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24.07.1987

Unix und die Wege des Herrn

Die angekündigte Unix-Unterstützung von Deutsch und Französisch durch AT&T richtet sich an die kommerzielle EDV. Amerikanisches Datumsformat, Zahlendarstellung und Sortiergewohnheit wird von europäischen Studenten und Ingenieuren kaum als störend empfunden, die Leute im Büro mögen solche Späße weniger. Die Ankündigung zeigt: Der Prophet hat den Weg zum Berg unter die Füße genommen und folgt einem Trend der in der USA bereits viele Softwarehäuser erfaßt hat. Und die großen europäischen Hersteller halten mit dem Unix-Joker längst nicht mehr zurück.

Allerdings ist nicht zu erwarten, daß Unix das Bollwerk der Mainframes stürmen wird. Nachdem es aus dem Bereich der technischen Arbeitsstationen nicht mehr wegzudenken ist, wird es in der Mikrowelt von sich reden machen. Seit das Erscheinungsdatum von OS/2 in nebulöse Ferne gerückt ist, hat sich die amerikanische Szene auf die Losung "Unix mit DOS" eingeschworen.

Wer über Computer reden will, kommt an IBM nicht vorbei. Das gilt auch für das Thema Unix. Auf einem Schaubild von AT&T mit der bekannten Rangliste der Computerhersteller steht IBM ohne Unix-Marke. Die Unix-Unterstützung von IBM sei zu unbestimmt, kommentiert AT&T die weiße Stelle.

Daß der Mainframe-Gigant IBM keinen Wert auf Mitgliedschaft in der Unix-Gemeinde legt, ist verständlich. Doch in der Welt der Mikros ist DOS dank ihm zum Einplatzstandard geworden. Was ist mit den Benutzern die beides wollen einen preisgünstigen Mikro und ein Mehrplatzbetriebssystem? Microsoft die Partnerfirma von IBM für DOS und OS/2 soll demnächst Xenix - ihre Unix-Variante für Personal Computer - für den 80386-Prozessor ankündigen. Es könnte sein, daß IBM an Unix nicht vorbeikommt.

Seit dessen Ankündigung vom April veranstaltet IBM ein Riesentamtam um OS/2. Letze Woche wurde mit weit geringerem Aufwand eine Absichtserklärung zwischen der Firma Locus und IBM verbreitet. Die beiden wollen AIX - ein Unix-Derivat für den RT PC von IBM - auf die PS/2-Computer von IBM bringen. Die Wege des Herrn sind verschlungen. Oder soll man sagen, viele Wege führen nach Rom?