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06.09.1991

Unix-Utopisten sind gescheitert

Sebastian Trauerwein, Information Resources Manager

In Ermangelung echter Stories greift die CW offenbar auf ihre Stehsatzbestände zurück anders ist es nicht zu erklären, daß Unix-, Outsourcing- und Downsizing-Geschichten die Spalten füllen, redaktionelle

Machwerke aus der Mottenkiste, denen man anmerkt, daß sie das vorgeschriebene Verfallsdatum längst überschritten haben. Richtig informierte DV-Leiter wissen, daß es sich beim Unixismus um den scheinheiligen Versuch der AT&T-Bosse handelt, die Idee der Gleichschaltung der Anbieter populär zu machen - diese Utopie ist gescheitert. Wie albern doch die Behauptung, Unix-Systeme seien offen, wo doch allenfalls die Anwender davon Profitieren daß mittlerweile zigtausende Entwickler AT&T-Lizenzen und damit Zugang zum Unix-Know-how haben. Von solcher Art ist auch die Unterstellung, die Anwender proprietärer Systeme seien von ihren jeweiligen Lieferanten abhängig. Trauerwein kann doch jederzeit ein J-Modell der 3090 gegen eine neue ES/9000 austauschen. Das heißt, am günstigsten - für die IBM - wäre es im vierten Quartal. Daß Mother Blue diesen Mainframe-Umsatz heuer unbedingt noch realisieren möchte, wer will es ihr verdenken? Ein aufmunterndes Wort können die Armonker übrigens gut gebrauchen.

Ralf Bröck, DEC-Anwenderverein Decus e.V., München (Anwender von Digital-Equipment-Systemen)

Wegen der hohen Kosten und des Aufwands haben wir kein regelmäßiges standardisiertes Verfahren zur Ermittlung der aktuellen DV-Interessen unserer Mitglieder. Die Vorsitzenden der sogenannten speziellen Interessengruppen (SIG) sind für "ihren" Programmteil während des jährlich stattfindenden Symposiums verantwortlich. Die Themen werden von den SIG-Mitgliedern maßgeblich bestimmt.

Bei uns spielen herstellerspezifische Themen eine große Rolle. Dazu gehören Fragen der Produktpolitik und -qualität, Preisgestaltung, Service, Kundenbetreuung, Investitionssicherung etc. Weil inhomogene Netzwerke verschiedenster Rechner weit verbreitet sind, werden auch Themen angesprochen, die andere Hersteller betreffen.

Großes Interesse fanden bei unseren Mitgliedern in letzter Zeit Themen wie

- Organisation der DV allgemein,

- Perspektive für das proprietäre Betriebssystem VMS im Vergleich zu Unix,

- offene Systeme,

- Standards,

- Entwicklungen im Bereich Netzwerke (Decnet, OSI versus TCP/IP),

- Netzwerkintegration von PCs.

Unsere Anwendergruppe hat zu Digital ein partnerschaftliches Verhältnis entwickelt, in dem beide Seiten ihre Positionen vertreten - aber auch Verständnis für die jeweils andere Seite haben. Auf vielen Ebenen gibt es regelmäßige Kontakte zwischen Decus und Digital, zum Beispiel zwischen den SIG-Sprechern und den zugeordneten Digital-Ansprechpartnern. Auch finden Gespräche zwischen dem Decus-Vorstand und der Digital-Geschäftsleitung statt. Ein Mitglied der Geschäftsleitung ist sogar im Decus-Vorstand vertreten, so daß aktuelle Fragen und Probleme sofort auf höchster Ebene behandelt werden können.

Es gibt einen weltweiten Prozeß, um Verbesserungsvorschläge zu Produkten zu sammeln, in einer Abstimmung der Decus-Mitglieder Prioritäten zu definieren und diese dem Hersteller vorzulegen. Im Rahmen von Decus-Veranstaltungen oder Publikationen nimmt Digital zu den ersten fünf bis zehn Forderungen Stellung und erläutert die Gründe für Ablehnungen oder - sofern eine Forderung akzeptiert wird - den Zeitplan für die Realisierung.

