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01.12.1978

"Unkoordiniertes Distributed Processing führt zum Chaos"

Mit Unternehmensberater Einar Scholz sprach Dieter Eckbauer

- Herr Scholz, Sie sind koordinierender Autor des Systems "EDV-Check", das komprimiertes EDV-Wissen in acht handlichen Bänden enthalten soll. Gibt es nicht schon genug derartige Wälzer auf dem Markt?

Nein, denn dieses System ist anders gestrickt: "EDV-Check" ist ein System zur Rationalisierung, zur Analyse und zur Unterstützung aller methodischen Problemkreise der EDV-Organisation. Es besteht im Prinzip aus einem Checklistensystem mit etwa 4300 Punkten, derzeit eingeteilt in 24 Modulbereiche. Zu Jedem dieser Checklistenpunkte gibt es eine ausführliche Benutzerdokumentation von zur Zeit rund 3000 DIN-A4-Seiten, und das ganze System wird durch ein EDV-gestütztes Register unterstützt, so daß der Benutzer den sofortigen Zugriff zu den jeweiligen

Informationen hat.

- Heißt das, wer dieses Checklistensystem einsetzt, kann alles, was er bisher in Sachen Methoden-Dokumentation gemacht hat, in den Papierkorb werfen?

Nein, keinesfalls. Denn gerade unsere Methoden bieten einen guten Ansatz dafür, daß der EDV-Leiter seine bestehenden Verfahren überprüfen kann, ob sie nämlich den Anforderungen eines solchen Systems - etwa der Projektprogramm- und RZ-Dokumentation - Rechnung tragen. Es ist also keineswegs davon auszugehen, daß ein EDV-Benutzer seine eigenen Methoden auf den Misthaufen wirft - das wäre natürlich heller Wahnsinn.

- Nun kranken eigentlich alle Nachschlagewerke daran, daß sie einen gewissen Horror vermitteln - allein schon durch den Umfang, den sie haben.

Das ist tatsächlich ein großes Problem eines jeden Dokumentationssystems. Wir sind diese Problematik so angegangen, daß unser eigenes Dokumentationssystem aus 32 Seiten Check-Blättern besteht, die dann entsprechend der jeweiligen individuellen Problemstellung angepaßt werden. Das heißt: Unser Arbeitssystem unterstützt Projekte von der Gestaltung eines Einmalprogrammes mit einem Aufwand von zwei Arbeitsstunden bis zu Projekten mit einer Größenordnung von theoretisch etwa 100 Mannjahren, indem über eine sehr flexible Checklisten-Organisation alle relevanten Problemkreise zu diesem entsprechenden Problem herausgezogen werden können. Zusätzlich ist dieses Dokumentationssystem mit einem eigenen EDV-gestützten Register in mehreren Sortierungen ausgestattet, so daß einmal alphabetmäßig alle Informationen herausselektiert werden können und andererseits ein EDV-gestütztes Inhaltsverzeichnis gegeben wird, das dem Benutzer größtmögliche Flexibilität beim Auffinden bestimmter Informationen ermöglicht.

- Was bekommt der Anwender? Bekommt er zum Beispiel auch detaillierte Beschreibungen, wie er sich im einzelnen zu verhalten hat?

Zunächst bietet "EDV-Check" alle wesentlichen Informationen darüber, was bei einem bestimmten methodischen Problem in Organisation und EDV zu berücksichtigen ist. Darüber hinaus gibt es heute bereits ein Subsystem, das eine sogenannte Wie-Organisation bringt. Wir streben an, im Rahmen der Systemwartung ein eigenes Formular-Subsystem zu entwickeln, das alle wesentlichen Formularvorschläge auf dem Sektor der Rechenzentrumsorganisation und der allgemeinen Problematik der EDV-Organisation bieten wird.

- Ein derartiges System steht und fällt mit den Autoren, die sich durch Sachkenntnis legitimiert haben müssen. Denn es muß gewährleistet sein, daß der Benutzer den "State of the art" der Methodenlehre präsentiert bekommt.

Man kann von sich natürlich nicht immer behaupten, man wäre der Beste. Wir haben jedoch während der Entwicklungszeit mit einer Unzahl von Firmen und EDV-Leitern im Rahmen von Seminaren, Tagungen, Besprechungen und allen möglichen Kolloquien diskutiert, Lösungsansätze erarbeitet, diese Lösungsansätze getestet und abgestimmt, so daß wir also heute sagen können, dieses System befindet sich auf dem neuesten Stand - es sind nach bestem Wissen und Gewissen alle Praxismethoden hineingenommen worden, die täglich gebraucht werden.

- Gerade bei Dokumentationssystemen klaffen Wunsch und Wirklichkeit oft sehr weit auseinander, und das was bisher realisiert wurde, kann beim besten Willen nicht als vorbildlich bezeichnet werden.

Das ist an sich nicht verwunderlich denn viele Anbieter haben nur nach der Möglichkeit gesucht, mit einzelnen Ideen schnell viel Geld zu verdienen. Wir sind immer von der Idee getragen worden, daß der Benutzer unsere Systeme auch tatsächlich benutzen kann.

- Nehmen wir einen Fall aus dem EDV-Leben: Ein DOS-Anwender hat an seiner 145 ein paar Terminals zuviel dran hängen, das schafft Durchsatzprobleme. Bekommt er nur gesagt, was er falsch gemacht hat, oder bekommt er eine echte Lebenshilfe geliefert in dieser konkreten Situation?

