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18.09.1998 - 

Interview

"Unsere Konkurrenten heißen CA und Tivoli"

CW: Ihr Unternehmen sucht den Weg ins System-Management. Ist Ihnen das Kerngeschäft mit Antiviren-Software langweilig geworden?

Larson: Nein. Mir geht es um Wachstum. Firewalls, Anti-Hakker-Software und Verschlüsselung sind natürliche Ergänzungen für unsere Sicherheitsprodukte und helfen uns auf dem Weg zur Fünf-Milliarden-Dollar-Company. Momentan sind wir bei 950 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.

CW: Warum kaufen Sie mit Dr. Solomon einen Antivirus-Spezialisten, obwohl Sie bereits entsprechende Techniken im Haus haben?

Larson: Antivirus-Lösungen bringen uns ungefähr die Hälfte des Umsatzes. Der Kauf von Dr. Solomon verschafft uns Kunden, an die wir weitere Sicherheitsprodukte verkaufen können. Zwar ist der klassische Antiviren-Markt am Desktop einträglich, wirklich lukrativ wird das Geschäft aber erst auf Server-Ebene. Wir sehen unsere Chance darin, den 60 Millionen PC-Usern einen Upgrade-Pfad für Sicherheits-Tools vom Desktop zum Server zu bieten.

CW: Woher kommt der von Ihnen prognostizierte Bedarf nach Antiviren-Software am Server?

Larson: Vom Internet. Viel stärker noch, als Flugzeuge biologische Viren in der Welt verbreiten, verteilt das Web die Computerviren. Diese müssen bereits beim Eintritt ins Unternehmen, also am Server, abgefangen werden.

CW: Sind die Probleme auf Server-Seite anders als bei den Clients?

Larson: Die Datenaufkommen am Gateway-Rechner sind in großen Unternehmen enorm. Hier besteht die Herausforderung darin, die Performance nicht zu verlieren, wenn man jede Datei öffnet und nach Viren durchsucht. Dafür brauchen wir zusätzliche Hardware.

CW: Plant Symantec nicht ähnliches?

Larson: Symantec kopiert uns ständig. Aber das Unternehmen hat keine Unix-Technik, und NT kommt in den Hochleistungs-Servern noch kaum zum Einsatz. Generell hat das Unternehmen das Scheitern seiner Ambitionen für Netz-Management bereits eingestanden und die entsprechenden Techniken verkauft.

CW: Ihr Konkurrent sagt voraus, daß es Network Associates nicht anders gehen wird. Ihre Firma würde sich bei dem Bemühen verzetteln und möglicherweise finanziell übernehmen, eine Komplettlösung für Netz-Management zusammenzustellen. Außerdem sei dieser Markt längst besetzt.

Larson: Wer sich hier verzettelt, das ist Symantec. Dort gibt es so verschiedene Produkte wie Desktop-Tools, Antiviren-Software, die Act-Datenbank und die Entwicklungsumgebung "Visual Café". Wir haben zwar auch mehrere Produkte, die aber immer auf den gleichen Kunden in der DV-Abteilung zielen. Wir konzentrieren uns auf Netzwerk-Sicherheit und Management-Lösungen in Großunternehmen. Unsere Konkurrenten heißen Computer Associates und Tivoli.

CW: Was machen Sie besser als CA?

Larson: CA-Unicenter sagt den Administratoren, wo ein Fehler ist. Automatismen zur Behebung gibt es so gut wie keine. Wenn jemand versucht, unerlaubt in ein mit unseren Tools geschütztes Firmennetz einzudringen, wird die Firewall von dem zuständigen Tool verständigt und die Nachricht an den Helpdesk weitergeleitet, der ein sogenanntes "Troubleticket" ausstellt, aufgrund dessen in der Datenbank eine Lösung gesucht werden kann. Im Bedarfsfall wird der zuständige Systemadministrator verständigt.

CW: Wären Ihre Produkte nicht eine gute Ergänzung für das CA-Portfolio?

Larson: Ja, wenn wir scheitern, dann wird uns CA wahrscheinlich kaufen. Aber wir sind teuer. Es würde sie mindestens neun bis zehn Milliarden Dollar kosten.

CW: Großunternehmen haben bereits für viel Geld Tivolis TME (Tivoli Management Environment), CA-Unicenter oder HP Openview im Einsatz. Müssen Sie da nicht eher kooperieren als konkurrieren, um einen Fuß in die Tür zu bekommen?

Larson: Wir können mit diesen Systemen zusammenarbeiten. Die Kunden werden sie nicht wegwerfen, aber dort geht es nicht um Desktop-Management. Das ist die Aufgabe, die wir besser und preisgünstiger erledigen wollen als die Konkurrenten. Ich denke, es wird für jede Systemplattform eine Konsole geben: eine für Mainframes, eine für Unix und unsere für Windows NT.

(Mehr zu Network Associates auf Seite 17)