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08.08.2005

Unsichtbare Sicherheit

Sabine Hensold 
Im Jacobi-Medical-Center in New York tragen die Patienten den Zugang zu ihrer Krankengeschichte im RFID-Funkarmband. Ärzte erhalten schnellen Zugriff auf die Daten, und Patienten sind besser geschützt.

Das größte öffentliche Krankenhaus in der New Yorker Bronx, das Jacobi-Medical-Center, stattet Patienten mit einem Papierarmband mit integriertem RFID-Funkchip aus. Auf dem etwa einen halben Quadratmillimeter großen Chip sind der Name, das Aufnahmedatum und die Patientennummer gespeichert. Alle weiteren Patientendaten werden in einer elektronischen Akte auf dem zentralen Datenbank-Server abgelegt.

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Damit die Ärzte und das Pflegepersonal jederzeit Einblick in die Patientendaten haben, sind sie mit digitalen Assistenten (PDAs) oder Tablet-PCs mit RFID-Leser ausgerüstet. Mit den mobilen Geräten erhalten die medizinischen Mitarbeiter über die Patientennummer und ein drahtloses LAN jederzeit Zugriff auf alle Krankendaten wie Anamnese, Diagnosen, Laborberichte, Allergiebefunde und Röntgenaufnahmen. "Damit sind sie sofort im Bild über den Patienten", berichtet Daniel Morreale, Chief Information Officer im Jacobi-Medical-Center. Außerdem kann das Klinikpersonal bereits während der Behandlung über PDA oder Tablet-PC die Patientendaten aktualisieren.

Falsche Medikamentengaben können fatale Wirkungen haben

Auf den internistischen Abteilungen in Deutschland sterben jedes Jahr rund 29 000 Patienten durch falsche Medikamentengabe, so das Ergebnis einer Studie der Medizinischen Hochschule in Hannover. Um dieser Katastrophe entgegenzuwirken, haben sich die Beteiligten im Gesundheitswesen eine höhere Patientensicherheit zum Ziel gesetzt. RFID ist ein möglicher Weg, das Sicherheitsniveau in Kliniken zu heben. Das liegt nicht nur an der zuverlässigen Identifikation per Funk, die eine Verwechslung des Patienten verhindert und eine sichere Zuteilung der Medikamente ermöglicht. Aufgrund der fortlaufenden Aktualisierung der Patientendaten über PDA und Tablet-PC ist auch die Datenhaltung der Klinik immer auf dem aktuellen Stand.

Die Medikamenten- und Dosierungssicherheit steht auch im Vordergrund eines Mitte April gestarteten RFID-Pilotprojekts im Klinikum Saarbrücken. Auf den Funkchips der Patienten sind zusätzlich zu den Grunddaten wichtige Mess- und Laborwerte, die aus dem Krankenhaus-Informations-System (KIS) stammen, gespeichert. Ein Expertenprogramm der saarländischen Firma Rp Doc auf dem Tablet-PC überprüft die vorgeschlagene Medikamentation und Dosierung und warnt bei Gefahren. Fehlbehandlungen lassen sich dadurch vermeiden und unter Umständen sogar Leben retten. Auch die Patienten können dank der Funktechnik ihren Gesundheitszustand jederzeit abfragen. An speziellen Terminals im Aufenthaltsraum erhalten sie Informationen über Blutdruckwerte, diagnostizierte Krankheiten und entsprechende Therapien sowie Behandlungs- oder Entlassungstermine.

Mit Verschlüsselungstechnik die Patientendaten schützen

Bei alledem darf der Datenschutz nicht vernachlässigt werden. Die über die RFID-Chips abrufbaren sensiblen Patientendaten müssen vor unberechtigten Zugriffen und Manipulationen gesichert sein. Im Klinikum Saarbrücken schützt eine ausgeklügelte Verschlüsselungstechnik vor unbefugtem Zugriff. Bis sich die RFID-Chips im Gesundheitswesen auf breiter Front durchsetzen, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Aufgrund der hohen Chippreise, die sich bei 40 bis 50 Cent pro Stück bewegen, ist die Technik von einem Masseneinsatz derzeit noch entfernt. Trotz der anfänglichen Kosten sollte über eine Investition nachgedacht werden. Nichts auf der Welt ist schließlich kostbarer als ein Menschenleben. (ajf)