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29.03.2006

Unix-Nutzer prüfen Migrationswege

Schulze ist freier Autor der Website CIO.de und dem CIO-Magazin.
Vom Umstieg auf Windows oder Linux erhoffen sich Unternehmen vor allem Kostenvorteile.

Viele Unix-Anwender haben bereits Teile der IT auf andere Betriebssysteme und Hardwareplattformen migriert oder planen dies. Auch wer Unix weiterhin als strategisches Produkt einsetzt, wird sich mit dem Thema befassen: Der Umstieg auf ein Unix-Derivat eines anderen Herstellers bedeutet meist denselben Aufwand wie die Migration auf ein neues Betriebssystem. Allerdings sind Unix-Unix-Migrationen selten geworden. Der Markt hat sich konsolidiert, im Wesentlichen buhlen nur noch IBM, Hewlett-Packard und Sun Microsystems um die Gunst der Kunden.

Niedrige Hardwarekosten

Interessanter ist meist ein Wechsel auf Linux oder Windows, weil er auch einen Umstieg auf preisgünstigere x86- oder x64-Rechner mit sich bringt. Die Gründe sind auf den ersten Blick vielfältig, im Kern geht es aber immer um Betriebskosten. Unternehmen, die den Weg hin zu Windows-Servern einschlagen, beabsichtigen häufig die Standardisierung auf eine einheitliche Plattform mit entsprechend einfacherer Administration der gesamten IT. Anwender mit Linux-Plänen versprechen sich davon günstigere Lizenzkosten und mehr Flexibilität bei der Auswahl ihrer Anbieter. Sowohl Windows- als auch Linux-Installationen verursachen in der Regel niedrigere Anschaffungskosten für die Hardware.

Den potenziellen Einsparungen stehen jedoch Risiken entgegen, vor allem bei unternehmenskritischen Anwendungen. "Never change a running system" ist deshalb für viele Administratoren eine probate Devise, wenn es um Legacy-Applikationen oder große Datenbanken geht. Die Kosten bei Problemen, etwa durch Datenverlust oder Systemstillstand, können erheblich sein.

Ist Linux reif genug?

"In großen Unternehmen sehen wir im Bereich kritischer, hochverfügbarer Workloads wenig Migrationen von Unix weg", berichtet Ian Brown, Analyst bei Gartner. "Dort wird Linux oft noch nicht als reif genug betrachtet." Das wird nach seiner Einschätzung noch zwei bis drei Jahre dauern. In anderen Anwendungsbereichen beobachtet Brown, dass häufig eher auf Linux als auf Windows umgestellt wird. Unix und Linux sind sich sowohl aus der Perspektive des Administrators als auch des Entwicklers sehr ähnlich. Die quelloffenen Unix-Derivate sieht der Gartner-Analyst hingegen nicht als attraktive Zielplattform: "Anwender, die Open-Source-Techniken anstelle von Unix einsetzen wollen, tendieren wegen des Support-Angebots eher zu den großen Linux-Distributionen von Red Hat oder Suse."

Wohin ein Unternehmen migriert, ist vom Aufwand her prinzipiell egal. Entscheidend beim Umstieg sind nicht Betriebssysteme, sondern die darauf installierten Anwendungen. Training, Anwendungsevaluierung und dergleichen sind in allen Szenarien unumgänglich. Sind Eigenentwicklungen im Spiel, müssen diese auf die neue Plattform portiert werde. In solchen Szenarien liegt der Schritt zu Linux nahe, da hier meist weniger Portierungsaufwand anfällt als beim Umzug einer Unix-Anwendung auf Windows. Unternehmen, die Standardsoftware einsetzen, haben jedoch oft die freie Auswahl.

Diese Erfahrung machte beispielsweise die Papierfabrik August Koehler AG im badischen Oberkirch. Bereits im Jahr 2000 migrierte das Unternehmen im Rahmen der normalen Hardwareerneuerung seine SAP-Datenbank von Unix- auf Windows-Server. Gleichzeitig wechselte der Hersteller von einer Oracle-Datenbank zu Microsofts SQL-Server. Inzwischen läuft SAP komplett auf 64-Bit-Windows-Servern. "Wir hatten Reliant Unix von Siemens im Einsatz, das nicht weiter entwickelt wird", erläutert Karl Haas von der IT-Abteilung bei Koehler. "Eine Migration hätte also in jedem Fall erfolgen müssen."

Homogene Infrastruktur

Der Weg hin zu Windows lag nahe: Haas war der einzige Mitarbeiter mit umfassendem Unix-Know-how, zudem liefen schon damals die SAP-Applikations-Server auf Windows NT. Da Koehler nur über eine kleine IT-Mannschaft verfügt, sollte die Infrastruktur möglichst homogen sein. "Die Migration war sehr einfach", erinnert sich Haas. "Der neue Server wurde installiert, dann haben wir die Daten aus SAP mit den entsprechenden SAP-Tools vom alten System exportiert und ins Neue importiert. Das ging ohne Nachwehen". Der Umzug auf ein anderes Unix-Derivat hätte aus seiner Erfahrung exakt den gleichen Aufwand verursacht. (wh)