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26.04.2002 - 

PC-Marktkrise und Kartellprozess belasten Prognosen

Unsichere Zeiten für Microsoft

MÜNCHEN (CW) - Trotz der relativ guten Zahlen, die Microsoft für das dritte Quartal 2002 präsentiert hat, gibt sich der Softwareriese eher pessimistisch, was die weitere Entwicklung betrifft.

Den Nettogewinn konnte Microsoft gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um zwölf Prozent von 2,4 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar steigern. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent von 6,4 Milliarden auf 7,25 Milliarden Dollar. Analysten hatten allerdings mit 7,34 Milliarden Dollar gerechnet.

Getrieben wurde das Wachstum in erster Linie vom neuen Betriebssystem Windows XP, das sich Firmenangaben zufolge schneller durchsetzt als die bisherigen Windows-Versionen. So seien bereits 60 Prozent aller im dritten Quartal verkauften PCs mit XP ausgeliefert worden. Insgesamt legte die Betriebssystem-Sparte um elf Prozent zu und steuerte 2,29 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz bei. Obwohl sich die "X-Box" insbesondere in Europa und Japan nicht erwartungsgemäß verkaufte, trug die Spielekonsole ebenfalls zu den höheren Einnahmen bei. Schwach entwickelte sich dagegen das Anwendungsgeschäft, das neben der "Office"-Suite und Client-Server-Lizenzen die Produkte der Great-Plains- und B-Central-Division umfasst. Im Jahresvergleich wuchs dieser Bereich nur um ein Prozent auf 2,44 Milliarden Dollar.

Für das laufende vierte Quartal hat Microsoft eine überraschend zurückhaltende Prognose abgegeben: So soll der Umsatz nur noch zwischen sieben und 7,1 Milliarden Dollar liegen. Analysten waren von 7,6 Milliarden Dollar ausgegangen. Beim Gewinn rechnet der Konzern mit einem Rückgang von 49 Cent im dritten Quartal auf 41 bis 42 Cent pro Aktie.

Ausschlaggebend für die vorsichtigen Schätzungen dürfte neben dem nach wie vor ungeklärten Ausgang des Kartellrechtsverfahrens auch die Tatsache sein, dass es Microsoft nicht gelingt, das schwache PC-Geschäft mit anderen Einnahmequellen zu kompensieren. Die Divisions für Office-Software und Windows sind nach wie vor mit Abstand die stärksten Umsatzbringer. Zu den 13,8 Milliarden Dollar, die das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres eingenommen hat, trugen diese beiden Bereiche 4,6 Milliarden beziehungsweise 4,5 Milliarden Dollar bei. Beim Gewinn sieht die Verteilung nach Einschätzung von Analysten nicht viel anders aus.

Die Lähmung im PC-Markt stellt daher für Microsoft ein wachsendes Problem dar. Vor allem im Firmenkundengeschäft macht sich bemerkbar, dass Rechner nicht mehr wie bisher nach zwei, sondern erst nach drei bis vier Jahren ausgetauscht werden. "Die weltweit sinkenden PC-Absatzzahlen im vergangenen Jahr waren für uns ein Alarmsignal", bestätigt Rogers Weed, Vice President des Windows-Produkt-Managements. Allerdings biete das Privatkundengeschäft noch genug Potenzial. Das Office-Geschäft werde sich zudem dank kürzerer Laufzeiten der Lizenzverträge wieder erholen.

Darüber hinaus will Microsoft im nächsten Geschäftsjahr bis zu 800 Millionen Dollar in den Vertrieb und in neue Geschäftsfelder wie Tablet-PCs sowie Sicherheits- und Speicherprodukte investieren. Diese Ausgaben werden zwar kurzfristig den Gewinn schmälern, auf lange Sicht aber mehr Geld in die Kassen spülen. (sp)