Ich würde sagen, der EDV-Benutzer bekommt zu allen möglichen Problemkreisen jede Menge an Lebenshilfen. Er könnte etwa vor dem Problem stehen daß es sinnvoll wäre, statt einer 145 vielleicht zwei 138 zu nehmen. Oder er will auf ein größeres System umsteigen, er will Online-Programmierung einführen, einen TP-Betrieb aufbauen oder Datenbanken einführen: All dies sind methodische Problemkreise, die selektiv nach den einzelnen jeweiligen Problemkreisen vom EDV-Chef angegangen werden können. Zu den einzelnen Problemkreisen findet er eine Vielzahl von Stichworten im System- oder Alphabet-Register, mit dessen Hilfe er sich in die Checklisten und die Textdokumentation sehr rasch und gezielt einarbeiten kann, so daß er wesentlich schneller - und vor allen Dingen gestützt auf abgesicherte Erfahrung - das Problem lösen kann.

- Nun stellt jedes methodische Problem für den einzelnen Betrieb ein Eimnalproblem dar . . .

. . . trotzdem wird jeder EDV-Benutzer eigentlich immer dieselben Kinderkrankheiten bei der Entwicklung neuer Methoden durchmachen.

- Ist "EDV-Check" also doch so etwas wie ein schlechtes Gewissen des EDV-Leiters in Listenform?

Ich würde es nicht als schlechtes Gewissen bezeichnen. Ich würde es als eine aktive Hilfestellung für den EDV-Chef bezeichnen.

Es ist klar, daß sehr viele EDV-Chefs einfach ein schlechtes Gewissen haben müssen. Aber sie sind ja in den meisten Fällen nicht selbst schuld dran, sie werden durch die Fachbereiche und das Management geradezu dahin getrieben, daß sie ausschließlich für die Fachbereiche selbst arbeiten müssen. Sie haben gar nicht die Zeit, neue Methoden und Verfahren mit hinreichender Genauigkeit testen zu können. Man läßt ihnen gar nicht die Chance. Sie sind also darauf angewiesen, daß sie von den Erfahrungen anderer profitieren, um die Fehler anderer vermeiden zu können.

- Zurück zur Akzeptanzfrage: Die Praxis hat doch gezeigt, daß die reine Methodenlehre ein ungeliebtes Kind des EDV-Leiters ist.

Es ist sicherlich richtig, daß man gegenüber Methodenlehren sehr skeptisch eingestellt ist, weil diese Methoden ja leider in vielen Fällen von Theoretikern entwickelt worden sind, die nicht das Problem hatten, daß sie sich über Jahre in einem einzigen Unternehmen mit diesen Methoden auch tatsächlich identifizieren mußten. Das ist einer der größten Nachteile vieler Methoden auf dem Organisations- und EDV-Sektor Aber letztlich muß der EDV-Leiter sehr kritisch beurteilen, ob einzelne Vorschläge für seinen individuellen Bereich tatsächlich eingeführt werden können oder ob es betriebsindividuelle Punkte gibt, die das eben nicht für ratsam erscheinen lassen.

- Ein IBM-Benutzer, der vor drei Jahren Checklisten verwendete, hat andere verwendet, als sie heute erforderlich sind. Das zeigt, wie schnell sich die Dinge In der Datenverarbeitung ändern. Beispiel "Distributed Processing": Welchen Wert haben da pauschale Empfehlungen ?

Die Geschäftsleitung kann vielleicht erstmalig eine wohlfundierte Entscheidung zu diesem Problemkreis treffen. Denn so weit sollte die Geschäftsleitung schon informiert sein, daß "Distributed Processing" zwar sehr schön sein kann, daß aber unkoordiniertes "Distributed Processing" todsicher zum Chaos führen wird. Das wird zwar von der EDV her verstanden, aber von den Fachbereichen her sieht man diese Geschichte leider immer noch nicht ein. Man sieht nur, daß man sehr rasch zu einer eigenen Lösung kommen will, und negiert dabei die Probleme der Datenkommunikation und der Kompatibilität der einzelnen Anwendungen. Man setzt sich darüber hinweg, installiert einfach einen neuen Computer, und schon hat man gewisse Tatbestände geschaffen, mit denen dann die EDV und die Fachbereiche leben müssen. Das kann mit "EDV-Check" vermieden werden, wenn man die Tips und Erfahrungen und Vorschläge entsprechend berücksichtigt - und die Entscheidungsträger sich daran auch in irgendeiner Form halten.

Was ist EDV-Check?

"EDV-Check" ist ein modular aufgebautes Nachschlagewerk für Führungskräfte, Organisations- und EDV-Leiter Datenschutzbeauftragte, Revisoren, Unternehmensberater und EDV-Nachwuchskräfte. Es enthält - so die Autoren - "komprimiertes EDV- und Organisations-Wissen für Methodik, Rationalisierung, Analyse, Konzept, Planung und Durchführung"- ein Checklisten-Kompendium in acht Bänden.

Die Vertriebsrechte für die Bundesrepublik hat die Firma Infosoft, 8502 Weiherhof/Zirndorf. Verantwortlich für die Systemwartung ist die Scholz Unternehmensberatung GmbH, Krefeld, deren Geschäftsführer Einar Scholz "EDV-Check" mitverfaßt hat.

"EDV-Check" kostet in Einmallizenz 4800 Mark; die Monatsmiete (Basis 36 Monate) beträgt 150 Mark.