An Diskussionen über das Decus-Kommunikationssystem "Decus VAX" nehmen nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch Digital-Mitarbeiter teil. Wie in der Vereinzeitschrift werden auch hier offizielle Stellungnahmen der Firma veröffentlicht. Auf den Symposien gibt es regelmäßig eine "Diskussion mit der Geschäftsleitung" und ein "Service-Forum". Dort stellt sich das Digital-Management geschäftspolitischen Fragen der Anwender, nimmt Kritik entgegen und sagt gegebenenfalls die Beseitigung von Problemen zu. Der Vollzug zugesagter Veränderungen wird von beiden Seiten überwacht.

Ton Tilburgs, Common Europe Deutschland e.V., Leinfelden-Echterdingen (Anwender kleiner und mittlerer IBM-Systeme)

Die Themenermittlung für unsere Arbeitskreise, Veranstaltungen und Jahreskonferenzen erfolgt durch unsere Mitglieder. Unsere zentralen Veranstaltungen finden mindestens zehnmal im Jahr statt - für die Systemgruppen PS/2, /36, AS/400, AIX und VSE/VM zweimal jährlich. Zusätzlich veranstalten wir eine internationale und eine nationale Jahreskonferenz, wo die Mitglieder per Fragebogen um Themenvorschläge und Mitarbeit gebeten werden. Die Arbeitskreise treffen sich unregelmäßig und bestimmen selbst die Diskussionspunkte auf der Basis ihrer Alltagsprobleme.

Die Skala der gewünschten Themen entspricht unserem Mitgliederkreis. Als mittelständische IBM-Anwender sind unsere Mitglieder hauptsächlich an Lösungen interessiert. In der Prioritätenliste stehen CASE-Tools, Kommunikationslösungen und Maßnahmen zur Systemoptimierung ganz oben.

Bei den verschiedenen Veranstaltungen machen wir einen Unterschied in der Thementiefe: Während der Workshops ist besonders das Technische gefragt, bei der Jahreskonferenz sprechen wir hauptsächlich strategische Entwicklungen an. Die internationale Jahreskonferenz wird von den Mitgliedern gern genutzt, um direkt mit den Entwicklern aus den IBM-Labors zu diskutieren.

Die Vermittlung zwischen Anwender und Hersteller findet auf zwei Ebenen statt - in völliger Übereinstimmung mit der Struktur der IBM. Auf nationaler Ebene führt das Common-Europe-Management regelmäßig Gespräche mit der IBM-Geschäftsleitung. Themen und Stellungnahmen werden uns von den Mitgliedern geliefert. Ferner erhalten wir bei unserer Jahreskonferenz in der Podiumsdiskussion mit dem IBM-Management Hinweise auf verbesserungswürdige Aspekte in der Zusammenarbeit zwischen IBM und den Kunden.

Das IBM-Management setzt die Versprechungen, die bei unseren Podiumsdiskussionen abgegeben werden, in der Regel in kürzester Zeit um. Um eine Modifikation in Produkten oder Strategien zu erreichen, ist eine "Requirement"-Prozedur vorhanden. Jedes Mitglied kann seine Forderung formulieren und an das zentrale Sekretariat weitergeben. Der zuständige Systemleiter sammelt die Requirements, ordnet sie dem richtigen Sachgebiet zu und komplettiert sie gegebenenfalls. Bei der internationalen Jahreskonferenz kann jeder Teilnehmer über die Wichtigkeit der Requirements abstimmen. Prioritäten werden gesetzt und die wichtigsten Anliegen an IBM weitergereicht.

Nach einigen Monaten teilt uns die IBM mit, welche Forderungen akzeptiert und in zukünftige Entwicklungen aufgenommen wurden. Wir werden ebenso darüber informiert, wo IBM mehr Informationen benötigt oder welche Forderung nicht ins Systemkonzept paßt.

