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02.07.1999 - 

Interview

"Unsere Lizenzpolitik wird aggressiver"

Mit Robin Abrams, President der Palm-Computing-Division bei 3Com, sprach Michael Vizard von der CW-Schwesterzeit-schrift "Infoworld"

CW: Was macht die Palm-PCs zu einer glaubwürdigen Plattform für Unternehmensanwendungen?

ABRAMS: Unser Ziel war von Anfang an, mit den Geräten Profianwender anzusprechen und über sie in die Unternehmen zu kommen. Man könnte sagen, daß die Handheld-PCs durch die Hintertür in die Unternehmen gelangten. Wir glauben aber, daß die Geräte ab einem bestimmten Zeitpunkt auch durch die Vordertür ins Unternehmensgeschäft eintreten werden. Wir haben deshalb Beziehungen zu Softwareherstellern wie zum Beispiel SAP, Oracle oder Remedy geknüpft. Man sollte außerdem bedenken, daß der Löwenanteil der Unternehmensdaten in Nicht-Microsoft-Datenbanken untergebracht ist. Ferner haben wir die Basis unserer Plattform ausgebaut. Ich glaube, es gibt mittlerweile acht Lizenznehmer; vier oder fünf von ihnen bringen bereits Produkte heraus. Das bedeutet, daß es Clones geben und daß unser Betriebssystem verschiedene Formfaktoren unterstützen wird.

CW: Wie organisieren Sie diesen Prozeß?

ABRAMS: Wir haben uns entschieden, im Lizenzgeschäft sehr aggressiv zu agieren. Wir haben erkannt, daß es notwendig ist, unsere Entwicklungsorganisation in eine Gruppe aus Betriebssystem-Entwicklern und eine Gruppe mit Hardware-Entwicklern aufzuteilen. Zukünftig wird alle sechs Monate eine neue Version unseres Palm-OS herauskommen.

CW: Bedeutet das auch, daß es Palm-Notebooks geben wird?

ABRAMS: Ich weiß nicht, wie groß neue Geräte sein werden. Es werden jedoch bestimmt neue Ideen von den Lizenznehmern kommen.

CW: Eines der Probleme für die DV-Verantwortlichen ist das Daten-Management. Wird sich der Trend zu den Handheld-PCs in irgendeiner Weise von dem Chaos unterscheiden, das die PC-Revolution verursachte?

ABRAMS: Die Situation heute ist anders. 3Com hat ein Kundenberatungsgremium aus 40 Chief Information Officers (CIOs) eingerichtet. Als damals die Leute ihre ersten PCs und Notebooks besaßen, war es bereits zu spät, etwas Ähnliches zu etablieren.

CW: Wie gehen Sie mit den Sicherheitsbedenken vieler Anwender um?

ABRAMS: Die Geräte erfüllen bereits einen gewissen Level, was die Sicherheit und den Paßwortschutz anbelangt. Außerdem werden wir mit anderen Unternehmen weiter an höheren Sicherheitsstandards arbeiten. Die interessanten Dinge für uns als Hersteller sind: Wie sehen die Sicherheitsanforderungen aus, wie integriert man sie in unsere Geräte, hat man genug Anwendungsspielraum, und hat das Ganze keine negativen Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterien?

CW: Gibt es Anwender, die Transaktionen über die Geräte abwickeln?

ABRAMS: Ich denke, das ist für jemanden, der ständig unterwegs ist, sehr sinnvoll. Wir bekommen Anrufe von Leuten, die ein leistungsfähigeres Transaktionssystem in den Geräten wollen als bisher. Und ich bin mir sicher, daß so etwas auch kommen wird.

CW: Glauben Sie, daß die Verantwortlichen schon begreifen, welche Auswirkungen Handhelds auf die DV-Strukturen haben werden?

ABRAMS: Viele Unternehmen können noch nicht absehen, was die neuen mobilen Geräte bedeuten; zum Beispiel für die Geschäftsdynamik, die Transaktionen und dafür, was der Kunde an Serviceleistungen erwartet.

CW: 3Com hat kürzlich eine Java-Allianz mit Sun vereinbart. Welche Folgen wird das haben?

ABRAMS: Java erweitert unsere Plattform. Außerdem bekommen wir zu den 19000 Software-Entwicklern weitere 1,7 Millionen dazu. Java war berüchtigt dafür, daß es auf unseren Geräten nicht funktionierte. Diese Zeit ist nun vorüber.

CW: Wie werden Telefone und Handhelds zusammenwachsen?

ABRAMS: Wir haben bereits eine Zwei-Teile-Lösung vorgestellt. Außerdem gibt es Beziehungen zu Alcatel, Qualcomm und Motorola. Auch andere Firmen sprechen mit uns darüber, das Palm-Betriebssystem zu übernehmen. Interessant ist, daß sich das Kundenverhalten in den USA und Europa unterscheidet. Ich rechne mit einem Zusammenwachsen von Palm und Telefon in Europa und wahrscheinlich auch in Japan. In den Vereinigten Staaten gibt es keine Anzeichen dafür. In den vergangenen sechs Monaten haben wir in Europa ein steigendes Wachstum für Smartphones und ähnliche Geräte beobachtet.