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11.10.1991 - 

OS2 für SAA-Anhänger noch immer ein Muß

Unix oder OS/2 Diebold fällt ein salomonisches Urteil

ESCHBORN (CW) - Die Diskussion um die Multitasking-Betriebssysteme Unix und OS/2 ist emotional aufgeladen. Um einen sachlichen Vergleich beider Systeme bemüht sich die Unternehmensberatung Diebold in ihrem Management-Report. Während Unix vom Anwender akzeptiert wird, kämpft OS/2 - nicht zuletzt aufgrund der konkurrierenden Vermarktung von Windows 3.0 - noch immer ums Überleben.

Ein wesentlicher Vorteil von Unix so die Diebold-Zeitschrift ist die Mehrplatzfähigkeit: Unix-Systeme lassen sich auf Abteilungsebene als Host einsetzen. Gerade in mittelständischen Unternehmen kann ein Unix-Rechner durchaus als Zentralrechner fungieren. Für technisch-wissenschaftliche Aufgaben so ist allgemein bekannt ist Unix erste Wahl.

OS/2-Systeme entweder als Einzelplatzsysteme oder in Verbindung mit dem Mainframe einsetzbar sind in Verbindung mit der Presentation-Manager-Benutzeroberfläche fester Bestandteil der SAA-Umgebung von IBM. Natürlich lassen sich OS/2 PCs auf LAN-Ebene mit einander verbinden so daß auch hier Abteilungseffekte er zielt werden können. Für Anwender die also den Glauben an IBMs SAA-Konzept nicht verloren haben ist laut Diebold vor allem bei der Anwendungsentwicklung OS/2 die einzige Alternative - zumindest solange die Rolle von Unix im SAA-Konzept auf eine bloße Interoperabilität beschränkt bleibt.

Den Popularitätsvorsprung von Unix erklären sich die Marktforscher unter anderem mit der Tatsache daß am Markt weitaus mehr Anwendungssoftware für Unix-Rechner als für OS/2-Systeme erhältlich ist. Unix eigne sich hervorragend für die Software-Entwicklung, und es komme aufgrund seiner Portabilität der Anwenderforderung nach offenen Systemen entgegen.

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Unix-Derivaten fielen mit fortschreitender Standardisierung der Programmierungs- und Anwendungsschnittstellen immer weniger ins Gewicht.

Im Bereich Datensicherheit, so die Diebold-Analysten, weist Unix heute noch Schwachstellen auf. Die angeboten Sicherheitsstandards entsprechen demnach nicht den Anforderungen einer Kommerziell ausgerichteten Anwendungswelt. Hier habe OS/2 in einem Netz auf der Basis des LAN-Managers noch einige Vorzüge aufzuweisen.

Bei der verteilten Datenverarbeitung und der Realisierung von Client-Server-Konzepten ist Unix dagegen nach Einschätzung der Diebold-Marktforscher Punktsieger: Aufgrund seiner Offenheitsphilosophie lasse sich das Betriebssystem leichter in heterogene Netze einbinden.

Diebold kommt in seinem Management Report (Ausgabe 7/8, 1991) zu dem Fazit, daß beide Betriebssysteme eine Zukunft haben; Interessenten sollten ihre Entscheidung von der Anwendung her treffen. Zudem zeichne sich ab, daß Unix und OS/2 auf verschiedenen Ebenen immer mehr zusammenwüchsen .

Ähnliche Konzepte für die Verwaltung einzelner Verarbeitungsläufe würden unterstützt und auch die Oberflächen näherten sich einander an. Sogar einen gemeinsamen Betriebssystemkern halten die Marktforscher eines Tages für möglich.