IBM hat Common Europe offiziell mitgeteilt, daß über 300 Requirements in die Entwicklung der AS/400 geflossen sind.

Jochen Frickel, Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG), Stuttgart (Anwender von Oracle-Software)

Die Themen für die vierteljährlichen Workshops unserer Arbeitsgruppe Technik werden mit den Teilnehmern abgestimmt. Für zusätzliche Seminarreihen ergeben sich Themen aus einer Umfrage im Rahmen der alljährlichen Mitgliederversammlung. Hierfür stellt der Vorstand das Vortragsprogramm zusammen. Dabei berücksichtigen wir die uns bekannten Interessensschwerpunkte der Anwender, aktuelle Trends in der DV-Branche und natürlich die eingereichten Vorschläge der Referenten.

Gemäß unserer Satzung beschäftigen wir uns nicht nur mit Produkten der Firma Oracle, sondern auch mit anderen Anwendungs- und Entwicklungssystemen. Fragen zu Oracle werden schwerpunktmäßig in der Arbeitsgruppe Technik abgehandelt, während übergreifende und allgemein interessierende Themen in zusätzlichen Seminarreihen angesprochen werden. Bei der Anwenderkonferenz bemühen wir uns um eine ausgewogene Mischung aus beiden Komplexen.

In DOAG-Veranstaltungen der letzten Zeit ging es im Rahmen der Seminarreihen um Themen wie CASE- und 4GL-Werkzeuge, Wissensbasierte Systeme, oder - demnächst - um andere Datenbanksysteme im Vergleich zu Oracle. Die Arbeitsgruppe Technik beschäftigt sich mit den Themen Portierung von Anwendungen, Oracle in LANs, Front-end-Tools von und für Oracle, Backup und Recovery sowie grafische Benutzeroberflächen. Auf der diesjährigen User-Konferenz sollen die Themen CIM und Informationsanalyse im Vordergrund stehen.

Anwenderwünsche bezüglich Produktverbesserung und -erweiterung werden gesammelt und mit Prioritäten versehen. Daraus wird gemeinsam mit der Europäischen Benutzerorganisation (EOUG) eine "List of Enhancements" zusammengestellt und an die Oracle-Entwicklungslabors weitergeleitet.

Für den direkten Kontakt zwischen Benutzerorganisation und Hersteller gibt es in der DOAG-Satzung die Institution des Beirats. Dieser besteht aus vier fahrenden Oracle-Mitarbeitern (Geschäftsführer, Marketing-Direktor, Technischer Direktor und ein weiterer technischer Mitarbeiter). Der Beirat wird regelmäßig zu allen Vorstandssitzungen eingeladen, wo die aktuellen Probleme besprochen werden.

Nach Auskunft von Oracle berücksichtigt das Unternehmen die Anwenderwünsche aus der "List of Enhancements" so weit möglich bei der Entwicklung neuer Releases. Im Gespräch zwischen Vorstand und Beirat werden konkrete Schritte zur Lösung anstehender Probleme vereinbart. Dazu können zählen: Weitergabe zusätzlicher Informationen an die Anwender, zusätzliche Schulungen oder Seminare, kurzfristiges Erarbeiten von Umgehungslösungen etc.

Dr. Stefan Glückert, Share Europe (vorwiegend Anwender großer IBM-Systeme)

Mitglied bei Share Europe sind Anwender, die mit den IBM-Systemen /390, /370, AS/400 oder RS/6000 arbeiten. Jährlich finden zwei internationale Konferenzen statt, die jeweils unter einem bestimmten Hauptthema stehen (Herbst 1991 in Amsterdam: "Managing Data Processing Assets"). Derzeit gibt es bei Share etwa 20 Arbeitsgruppen, die in den Divisions "System Control Program", "Management" sowie "Services and Applications" zusammengefaßt sind.

