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24.01.1992 - 

Die Zukunft offener Systeme

Unix-Messe Uniforum zeigt erste Implementierungen von OSF/1

MÜNCHEN (CW) - Glaubt man den Vorberichten der US-Presse, so zeichnet sich auf der Uniforum, der weltgrößten Unix-Messe in San Franzisko, ein Heimspiel für die Open Software Foundation (OSF) ab. Erwartet werden neben der Präsentation von OSF/1-Implementationen von Bull und DEC auch Bekenntnisse von Datenbankherstellern zu diesem Betriebssystem.

Besonders heftig brodelt im Vorfeld der Uniforum die Gerüchteküche um Ankündigungen von Big Blue. Erwartet wird, daß die IBM am 21.Januar 1992, dem Vorabend der Messeeröffnung, neue Modelle der RISC-Workstation RS/6000-Workstations sowie ein verbessertes Release des AIX-Betriebssystems vorstellt. Fraglich ist noch, ob sich die Insider-Informationen bestätigen, nach denen IBM seine Absichtserklärung zur Entwicklung einer relationalen AIX-Datenbank in eine Ankündigung umwandelt.

Außerdem erhoffen sich die Messebesucher Informationen über die objektorientierte Power-Open-Umgebung, die IBM und Apple entwickeln. Der britische Branchendienst "Computergram" erwartet allerdings keine konkreten Ergebnisse vor Ablauf einiger Jahre.

Im Gegensatz zur IBM ein alter Hase im Bereich Unix-Datenbanken ist Informix. Das Unternehmen wird nach Informationen von der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" die Version 5.0 ihres relationalen Datenbanksystems Informix Online vorstellen.

Zu den Neuerungen des Systems gehören die Eignung für verteilte Umgebungen, die Unterstützung des Two-Phase-Commit und die Fähigkeit, Bilder auf CDs zu speichern. Die hier eingesetzte Multithreading-Technik, mit der gleichzeitig mehrere Abfragen bearbeitet werden können, wurde bisher nur für die Parallelrechner von Sequent eingesetzt. Donald Feinberg, Senior Software Analyst der Gartner Group, nennt das neue Informix-Release ein nützliches Instrument im Wettstreit mit Oracle und Sybase.

Ansonsten erwartet "Computerworld" aus den Reihen der Datenbankanbieter vor allem Bekenntnisse zum OSF/1-Betriebssystem. Dadurch soll vor allem das Vertrauen der kommerziellen Anwender in das Unix-Betriebssystem der OSF gestärkt werden.

Etwas verhalten gibt sich die Compagnie des Machines Bull SA bei ihrer OSF-Unterstützung. Der französische Konzern stellt auf dem Uniforum, so hat der britische Branchendienst "Computergram" erfahren, zwei Unix-Server des Typs DPX/2 vor. Die Rechner mit den Typenbezeichnungen 270 und 380 laufen unter einem als OSF/1. Implementation bezeichneten Derivat des Bull-eigenen Box-Unix. Dieses wiederum ist ein Derivat von Unix V.3.2. Ein "echtes" OSF/1-Betriebssystem soll erst Mitte 1992 zusammen mit einer neuen Rechnerreihe auf den Markt kommen.

Günstige Alternativen zu den X-Terminals

Die beiden Unix-Server unterstützen verteilte Datenverarbeitung, den Online-Transaktionsbetrieb unter Bulls Transaktionsmonitor "Bos/TP" sowie die "Distributed Computing Facility". Bei letzterem handelt es sich um die Implementierung der verteilten DV-Umgebung DCE der Open Software Foundation.

Ebenfalls auf OSF/1 setzt Digital Equipment. In San Franzisko soll das Betriebssystem auf Decstations und Decsystems zu sehen sein. Eine Version für die VAX-Rechner ist nach Angaben der IDG-Schwesterpublikation "Infoworld" noch für 1992 geplant.

Außerdem soll die im Rahmen des ACE-Konsortiums beschlossene OSF/I-Implementierung für die Mips-Chip-Architektur angekündigt werden. Im Gegensatz zur jetzigen OSF/1Version wird die Nachfolgeversion die Möglichkeiten des Ultrix-Betriebssystems integrieren. Das OSF-Engagement von DEC geht so weit, so die IDG-Schwesterpublikation "lnfoworld", daß geplant sei, das Ultrix-Betriebssystem in OSF/1 umzubenennen.

Fraglich ist, ob DEC den Alpha-RISC-Chip rechtzeitig zur Messe fertigstellen kann. Der Prozessor soll nach Quellen von "lnfoworld" neben den ACE-Betriebssystemen OSF/1 und Windows NT auch das hauseigene VMS unterstützen.

Der Rummel um die OSF bedeutet jedoch nicht, daß die Anbieter um Unix V.4 schlafen. So werden die Unix System Laboratories (USL) und Sun Microsystems darstellen, wie sie sich die Migration von Unix und Sun-OS auf andere Systemplattformen vorstellen. Schon jetzt ist allerdings bekannt, daß das PC-Unix auf Basis von System V.3.2. von Interactive und Unix V.4 bis Ende dieses Jahres in dem Sun-Betriebssystem Solaris zusammengeführt werden sollen.

Ein weiteres Thema dürften preisgünstige Alternativen zu X-Terminals sein. Sechs Anbieter präsentieren sogenannte "Alphawindow-Terminals". Zwar arbeiten diese Bildschirme mit Fenstern und können mehrere Anwendungen gleichzeitig darstellen, zwischen denen sich Daten austauschen lassen. Dabei unterstützen sie aber nur Anwendungen, die sich wie Textverarbeitungs-Programme auf alphanumerische Zeichen beschränken. Angeboten werden diese Terminals von AT&T, Cumulus Technology, Link Technologies, Edisa Informatica, Microvitec und Televideo Systems.