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21.06.2002 - 

CW-Gespräch mit CSC-Ploenzke-Chef Peter Strabel

"Unsere Strategie ist schlüssig"

Querelen im Management, durchwachsene Bilanzen: Die CSC Ploenzke AG hat zwei turbulente Jahre hinter sich. Jetzt lesen sich die Zahlen wieder besser, und mit der Aussicht auf einen Großauftrag der Bundeswehr hat der IT-Dienstleister wieder Oberwasser. Mit dem Vorstandschef Peter Strabel sprachen die CW-Redakteure Gerhard Holzwart und Christoph Witte.

CW: Nicht unbedingt für Insider, aber für eine größere Öffentlichkeit war es schon eine Überraschung: Das Konsortium "Isic 21", an dem neben Mobilcom und dem Rüstungskonzern EADS Ihr Unternehmen beteiligt ist, hat das Ranking für das "Herkules"-Projekt der Bundeswehr gewonnen. Worauf führen Sie den Erfolg zurück? Schließlich wurden ja mit der Gruppe aus IBM Global Services, Siemens Business Services (SBS) und T-Systems alles andere als No-Name-Companies aus dem Rennen geworfen.

Strabel: Zunächst freuen wir uns, denn wir sind ja von einer Außenseiter-Position gestartet. Dass wir jetzt die andere Gruppe im Anbieter-Ranking fachlich hinter uns gelassen haben, spricht für sich und unser Konzept. Wir sollten jetzt aber in Ruhe die weiteren konkreten Gespräche abwarten. Noch ist nichts definitiv entschieden.

CW: Könnte es Ihrer Ansicht nach noch zu gravierenden Problemen kommen, die die Verhandlungen zum Scheitern bringen? Vor allen Dingen gibt es Spekulationen aufgrund der nach wie vor ungewissen Zukunft ihres Konsortialpartners Mobilcom. Welche Konsequenzen würde das für CSC Ploenzke bringen?

Strabel: Die Ranking-Entscheidung bedeutet, dass das Verfahren jetzt nur noch mit unserem Konsortium weitergeführt wird. Wir gehen davon aus, dass wir zu einer Einigung kommen.

CW: Noch einmal zu Mobilcom. Fühlen Sie sich noch wohl mit einem Partner, der seit Wochen negative Schlagzeilen produziert?

Strabel: Natürlich sind die Diskussionen um die Mehrheitsverhältnisse bei Mobilcom zu einem unglücklichen Zeitpunkt aufgekommen. Von der fachlichen Seite her ist Mobilcom ein guter Partner, der flexibel und innovativ ist. Aber wenn die laufenden Diskussionen nicht zu einer Klärung führen und sich daraus Probleme ergeben sollten, wäre es unser Part, ein neues Unternehmen als Partner ins Boot zu holen.

CW: Unterstellen wir einmal, dass Isic 21 definitiv den Zuschlag für Herkules erhält. Können Sie kurz die Arbeitsteilung innerhalb des Konsortiums schildern?

Strabel: CSC Ploenzke hätte als Generalunternehmer die Führung und Verantwortung für das Gesamtprojekt. Von den Aufgaben her läge unser Fokus auf dem Betrieb der gesamten IT-Infrastruktur inklusive der flächendeckenden Einführung und Wartung von SAP. EADS würde die Kernführungsfähigkeit und militärische Kommunikation der Bundeswehr erneuern und sicherstellen, während Mobilcom den Part im Bereich des administrativen Netzes für die Sprach- und Datenkommunikation übernehmen würde.

CW: Dass CSC Ploenzke bei Herkules so gut im Rennen liegt, hat offensichtlich auch damit zu tun, dass man Ihrem Unternehmen nun die Rolle als etablierter Outsourcing-Anbieter abnimmt. Andererseits betonen Sie immer wieder, dass Ihnen Profitabilität wichtiger als Wachstum um jeden Preis sei. Wie passt dies mit der angekündigten Forcierung des Outsourcing-Geschäfts zusammen, das nicht immer das margenträchtigste ist?