Ein Online-Konferenzsystem, das allen Mitgliedern offensteht, unterstützt die Projektarbeit und die Kommunikation der Mitglieder untereinander - auch außerhalb der halbjährlichen Treffen. Projektmanager werden mit Arbeitsmitteln zum Beispiel einem PC-System - ausgestattet. Zur Sicherstellung der Kommunikation zwischen Projekt und Hersteller ist jedem Projekt ein IBM-Repräsentant zugeordnet. Während der Konferenzen sind auch IBM-Mitarbeiter der betreffenden Labors und Arbeitsgruppen präsent.

Mittels Fragebögen werden regelmäßig die Hauptwünsche und Sorgen der Mitglieder erfaßt. Häufig resultieren hieraus die Leitthemen der Konferenzen, die bewußt auch oft über den Rahmen der direkten IBM-Bezogenen Projektarbeit hinausgehen. In den Projekten werden Produkte diskutiert, Erfahrungsberichte gegeben und die Wünsche der Anwender erarbeitet (Requirements). Die Forderungen der Anwender werden von allen Mitgliederorganisationen in einer postalisch durchgeführten Abstimmung auf einer Skala von +3 (strongly agree) bis -3 (strongly disagree) bewertet und - mit dieser Priorität versehen - an IBM weitergegeben.

Die Antworten erfolgen üblicherweise zur nächsten Konferenz und werden nach einem abgestimmten Schema klassifiziert - zum Beispiel mit "announced", "accepted" oder "future objective". Forderungen von strategischer Bedeutung können von Share zum "Top-concern" erklärt werden und erhalten spezielle Aufmerksamkeit. Ein solcher Top-concern wären zum Beispiel die vor allem in Europa häufigen Sonderzeichen, was zum schon weit verbreiteten Angebot eines "National Language Support" in verschiedenen IBM-Produkten führte.

Ralph Treitz, German Unix User Group (GUUG) (Deutsche Unix-Anwendervereinigung)

Um die Interessen der Anwender zu ermitteln, geht die GUUG mehrere Wege: Neben der bundesweiten Jahrestagung finden immer wieder lokale Treffen statt, auf denen die Mitglieder einen engen Kontakt pflegen. Findet ein Thema besonderes Interesse, weil sich mehrere Mitglieder mit ähnlich gelagerten Problemen für ein Thema interessieren, dann wird dieses in Arbeitskreisen von unterschiedlicher Dauer näher behandelt.

Seit Jahren besteht zum Beispiel ein Arbeitskreis Schule, der sich mit der Unix-Ausbildung beschäftigt. Andere Themen leben von der Aktualität - zum Beispiel die gegenwärtige Diskussion um das Urheberrecht. Eine systematische Befragung der Anwender durch Fragebögen fand gerade im Rahmen des Xtra-Programms der X/Open statt. Die GUUG hat diese Befragung aktiv unterstützt. Das zentrale Thema unseres Vereins ist die Förderung offener Systeme. Aus dem technischen Bereich werden unter anderem OSF/1, System V, OSF/DME oder die Zukunft der Client-Server-Technologie thematisiert. Im Anwendungsbereich interessieren sich die Mitglieder für Bürokommunikation, CIM, dezentrale Anwendungen etc. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Software-Engineering, wo unter anderem objektorientierte Umgebungen und Datenbanken gefragt sind.

Die GUUG versteht sich als eine, Plattform, auf der sich Systemhersteller, Software-Industrie und Anwender treffen können. Wir vertreten die Idee der offenen Systeme, nicht eine bestimmte Klientel. Diese Idee ist von den Anwendern in den letzten Jahren vehement gefördert worden, während die meisten Hersteller unter dem ,Prozeß der Anpassung leiden.

Höhepunkt der GUUG-Jahrestagung ist die Podiumsdiskussion zwischen Anwendern und Herstellern, die in der Öffentlichkeit große Beachtung gefunden hat. Wir fördern aber auch abseits des Rampenlichtes Kontakte zwischen Anwendern und Herstellern. Letztlich bestimmt aber der Anwender durch seine Kaufentscheidung für offene Systeme die Richtung.

