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Kolumne


09.01.2007 - 

Unterhaltungselektronik als Blaupause für die IT?

Die Zukunft der IT entscheidet sich schon seit langem nicht mehr in den DV-Abteilungen der Unternehmen, sondern in den Wohn- und Kinderzimmern der Privathaushalte. Der Leistungshunger von Spiele-PCs und Konsolen bestimmt den Takt der Prozessorentwicklung. Das Maß benötigter Netzwerkbandbreite bemisst sich nicht mehr nach den Transaktionsanforderungen einer Datenbank, sondern nach der Download-Zeit für ein digitales Video. Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Sicherheit. Erst durch die explosionsartige Zunahme der Surfer im Web und die sich langsam auflösende Trennung von Privat- und Unternehmens-IT wurde Security zum Topthema. Auch der Mobilfunkmarkt hat - einfach wegen der Menge der Nutzer - den Fokus zunächst auf den privaten Nutzer gelegt.

Die Treiber der Entwicklung sind heute also eindeutig die privaten Nutzer. Für die kommerziellen Anwender wird natürlich adaptiert und weiterentwickelt, aber die Hauptanstrengung der IT-Industrie gilt heute dem Endkunden. Bestes Beispiel dafür ist der von IBM entwickelte Cell-Prozessor, der zunächst in Spielekonsolen und dann erst in professionellen Workstations eingesetzt worden ist.

Diese Orientierung der IT-Industrie erklärt auch, warum der Consumer Electronic Show (siehe Seite 5), die diese Woche in Las Vegas stattgefunden hat, so hohe Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Hier hofft jeder, die neuesten Trends zu erkennen, die auch auf den Business-Sektor abstrahlen könnten.

Doch das ist alles andere als einfach. Endverbraucher-Märkte funktionieren einfach anders als die Business-Segmente. Deshalb ist es sehr schwer, Trends für die Unternehmens-IT von den Angeboten für den Endverbraucher abzuleiten. Die Entwicklungen im privaten Bereich sind viel schnelllebiger und weniger vorhersehbar. Dort lassen sich Trends nicht ausrufen - wie das im Business-Sektor zum Beispiel mit SOA funktioniert hat - sie entwickeln sich aus der Beobachtung hipper Communities, Marketingkampagnen großer Hersteller und einer Menge Feedback-Schleifen, die auf Herstellerseite wieder neue Entwicklungsanstrengungen auslösen. Das erinnert nicht umsonst an die Modeindustrie, die gerade für die junge Zielgruppe inzwischen bis zu zwölf neue Kollektionen im Jahr herausbringen muss. Und - um im Bild zu bleiben - die Macher von konservativen Blazern für den Geschäftsmann wissen zwar, dass die grellbunten Klamotten für Teenager Einfluss auf ihr Business haben, sie wissen nur nicht welchen.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.