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20.12.1991 - 

IDC-Studie: Der deutsche Markt für PCs

Unix-Schwächen kein Argument mehr für die proprietären Systeme

KRONBERG/MÜNCHEN (CW) - Einer International-Data-Corporation-Studie (IDC) zufolge boomt der bundesrepublikanische PC-Markt antizyklisch zur sonstigen Entwicklung des PC-Segments: Die Marktforscher machen hierfür vor allem die neuen Absatzfelder in der ehemaligen DDR verantwortlich. Marktführer in Deutschland ist wie auch weltweit Big Blue.

Auch die große Zahl der in Deutschland vertretenen Anbieter sei für die "beachtlichen Zuwächse" am durch hohe Preisnachlässe und heftigen Wettbewerb gekennzeichneten Markt verantwortlich, resümiert der Autor der Studie "Der Deutsche Markt für Personal Computer, 1990 bis 1996".

Rund 32 000 PCs für kommerzielle und professionelle Anwendungen gingen nach Untersuchungen der Kronberger in den Besitz neubundesrepublikanischer Anwender. Gekauft wird allerdings noch vornehmlich in den alten Bundesländern, da die PC-Hersteller gerade erst mit dem Aufbau neuer Zweigstellen im Osten Deutschlands begonnen haben. Insbesondere der Home- und Hobby-Computerbedarf mit von der IDC für 1991 geschätzten 150 000 Einheiten scheint in der Ex-DDR ein absatzträchtiges Segment darzustellen.

National wie international führt die IBM das Feld der PC-Anbieter recht deutlich angeht es nach dem prozentualen Wert beziehungsweise den PC-Umsätzen für installierte Systeme: Für die Bundesrepublik ermittelten die IDC-Marktauguren für Big Blue einen Anteil (nach Wert) von 15,3 Prozent in der Gegenüberstellung der fahrenden acht Hersteller. Mit weitem, Abstand zur IBM liegt an zweiter Stelle SNI (7,7), gefolgt von Compaq (6,9), Commodore (6,2), Apple (6,1), Vobis (4,9), Toshiba (4,2), Atari (4,1) und "anderen" Herstellern mit insgesamt 44,6 Prozent Wertanteil für 1990.

Commodore stellt einen Sonderfall dar, denn die Frankfurter liegen zwar nach der Zahl ausgelieferter Einheiten ganz vorne, ihre Stückzahlen erzielen sie allerdings vor allem durch Home- und Hobby-Computer. Dies gilt auch für den Anbieter Atari, der zudem ein Nischendasein in wissenschaftlichen Instituten führt.

Ähnlich liegen die Dinge bei Vobis, Aachener Lieferant von in Asien zusammengekauften Komponenten: Die IDC-Marktforscher bescheinigen dem "Highscreen"-Lieferanten zwar große Erfolge im Low-end-Bereich, bei High-end-PCs (386, 486) "dürfte es mit dem Verkaufserfolg ... anders bestellt sein." Grund hierfür sei, daß der Faktor Support in diesem Segment eine bedeutende Rolle spielt und hier "gab es ... kürzlich einige Probleme".

Die Marktanalysten der IDC stellen in ihrer Studie ferner indirekt fest, daß an Unix kein Weg mehr vorbei führt: Vielen Anbietern stellte sich im Zuge der Hinwendung zu offenen Systemen und Unix die Frage, wie sie in Zukunft ihre proprietären Produkte gegen Unix positionieren sollen.

Drei Optionen stünden zur Verfügung: Die Hersteller hätten die Möglichkeit, ihre geschlossenen Systeme konform zu wichtigen Industriestandards (Posix, X-Windows, SQL, RPC, NFS und DCE unter anderem) zu machen. Die Analysten konzedieren allerdings, daß häufig noch keine allgemein akzeptierten Standards vorhanden sind.

Anbieter könnten auch versuchen, die Schwächen von Unix herauszustreichen, um ihre proprietären Systeme in hellerem Licht erscheinen zu lassen. Als dritte Option stellt sich die IDC eine Kombination aus beiden Vorgehensweisen vor.

Vor allem die Argumentationsquelle Unix-Probleme wird nach Meinung der Forscher spätestens 1993/94 versiegt sein. O-Ton IDC: "Im Gegenteil, Unix dürfte dann Leistungsmöglichkeiten aufweisen, die seine Wettbewerbsposition gegenüber proprietären Systemen deutlich aufwerten."

Interessant für den Desktop-Bereich ist auch eine Untersuchung, die das Marktforschungsinstitut Datapro im Juli 1991 bei 2500 US-Änwendern durchführte Gefragt war, nach Kelchen Kriterien Käufer ihre Tichrechner auswählen: 62 Prozent aller Anwender nannte Zuverlässigkeit als das wichtigste Auswahlkriterium für die Kaufentscheidung. CPU-Geschwindigeit lag an zweiter Stelle, gefolgt von optionalen Speicherausbau-Möglichkeiten und der Bildschirmauflösung.

Erst an fünfter Stelle der Hitliste rangierte das Preisargument. Überraschend scheint auch, daß ein Lockmittel der PC-Hersteller, Anwender zum Kauf ihrer Produkte zu animieren, fast gar nicht zieht: Abgeschlagen auf dem letzten Platz der Prioritätenliste landete das Interesse an Software, die mit der PC-Hardware gebündelt verkauft wird.