Dr. Heinz Brill, Siemens Informationstechnik Anwenderverein e.V. (Save), Hamburg (Benutzer größerer Siemens-Nixdorf-Systeme)

Im Save sind 19 Arbeitskreise aktiv, die sich dreimal im Jahr mit durchschnittlich 80 bis 100 Teilnehmern treffen. Dort werden in der Regel nach einer festen Tagesordnung aktuelle und grundsätzliche Themen in Form von Vorträgen und Diskussionen behandelt. Die Arbeitskreisverantwortlichen wissen über die DV-Interessen der Anwender Bescheid und können daher die Tagesordnungen für die Sitzungen festlegen. Alle Arbeitskreise werden von Mitarbeitern des Herstellers Siemens-Nixdorf betreut. Aktuelle Informationen seitens des Herstellers werden in den Arbeitskreissitzungen vermittelt.

Themen für die Haupt- und Nebenvorträge auf der Save-Frühjahrstagung, an der mehr als 700 Anwender teilnehmen, werden zwischen Save-Vorstand und Arbeitskreisleitern abgestimmt. Nach jeder Frühjahrstagung werden Umfragen durchgeführt, mit denen sich feststellen läßt, ob die Interessen der Anwender genau getroffen wurden. Entsprechendes gilt für Managementkreis-Tagungen, zu denen rund 150 Anwender kommen.

Die Interessen der Anwender sind bei der Struktur unserer Arbeitskreise berücksichtigt. Es gibt Arbeitskreise für BS2000, Rechenzentrum, DB/DC-Systeme, Software-Entwicklung, SAP-Software, kommerzielle beziehungsweise technische Industriesoftware etc.

Die Anwender sind vorrangig an Siemens- beziehungsweise Siemens-Nixdorf-Themen interessiert, doch es wird auch über Produkte diskutiert, die nicht aus diesem Hause stammen und die mitunter in Konkurrenz zu den Produkten stehen.

Auch allgemeine Themen, wie Informationsmanagement, CIM-Konzepte, offene Systeme oder Projektmanagement werden thematisiert.

Das anteilige Investitionsvolumen der Save-Mitglieder an der insgesamt installierten Siemens-Nixdorf-Informationstechnik in Deutschland wird auf etwa 40 Prozent geschätzt. Anregungen und Forderungen dieser Anwender stoßen daher auf eine große Resonanz beim Hersteller. Mitarbeiter von Siemens-Nixdorf haben bis zur obersten Vorstandsebene ein offenes Ohr für die Belange von Save-Mitgliedern. Sie unterstreichen dies durch die Teilnahme an den Veranstaltungen und durch Publikationen in Save-Organen.

Methodisch verfolgt Save verschiedene Wege zur Vermittlung zwischen Anwenderinteressen und Hersteller. Von den Arbeitskreisen werden Entwicklungsanträge gestellt, die vom Hersteller systematisch und mit höchster Priorität bearbeitet werden. In jeder Managementkreis-Tagung werden Fragen, die Anwender vorher schriftlich über den Save-Vorstand eingereicht haben, beantwortet. In Strategiegesprächen zwischen Save-Kommissionen und Mitarbeitern des Herstellers werden Forderungen formuliert und besprochen. Auf Wunsch stellt die Save-Geschäftsstelle die Verbindung zwischen einem Anwender und dem entsprechenden Fachbereich des Herstellers her.

Hans-Peter Nickenig, Neutrale (herstellerunabhängige) Informationsverarbeitungs-Benutzer Gruppe e.V., (Nibeg), Nordhorn (ehemals Nixdorf-Benutzergruppe)

Die Nibeg ist heute eine herstellerunabhängige Anwendervereinigung. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, mittelständische DV-Anwender zu vertreten, die zukunftsorientiert denken und sich für Themen wie offene Systeme oder Client-Server-Konzepte einsetzen. Wir ermitteln die aktuellen Interessen unserer Anwender auf mindestens zwei Fachtagungen jährlich im Rahmen des Tagesordnungspunktes "Nibeg-Hearing". Außerdem nehmen wir aktuelle Interessen in die Tagungsunterlagen auf. Eine regelmäßige Abfrage erfolgt zudem über den Nibeg-Infodienst (Nibeg Newsy) im Direkt-Mailing-Verfahren an Mitglieder und Fachtagungsteilnehmer.

