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12.03.1993 - 

Bull vermarktet Unikix als Portierungs-Tool

Unix-OLTP soll Anwender aus der Mainframe-Klammer befreien

"Wir suchen eine preisguenstige Alternative zu MVS", bekannten unisono die von Bull zur Produktvorstellung eingeladenen Anwender. Eine Reihe von ihnen, etwa Klaus Rohrmann, Leiter Organisation und Informationsverarbeitung der Krohne Messtechnik GmbH, Duisburg, scheut als 4381-Anwender die Kosten einer anstehenden MVS/ESA- Implementierung.

Ihnen bietet Bull nun ein Produkt an, das es ihnen durch die Koppelung des OLTP-Systems mit einem Satz an Entwicklungswerkzeugen ermoeglicht, Cobol-Anwendungen weitgehend automatisch von IBM-Mainframes auf Unix-Rechner zu uebertragen. Auch VSAM-Dateien, Batch- und JCL-Programme lassen sich portieren, allerdings - wie der Anbieter einraeumt - mit erheblichen Aufwand.

Darueber hinaus koennen laut Bull die Grossrechner-Anwendungen wie gewohnt unter Unix weiterverwendet werden. Auch sind Downsizer ueber einen Sparc-Knotenrechner in der Lage, die bisher eingesetzte Verkabelung sowie Peripherie wie Drucker und Bildschirme weiter zu benutzen. Bull vermarktet deshalb - obwohl IBM-Partner - Unikix vor allem als Downsizing- Instrument.

Heiko Loewe, DV/Org.-Leiter der Mauser Werke Bruehl GmbH, deckt jedoch einige Schwaechen in diesem Konzept auf. So liesse sich der Aufwand bei der Umstellung von VSAM- und JCL-Code bei einer groesseren Anzahl von Anwendungen nicht mehr zu rechtfertigen. Ausserdem gebe es derzeit zur Unterstuetzung fuer die in Mainframe- Kreisen verbreitete Programmiersprache DL1 sowie fuer das IBM- Datenbanksystem DB2 lediglich vage Ankuendigungen. Der Kern von Loewes Kritik: "Damit portiert man doch nur die alten Probleme auf neue Systeme."

Dennoch sieht Loewe durchaus eine zentrale Funktion fuer Unikix als Downsizing-Instrument. Wie die meisten der von Bull eingeladenen Anwender vertritt er die Ansicht, dass der Umstieg von der Grossrechnerwelt vor allem damit verbunden sein sollte, selbstgestrickte Programme soweit als moeglich durch Standardsoftware zu ersetzen. Mit Unikix dagegen sollte man lediglich die Programme mit in die Unix-Welt nehmen, die fuer den Unternehmenserfolg unerlaesslich sind.