Benutzeroberfläche für DEC-VMS-Anwender.

Auf der anderen Seite haben die Datenbank-Hersteller die Aufgabe übernommen, eine einheitliche Ebene für eine Vielzahl von Betriebssystemen und Kundenanwendungen zu entwickeln. So verarbeitet beispielweise der Oracle Database Manager von Oracle Corp. dieselben Anwendungen unter DOS, Macintosh, Unix, VMS und anderen Betriebssystemen. Dabei ist die Oraclesprache selbst herstellerspezifisch. Diese Entwicklung arbeitet natürlich auch für Unix. Traditionell hängt der Erfolg eines Betriebs-systems mehr mit den für das jeweilige System verfügbaren Anwendungen als mit der technischen Leistungsfähigkeit des Betriebssystems selbst ab. Aber mit den offenen Systemen steigen auch die An-forderungen an Anbindungsmöglichkeiten, Interoperation und einfachem Datenaustausch zwischen den Anwendungen. Damit steigen dann auch die Anforderungen an das Betriebssystem. Unix hat lange Jahrelang über die Funktionalität der nächsten Generation verfügt, aber es gab keine lauffähigen Anwendungen. Eleganz und Effizienz in der Entwicklung "Der Markt ist sensibel zwischen Preis und Funktionalität ausgewogen", sagte Mark Finley, ein Analytiker der Gartner Group Inc. in Stamford, Connecticut. "Häufig bietet ein herstellerspezifisches System genau die Funktion, die man benötigt, und allein das ist schon den doppelten Preis wert. Aber mit der Zeit arbeitet auch ein solches System in einer Umgebung, die Teil eines offenen Gesamtsystems ist. Dies ist zuletzt mit VMS geschehen, das für DECs All-in-one, RDB, Ingres oder Oracle eingesetzt wurde. Aber heute können Sie auch Unix mit einer anspruchsvollen Shell einsetzen und damit die gleichen Anwendungen laufen lassen. Warum aber sollten Sie dafür mehr als fünfmal soviel ausgeben? Die jeweiligen Datenbank-Verwaltungen decken den größten Teil der Unix-Schwachpunkte ab. " Vom Standpunkt der Entwickler aus bietet Unix eine effizientere und elegantere API-Implementierung als jedes andere auf dem Markt verfügbare Betriebssystem. "Was die Funktionalität anbelangt, ist es wirklich ein elegantes System", sagte John Bailey, Manager für Informationssysteme an der Universität von Tulsa. Große Nachfrage in Europa arbeitet für Unix Die Eleganz der Entwicklung ist aber nicht der einzige Grund, warum Bailey Unix mag. Für ihn ist Unix immer noch das beste Mittel, von Herstellern unabhängig zu bleiben. "Ich gehe davon aus, daß die Computerindustrie in diesem Land eine fundamentale Umstrukturierung erleben wird. Und obwohl ich mit unseren Systemen sehr zufrieden bin, möchte ich mich nicht auf ewig an einen Hersteller binden. Ich möchte mir weitere Optionen offenhalten ", sagte Bailey. Nach Aussagen von Frau Wohl gibt es einen anderen Faktor, der für Unix arbeitet, und zwar die große Nachfrage nach Unix in Europa. Europa liegt in der kommerziellen Implementierung offener Systeme ungefähr zwei bis drei Jahre vor den USA und dient für die Amerikaner somit als aussagefähiger Test, was die Lebensfähigkeit von Unix als Plattform für offene Systeme betrifft. Eine internationale Anwendergemeinde, die Wert auf Kompatibilität und Schnittstellen-Stan-dards legt, wird die Entwicklung kommerzieller Anwendungen fördern. Die kommerzielle Lebensfähigkeit von Unix wurde bereits durch die Entwicklung von DOS- Emulationen gefördert, mit denen Unix-Anwender auf die breite Basis existierender DOS-Anwendungen zugreifen können. So kann man beispielsweise 1-2-3 der Lotus Development Corp. und andere PC-Anwen-dungen als Unteranwendungen von Unix auf PCs laufen lassen. Dies erleichtert für die Anwender, die immer noch auf eine direkt unter Unix lauffähige Version ihrer gewohnten PC-Software warten, den Weg zu Unix. Eine Beschränkung, die es unter DOS gab, aber unter Unix nicht, ist die Festlegung auf einen einzigen Prozessor. Die DOS-Welt mußte sich nie um Dinge wie Binärstandards kümmern, während die Vielzahl der verschiedenen Unix-Designs zu der unguten Situation geführt hat, in der verschiedene 386-Workstations verschiedene Unix-Versionen fahren und somit verschiedene Versionen der Programmdateiender gleichen Anwendung benötigen. Vernünftiger Binär-standard wäre wichtig "Der Markt entwickelt sich schnell, aber nicht so schnell wie er könnte, gäbe es einen vernünftigen Binärstandard", sagte Bishop. "Mit dem Intel 80386 und 80486 kommt nun ein Binärstandard. Die Angelegenheit wird sich auf einige wenige Architekturen beschränken: Intel 80X86, Sparc, Motorola88000, Mips. Ich glaube, die großen Unternehmen werden RISC als Nicht-Standard wieder zurückziehen. DEC hat sich auf MIPS festgelegt, Pyramid hat sich auf RISC festgelegt. Also gibt es Hoffnung für einen Binärstandard. " Wenn Bishops Vorhersagen eintreffen und sich wirklich