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12.04.1991 - 

Finanzdienstleister setzt auf Unix

Unix-PC dient als Basis für kommerzielle Anwendungen

Waren bisher umfangreiche Anwendungen mit großen Datenmengen auf Systeme der mittleren Datentechnik beschränkt, so ist es jetzt möglich, auf Basis der 80386- und 80486-Prozessoren zufriedenstellende Lösungen anzubieten. Der folgende Bericht von Jürgen Mischke und Wolfram Spier* beschreibt die Unix-Installation bei einem mittelständischen Finanzdienstleister.

Die am 2. Januar 1991 gegründete Procenta GmbH in Gütersloh, die im Bereich der Finanzdienstleistungen tätig ist, hatte ein Problem: "Um kundenfreundlich und flexibel zu sein, muß unsere Administration vom ersten Tag an über Datenverarbeitung abgewickelt werden", so Geschäftsführer Heinz Barkusky.

Mit dem Betriebssystem MS-DOS und Novell für den Netzbetrieb sowie mit entsprechender Anwendersoftware hatte er in seiner vorherigen Tätigkeit negative Erfahrungen gemacht. Die Software war unflexibel und die Systemsicherheit gering. Zudem wurden nicht immer hochwertige Hardwarekomponenten eingesetzt, so daß Ausfälle keine Ausnahme waren.

Anforderungen an die Software

Gemeinsam mit einem Software-Partner, der Firma Opal aus Porta Westfalica, machte sich das Unternehmen daran, seine DV neu zu planen. Die Hardwarevoraussetzungen waren schnell abgesteckt.

Es sollte sich um eine Umgebung mit acht Arbeitsplätzen und drei Druckern handeln. An den häufig benutzten Bildschirmplätzen sollten Farbmonitore stehen.

Für die Filialen sollten Einbis Dreiplatz-Anlagen zum Einsatz kommen, da die Antragserfassung und die Stammdaten Verwaltung dezentral stattfinden. Die Software sollte folgende Punkte umfassen:

- Stammdatenverwaltung mit diversen Druckprogrammen,

- Erfassung der dezentral gesammelten Daten. (Im ersten Schritt über Disketten, in naher Zukunft über Modern und ISDN-Dienste),

-Antragsbearbeitung und Auswertung

-Berechnung der Provision für den Strukturvertrieb,

-Auszahlung und Buchungssystem für die einzelnen Mitarbeiter,

-Umfangreiche statistische Auswertungen mit Ausgabemöglichkeiten auf alle Drucker und Bildschirme und

-Textverarbeitung mit Serienbrieffunktion.

Nachdem einzelne Module programmiert waren, wurden

sie getestet.

Bei der Hardware entschied sich Prozenta für einen 80486-Rechner mit einer Taktrate von 25 MHz. Über einen SCSI-Controller werden zwei Festplatten (360 MB und 19ms sowie 104 MB mit 21ms) angesteuert. Die zweite Festplatte dient zur täglichen Datensicherung. Zur Druckansteuerung und für drei Schwarzweiß-Terminals (Wyse 160 Terminals) kommt eine achtfach serielle Karte zum Einsatz. Für die Farbmonitore ist eine Multivideokarte eingebaut. Als Drucker wurden zwei Epson 1050 + und ein Laserdrucker Mita LP2080 genommen. Nach anfänglichen Problemen mit der Multivideokarte und der Verkabelung der gesamten Anlage lief die Hardware problemlos und stabil.

Die Software wurde mit dein Case Tool "Ases" von Ariadne programmiert. Das Werkzeug erstellt aus Masken und Programmdefinitionen komplette Programme im C-Quellcode, was eine nachträgliche Bearbeitung vereinfacht.

Als Betriebsystem dient das Unix-Derivat von Santa Cruz Operation (SCO), bei der Textverarbeitung fiel die Wahl auf Word für Unix. Die einzelnen Programme werden über eine vom Softwarepartner erstellte menügesteuerte Oberfläche bedient und können vom Anwender selbst im Aufbau modifiziert werden. Durch Benutzung der Interprozess-Kommunikation des Unix V 3.2 Systems können alle eingesetzten Programme miteinander Nachrichten austauschen. Dadurch ist ein versehentliches Ablaufenlassen von zwei Programmen, die nicht gleichzeitig laufen dürfen gewährleistet.

Um den Anwendern den Umgang mit dem Betriebssystem zu ersparen, hat der Softwarepartner den Rechner mit einer zusätzlichen Benutzeroberfläche ausgestattet. Damit kann eine ganze Reihe von Fehlern ohne Kenntnis von Unix-Befehlen behoben werden. Nach Überwindung anfänglicher Hemmungen bei den Mitarbeitern der Procenta GmbH ist der Umgang mit dem System inzwischen zum

Alltag geworden.