Strabel: Wir wären nicht gut beraten, wenn wir nicht dem derzeitigen Trend im Markt Rechnung tragen würden. Angesichts der weltweiten Konjunkturkrise hat das Thema Outsourcing wieder stark angezogen.

CW: Wird denn der Hype, der momentan wieder um das Outsourcing grassiert, nicht überschätzt?

Strabel: Nein. Die Entwicklung ist vor allen Dingen aus den USA getrieben; kurz- und mittelfristig werden eine Reihe großer Deals mit einem Auftragsvolumen von jeweils mindestens 300 Millionen Dollar zu vergeben sein. Wir selbst engagieren uns derzeit bei Ausschreibungen, die - inklusive Herkules - ein Auftragsvolumen von über zehn Milliarden Euro haben. So eine Situation gab es im Markt noch nie.

Was Ihre vorherige Frage nach den angeblich geringen Margen angeht: Wir erzielen derzeit, wenn man den CSC-Konzern insgesamt betrachtet, in den Landesgesellschaften, die einen höheren Anteil des Outsourcing-Geschäfts am Umsatz haben, auch die höheren Renditen. Man darf, wenn man über Outsourcing diskutiert, eben nicht den Fehler begehen, nur die klassische Facette der Infrastruktur-Auslagerung im Blick zu haben. Sondern man muss auch berücksichtigen, dass Dienstleistungen wie Application-Management immer häufiger nachgefragt werden. Zudem fallen bei jedem Outsourcing-Projekt ohne zusätzlichen Vertriebsaufwand Beratungs- und Systemintegrationsleistungen an. Mit anderen Worten: Wenn man richtig kalkuliert, stimmt die Marge.

CW: Dennoch drängt sich die Vermutung auf, dass mittelfristig der Anteil des reinen Beratungsgeschäfts bei CSC Ploenzke deutlich zurückgehen könnte.

Strabel: Nein. Wir gehen von einem weiteren deutlichen Wachstum des Beratungsgeschäfts aus. Wenn sein Anteil am Gesamtumsatz geringer werden wird, dann ausschließlich deshalb, weil das Outsourcing-Geschäft noch deutlich stärker zunehmen dürfte. Wir wollen einen höheren Auftragsbestand und damit mehr Sicherheit in unserem Geschäft. Einen Berater kann man von einem Tag auf den anderen nach Hause schicken, einen Outsourcing-Dienstleister nicht.

CW: Trotzdem: Bedeutet das angesichts der Wurzeln von CSC Ploenzke, die eher im Consulting liegen, nicht eine Art Kulturbruch?

Strabel: Dass es bei dem eingeleiteten Wandel intern hier und da Widerstände gab und dass demzufolge Überzeugungsarbeit geleistet werden musste, ändert nichts an der Schlüssigkeit dieser Strategie. Das gilt übrigens auch für die Forcierung unseres eigenen Produkt- und Lösungsgeschäfts.

CW: Können Sie hier unseren Lesern noch kurz ihre Pläne skizzieren? Mit für das laufende Geschäftsjahr 2003 geplanten Lizenzumsätzen von 36 Millionen Euro ist der Anteil eigener Produkte an den Gesamteinnahmen noch sehr klein...

Strabel: ...aber wichtig, weil wir nur hier überdurchschnittliches Wachstum generieren und unsere Lösungskompetenz beim Kunden untermauern können. Wir werden weiter massiv in den Ausbau unseres Produktportfolios investieren und hier auch unsere Kernaktivitäten, die wir vor allem mit Standardsoftware im Finanzdienstleistungssektor hatten, auf andere Bereiche wie etwa den öffentlichen Dienst ausdehnen.

CW: Wird dies Auswirkungen auf das Verhältnis zu SAP haben? Schließlich ist CSC Ploenzke hierzulande nach wie vor einer der größten SAP-Integratoren.

Strabel: Ich wüsste nicht, wa-rum. Denn was SAP-Lösungen können, werden wir nicht neu erfinden. Im SAP-Umfeld bieten wir additive Lösungen für bestimmte Bereiche an, die SAP nicht abdeckt.