ein Binärstandard entwickelt, werden Kostenersparnisse für Software-Entwickler die Folge sein und das wird wiederum zu billigeren Standard-Anwendungen führen. Ein noch seltsameres Thema war die Standardisierung der grafischen Benutzeroberflächen. Dies lag teilweise daran, daß es sich hier um einen zentralen Punkt der politischen Manöver zwischen den Herstellern handelte. Zur Zeit teilen sich fünf Bewerber den Markt, die alle von mächtigen Unternehmen unterstützt werden: MITs X-Window-System als Public-Domain-Produkt; OSF/Motif; die Open LookSpezifikation, die von AT&T, Sun und HPs Apollo unterstützt wird; Suns postscriptorientiertes News und Nextstep, ein anderes Postscript-System, das zusammen mit Steve Jobs Next-Workstation ausgeliefert wird. Die Ironie will, daß obwohl die Benutzeroberflächen buchstäblich der sichtbarste Teil der Diskussion um die offenen Systeme sind, das Fehlen von Standards in diesem Bereich kein Hindernis für die Interoperation ist. Die Schnittstelle zur UnixFunktionalität ist das zentrale Problem. Dabei gibt es zwei Stan- dards: AT&Ts Unix System V Interface Definition (SVID) und POSIX, ursprünglich Teil der Federal Infor-mation Processing Specification (FIPS). Dieser Standard befindet sich in der industrieweiten Normierung gemäß IEEE. Der Posix-Standard kann AT&T genauso schaden wie nutzen. Schaden, indem eine Defini- tion von dritter Seite existiert, an die sich andere Hersteller halten können, ohne Lizenzgebühren an AT&T zu zahlen und Nutzen, weil die Spezifikationen von SVID abgeleitet werden und somit eine stillschwei- gende Akzeptanz von Unix als Regierungs-Standard darstellen. Die verpaßte Chance für die PC-Welt Bei Regierungsstellen arbeitet der Bedarf an PCs zusammen mit der Anforderung an Multitas-king und Kommunikation stark für Unix. Im kommerziellen Bereich gilt dies weniger, da dieselben Kräfte die Entwicklung von OS/2 gefördert haben. Die Tatsache, daß AT&T versäumt hat, Unix als Plattform für PCs zu etablieren, hat vielleicht endgültig die Möglichkeit verstreichen lassen, Unix als PC-Standard für Multitasking durchzusetzen. "Wenn sie glauben, daß Unix OS/2 als PC-Betriebssystem wird, dann täuschen Sie sich gewaltig", sagte Frau Wohl. "Unix hätte diese Rolle wohl übernehmen können, aber aus unverständlichen Gründen hat das nicht geklappt". Allerdings ist sehr wahrscheinlich, daß OS/2 und Unix friedlich in vielen Unternehmens-Netzwerken koexistieren werden. "Wenn wir den Erfolg von Unix im Gegensatz zu OS/2 ansehen, dann hat Unix wesentlich höhere Wachstumsraten in Bereich der Unternehmens-DV", sagte Ron Lachmann, Execu-tive Vice-President der Interactive Systems Corp. , einer in Santa Monica ansäßigen Tochter von Kodak, die AT&T Unix-Lizenzen weitervertreibt. "Das Client/Server-Modell hat auf dem Unix-Markt die größte Ak-zeptanz", sagte er. Während sowohl OS/2 wie Unix Client/Server-Modelle und erweiterbare Architekturen imple-mentieren, liegt der OS/2-Schwerpunkt deutlich in LAN-Umgebungen. Dagegen eignet sich Unix genauso gut für traditionelle Host/Terminal-Topologien. "Natürlich wird OS/2 gut laufen", sagte Lachmann, aber der Lan Manager wird nicht von allen unterstützt. Also hat Unix eindeutig den besseren Start. " Die beiden Hauptthemen der offenen Systeme sind die dezentrale Datenverwaltung und die verteilte Verarbeitung. Sobald es industrieweite Standards für den transparenten gemeinsamen Datenzugriff und die gemeinsame Nutzung der verfügbaren Prozessorenleistung in durchgängigen Netzwerken gibt, dann ist das Ziel der offenen Systeme erreicht. Die aussichtsreichsten Kandidaten für die dezentrale Datenverwaltung und die verteilte Verarbeitung sind Suns Network File System (NFS) und Apollos Network Computing (NCS). NCS ist das am weitesten verbreitete Protokoll für den Remote Procedure Call, das Funktionsset, mit dem unter Unix die verteilte Verarbeitung möglich ist. Und obwohl es wie ein Defacto-Standard aussieht, fehlt ihm noch der offizielle Stempel einer offiziellen Normierungs-Organisation. NFS, bereits sehr weit als Unix-Erweiterung verbreitet, wird integrales Modul von AT&T Unix System V Version 4 sein. Da Unix das Auge des Taifuns der offenen Systeme ist, wurde die Marktdurchdringung immer wieder durch Faktoren behindert, die eigentlich nicht an Unix selbst lagen. Gleich ob der Unix-Markt weiter um 25 Prozent jährlich wächst oder nicht, das Prinzip der Offenheit macht aus Unix eine sichere Investition. Unix ist mehr als nur eine Technologie. Unix ist ein Modell für erweiterbare Informationssysteme geworden. Die Hersteller mögen sich um das geistige Eigentum an dieser Technologie streiten, aber das Produkt hat bereits selbst Anwendern herstellerspezifischer Systeme Vorteile gebracht.