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14.10.1988 - 

Fast jeder zweite Computervertreiber verdient nichts:

Unsicherheit über DV-Vertrieb nach 1992

PARIS (IDG) - "In Europa wird heute täglich ein Computer-Vertriebsunternehmen gegründet, ein anderes macht pleite". Mit dieser plakativen Darstellung schockte Christian Hubeaux, Vertriebsleiter Europa von Hewlett-Packard, die Zuhörer der ersten Gesprächsrunde zum Thema Computervertrieb auf der französischen Computer-Handelsmesse Micro '88.

"Von den 9000 Firmen, die in diesem Markt 1987 zusammen 10 Milliarden Dollar umgesetzt haben, arbeitet fast die Hälfte ohne Gewinn", stellte Hubeaux fest. "Wird die Öffnung des europäischen Marktes für diese Firmen nicht das Aus bedeuten?" Die für 1992 vorgesehene Öffnung der europäischen Wirtschaftsgrenzen fällt mit einer gewissen Sättigung des PC-Marktes zusammen. Nach einer jüngst erschienenen Studie der Marktforschungsfirma Dataquest verfügen dieses Jahr 12 bis 15 Prozent der potentiellen europäischen Kunden über einen Computer, verglichen mit 20 Prozent in den USA. Bis 1992 sollen diese Zahlen auf 40 beziehungsweise 60 Prozent steigen.

Die meisten Aufträge kommen heute von Firmen, die ihre alten Computersysteme auswechseln wollen. Deshalb ist das Wachstum der Anbieter künftig davon abhängig, ob Marktanteile der Mitbewerber erobert werden können. In den französischen, englischen oder Schweizer Markt einzusteigen, ist jedoch relativ teuer im Vergleich zu den Kosten für Marktoffensiven in Spanien, Italien oder anderen südeuropäischen Staaten.

Die größten Probleme, mit denen die Firmen sich bei der Öffnung des europäischen Marktes auseinandersetzen müssen, sind einem in Brüssel tätigen Berater zufolge die Mehrwertsteuer und die Reise- und Arbeitsfreizügigkeit für Personen aus den EG-Staaten. Seiner Ansicht nach müssen Computeranbieter strategische Bündnisse eingehen und sich an einen veränderten Wettbewerb anpassen. Sie müßten zudem ihre Präsenz in der Nähe der Landesgrenzen verstärken, dort, wo die Auswirkungen des vereinten Marktes besonders deutlich spürbar sein würden.

Teilnehmer der Gesprächsrunde sagten, sie bereiten sich auf Firmenzusammenschlüsse und auf Investitionen in anderen Ländern vor. Sie unterstrichen aber auch die Notwendigkeit, daß die Investitionen durch potentielle Profite gerechtfertigt sein müssen. Roger Haddad von der französischen Firma Metrologie sprach sich für die Zusammenarbeit von Firmen aus verschiedenen Ländern aus.