Unsere Mitglieder sind besonders an Produktstrategien in den Bereichen Hardware, Betriebssysteme, Anwendungssoftware und Entwicklungs-Tools interessiert. Auch die Themen Support, Wartung, Weiterentwicklung und Reaktionszeit sind gefragt.

Die grundsätzliche Ausrichtung unseres Vereins orientiert sich an einer herstellerunabhängigen, offenen Systemwelt innerhalb einer Client-Server-Architektur. In diesem Rahmen werden Themen wie Hardware-Architekturen, Betriebssysteme, Benutzeroberflächen, Datenbank und Datenkommunikationssysteme, 4GL-Sprachen, Standardsoftware, Netzwerke, Transportsysteme, Verkabelungssysteme, technischer Support, Softwaresupport, Vertragsrecht und globale Strategien diskutiert.

Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit einer Reihe von Themen und erstellen je nach Bedürfnissen Anforderungsprofile. Sowohl von Beirat und Vorstand der Nibeg als auch auf Fachtagungen werden die Ergebnisse veröffentlicht und diskutiert.

Die Fragestellungen werden anschließend gebündelt an die Hersteller übermittelt - entweder während der Fachtagung oder danach in schriftlicher Form als Entwicklungsantrag. Die Hersteller antworten in der Regel auf unsere Anfragen, oder sie nutzen unsere Fachtagungen als Informationsplattformen für Mitteilungen. Zudem finden direkte Gespräche zwischen Nibeg-Vorstand und -Beirat auf der einen und den Herstellern auf der anderen Seite statt.

Rüdiger Podlech, Wang Anwender Forum e.V., Neu-Isenburg bei Frankfurt (neue Gruppierung der Wang-Anwender)

In unseren Arbeitskreisen Hardware/Netzwerke und Anwendungen, die sich regelmäßig treffen, werden die aktuellen Interessen, Probleme und Fragen unserer Mitglieder aufgenommen, diskutiert und gegebenenfalls an den Hersteller weitergeleitet.

Weil unser Forum erst seit April dieses Jahres besteht, gibt es noch keine Routine und kein methodisches Vorgehen.

Die Themen in unseren Veranstaltungen, Telefonaten und Arbeitskreisen beschäftigen sich mit Fragen, die - derzeit natürlich aktuell - die Lage unseres Herstellers Wang betreffen. Diskutiert werden aber sowohl Themen, die sich ausschließlich auf Wang-Produkte beziehen, als auch solche, die darüber hinausgehen und in der DV-Branche diskutiert werden. Relevant sind derzeit die Themen

- Zukunft unseres Herstellers,

- Kooperation zwischen Wang und IBM,

- Arbeitsplatz und Serverkonzepte,

- Netzwerkkonzepte,

- Wirtschaftlichkeit von Bürokommunikations-Systemen,

- Unternehmenskommunikation und Postdienste.

In regelmäßigen Gesprächen zwischen unserem Vorstand und der deutschen Wang-Geschäftsleitung werden die akuten Probleme diskutiert und teilweise schon auf dieser Ebene gelöst. Ein Vertreter des Unternehmens ist entsprechend unserer Satzung in der Regel Gast bei den Vorstandssitzungen und leitet Probleme an die entsprechenden Stellen des Hauses weiter. Wir achten darauf, daß diese Dinge erledigt werden. Weil wir als Anwendervertretung erst seit kurzer Zeit existieren, hat sich auch für Weiterleitung und Rückkopplung der Informationen noch keine Routine eingestellt.

