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15.06.1984 - 

Fünfte Kolonne

Unix-Nachschlag

Erfolgsmeldungen kommen in letzter seiten von der IBM-PC Front. Wer Im 1 aus den Tagesnachrichten - daß beispiels se in Amerika die PC-Preise gesenkt wurden (Seite 1) - mit einer gewissen Schadenfreude ableiten will, Big Blue habe sich vergaloppiert der befindet sich auf dem Holzweg.

Die IBM braucht sich um den Erfolg 1 Kleincomputers vorerst, nicht zu sorgen. ,Kompatiblen", die IBM-Nachahmer, wer den PC schon nicht zum Flop verkommen lassen. Das ist ja das Interessante: Wenn Großrechnergigant heute den PC.Laden dicht machte, dann hätte dies nur geringe Auswirkungen auf die Gesamtsituation des Unternehmens, das von seinen "Dickschiffen" lebt. Werbeträger Charies Chaplin Wäre beschäftigungslos, Karl E. Michel, in Stuttgart zuständig das PC-Marketing, könnte die Zeit bis zum Vorruhestandin Ruhe sitzen - das wär's denn auch.

Ärger träfe, es die lBM-Konkurrenten: Firmenexistenzen stünden auf dem Spiel. Deshalb klammert man sich an einen IBM-PC-Industriestandard, den man nach eigenem Gusto definiet. Die ldentitätsform, die dadurch entsteht, zeichnet sich schon ab: eine totale Anpassung an die PC.Produktpolltik des Marktführers. Das bedeutet: Die Mikrobranche wird zur fünften Kolonne der IBM. Der Mut zur Eigenständigkeit hat bei den Nicht-IBM-Anbietern offensichtlich keine Basis. Oder sollten Appie & Co. doch noch insTrotzalter kommen?

Angesichts der Flut von Unix-Seminaren, Unix-Workshops, Unix-Schnellkursen muß es reichlich keß erscheinen, einen Wermutstropfen in den Unix-Freudenbecher zu schütten, wie an dieser Stelle, vor einigen Wochen praktiziert (CW Nr. 19 vom 4. Mai 1984: Tu nix mit Unix").

Dies vorweg: Wir kennen den Einwand, die COMPUTERWOCHE wolle durch Nest- und Unix-Beschmutzung mit Blick auf die Auflage Nutzen ziehen. Er ist zum Teil berechtigt. Natürlich kann es nicht unsere Absicht sein, "zum Fenster heraus" zu schreiben, interessiert uns die Wirkung bei unseren Lesern. Und bei Unix glaubten und glauben wir uns eines erwartungävollen, aber verunsicherten Publikums sicher sein zu können.

Läßt sich, so unser Kalkül, ein besseres Mittel als Provokation denken, Licht und konstruktive Kritik in eine verworrene Situation zu bringen. Daß in Sachen Unix das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, gehen aus. Jetzt hoffen wir auf Einsichten, die uns die Leser vermitteln.

Frage: Was halten Sie von der Programmiersprache "C", in der Unix-Anwendungen geschrieben werden? Es könnte, wie wir meinen, für den Erfolg oder Mißerfolg von Unix nicht ganz unerheblich sein, wie die C-Sprache von den Programmierern akzeptiert wird. Mit unseren eigenen Eindruck wollen wir nicht hinter dem Berg halten: Wer etwa von Cobol kommt, der braucht schon sehr viel Fingerspitzenge für um sich schnell mit C vertraut zu machen. Eine abstrakte Sache. Wir sehen darin ein Handikap für Unix.

Der Kolumnist verzagt nicht, auch wenn ihm in der letzten Ausgabe ein "Lappsus (!) linguae" unterlaufen ist. Natürlich mußte es "Honi soit qui mal y pense"

heißen, und nicht. "on y soit...". So etwas kann in der Hitze des redaktionellen Gefechts schon einmal passieren-honi soit quimalypense.