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05.01.1984 - 

Wettbewerb in der DV-Branche dürfte 1984 eher noch härter werden:

Unruhe durch IBM-Ankündigungen im Mini-Markt

LEIMEN (hr) - Die DV-Branche kennzeichnet nach Ansicht von Dean Witter Reynolds derzeit Insbesondere im Bereich der Minicomputer eine übertriebene Hektik. Diese sei durch verschiedene Strömungen ausgelöst worden, die sich teils überlagern, teils bekämpfen.

Es handelt sich dabei um:

1) den Einfluß, der von einer ganzen Reihe neuer IBM-Produkte für den mittleren und unteren Leistungsbereich ausgeht. Die neuen Rechner eröffnen den Benutzern erweiterte Möglichkeiten und dies insbesondere in traditionellen Bereichen anderer Hersteller.

2) das stetige aber unregelmäßige Ansteigen der Nachfrage nach professionellen Kleinrechnern als Ergebnis der Ankündigung von fünf verschiedenen Versionen des IBM-PC. Der DV-Gigant habe die

"Peanuts" nicht nur hoffähig gemacht, er sorge durch eine breite Palette verschiedener Versionen und Funktionen auch für eine ständige "Umorientierung" der Nachfrageströme.

3) das stark verspätete Erscheinen der neuen VAX-Rechner von Digital Equipment. Diese Superminicomputer, die schon seit geraumer Zeit von der Fachwelt erwartet Endbenutzer verfügbar. DEC bemüht sich verstärkt um Kunden, die wegen der langen Wartezeiten schon abspringen wollten.

4) die Anpassung der Produktlinie von Data General an neueste DV-Technologien. Das Unternehmen betreibe ein sehr aggressives Marketing, um zusätzlich zum OEM-Markt auch große Endbenutzer-Kunden gewinnen zu können.

5) die Überflutung des Marktes mit immer neuen Mikroprozessor-gesteuerten Geräten und Komponenten. Der Angebotsüberhang bei Zulieferanten und Peripherie-Herstellern übe konstant Druck auf die Preise aus und verschaffe den großen Computer-Produzenten eine recht starke Position. In Wall-Street-Kreisen geht man davon aus, daß demnächst eine ganze Reihe von Marginalunternehmen aus dem Zulieferbereich vom Markt verschwinden werden.

6) neue Netzwerksysteme und automatische Kommunikationseinrichtungen. Sie erlauben den Zugang zu Datenbanken, die bisher ausschließlich von IBM-Mainframes "gehütet" wurden.

Dean Witter geht davon aus, daß der Kampf um Marktanteile noch gar nicht so richtig begonnen hat und daß es 1984 zu einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbes kommen wird. Dabei würden die Aktien der wichtigsten Konkurrenten in der Regel gut abschneiden. Der Broker empfiehlt den Kauf von IBM-Werten wegen ihrer langfristigen Gewinnchancen und von Honeywell-Aktien wegen ihrer besonders starken zyklischen Reagibilität. Data General und NCR reagierten ebenfalls - wenn auch weniger stark als Honeywell - auf zyklische Entwicklungen an der Börse. Für mittelfristig ausgelegte Anlagestrategien empfehle es sich daher, Engagements in diesen Papieren beizubehalten und zusätzliche Käufe zu tätigen. Prime Computer und Burroughs werden vom Broker als sogenannte "Turnaround"-Kandidaten eingestuft. Auch hier lautet seine Empfehlung: abwarten und zukaufen.