Walter Voß, Norsk-Data-Nutzer Interessengemeinschaft e.V., Bielefeld (neu gegründet)

Wir ermitteln die aktuellen Interessen der Norsk-Data-Anwender durch Tagungen der von uns gebildeten Arbeitskreise, die sich jeweils mit bestimmten Themen beschäftigen. In der Hauptsache geht es dabei um Bereiche, die mit dem vorhandenen Equipment und der Software von Norsk Data zusammenhängen; allerdings werden auch einige übergreifende Themen behandelt. Interesse finden unter anderem

- Technovision (mechanische Software),

- Varcad-E (ELT-Software),

- Bürokommunikation,

- NC-Schnittstellen,

- 3D-CAD, Freiformflächen,

- Datenaustausch über Iges, VDAFS und DXF,

- CIM, Schnittstellen, Integration,

- Hardware, Systemkonfiguration, Datensicherung,

- Unix, Netzwerke, Datenbanken.

Wir vertreten die Interessen der Anwender vor dem Hersteller, indem wir regelmäßige Gespräche mit ihm führen. Bisher hat sich der Hersteller nur sehr schleppend mit unseren Forderungen auseinandergesetzt. Wir gehen davon aus, daß sich dies ändern wird, nachdem wir uns von einer losen Anwendergruppe zu einem eingetragenen Verein umstrukturiert haben.

Helmut Schramke, Interessenverein für Nixdorf-DV-Anwender e.V. (INA), München (Anwender der 8870-Systeme von Siemens-Nixdorf)

Unmethodisch ergeben sich bei uns aus der Diskussion während der Veranstaltung die Themen für die nächste. Die ausgewählten Bereiche sind nicht auf einen einzigen Hersteller bezogen. Es geht um die Umstellung von Hardware und Software sowie um die Übernahme von Daten auf andere Systeme. Relevante Themen sind Migration, Portierung, technische Probleme, die rechtliche Situation sowie Fragen zu Wartung und Pflege.

Die INA sieht ihre Aufgabe darin, den Anwendern Angebote und Zusagen seitens der Hersteller transparent darzustellen. Wir wollen die Erfahrungen einzelner Anwender allen Mitgliedern zur Verfügung stellen. Wir haben noch zu wenig Erfahrung, um beurteilen zu können, wie sich der Hersteller mit den Anregungen und Forderungen der INA auseinandersetzt.

Uwe Ullmann, LAN-Manager Forum e.V. (Anwender des von Microsoft lizenzierten Netzwerk-Betriebssystems "LAN-Manager")

Derzeit ermitteln wir noch nicht regelmäßig die aktuellen Interessen der LAN-Manager-Benutzer, weil unser Verein erst seit kurzer Zeit existiert. Trotzdem stehen wir mit unseren Mitgliedern in ständigem Kontakt. Die jeweils aktuellen Themen auf Anwenderveranstaltungen diktiert der Markt. Unser Marktwissen ergibt sich aus den beruflichen Aufgaben der Vorstandsmitglieder, die aus den Bereichen Hersteller, Distribution, Systemhaus kommen (weniger Endkunden).

Relevante Themen sind der LAN-Manager 2.0, Protokolle zum LAN-Manager (zum Beispiel der Firmen DEC, 3Com, Ungermann Bass), Zusatzdienste zum LAN-Manager, Interconnectivity-Problematik, OS/2-Entwicklungstendenzen, Client-Server-Konzept, Weiterentwicklung des LAN-Managers 2.0 von Microsoft und IBM, Erfahrungsaustausch durch Projektrealisation, LAN-Manager X von Hewlett-Packard, Pathworks von DEC etc.

Es wäre vermessen zu glauben, daß sich so groß amerikanische Unternehmen wie Microsoft, 3Com oder Hewlett-Packard an den Interessen einzelner deutscher Anwender orientieren. Trotzdem werden häufig geäußerte Anwenderwünsche, deren Realisation einen wesentlich besseren Markterfolg des Produktes erwarten läßt, durch Kontaktpflege - zum Beispiel durch Schriftverkehr, Telefonate, Besuchstermine, Messen oder Workshops - an den Hersteller weitergegeben.