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Unternehmen ignorieren Folgekosten

16.06.2005
65 Prozent der Firmen in Deutschland berücksichtigen bei der Kalkulation der Kosten für den Personalabbau die verdeckten Ausgaben nicht.

Die Studie der Management-Beratung SKP unter 2800 Personalverantwortlichen wirft kein gutes Licht auf die Trennungsstrategie der Betriebe. Mit dem Personalabbau wollen knapp drei Viertel der Befragten Kosten senken. Für Uwe Kern, Vorstandsvorsitzender von SKP, ist dies jedoch paradox: "Schnelle Erfolge haben offensichtlich Vorrang. Trotzdem werden die durch Personalabbau erzielten Einsparungen nicht erreicht." Nach den eingeplanten Kosten etwa für Abfindungen, Lohnfortzahlungen und Gerichtsprozesse entstünden viele andere aufgrund von Vertrauens- und Identifikationsverlust und Demotivation. Nach einer Gallup-Studie verlieren Unternehmen in Deutschland allein wegen fehlender Motivation der Beschäftigten 226,5 Milliarden Euro jährlich.

Der SKP-Chef fordert neue Controlling-Instrumente, um diese Entwicklung zu bremsen: "Die weichen Faktoren spielen beim Controlling keine Rolle. Sie existieren deshalb nur vage in den Köpfen von Geschäftsführern und Personalleitern." Aus diesem Grund seien sie nicht quantifizierbar. Er warnt: "Unternehmen werden weiter unnötig Geld verlieren, solange keine geeigneten Messinstrumente entwickelt werden."

Das Bild des "Kosten-Eisbergs" ist vielen Personalchefs aus der Fachliteratur bekannt: An der sichtbaren Spitze befinden sich die eingeplanten Ausgaben für Abfindungen, Sozialpläne und Arbeitsgerichtsprozesse. Unterhalb der Oberfläche: Demotivation, Loyalitäts-, Vertrauens- und Know-how-Verlust, Leistungsschwund und Unsicherheit.

Die Studienteilnehmer wurden gebeten, ein Ranking der verdeckten Kostentreiber zu erstellen. 21 Prozent wussten hierzu keine Antwort. Diejenigen, die geantwortet haben, nannten folgende drei Faktoren an erster Stelle: die Zeit, die die Verantwortlichen mit dem Projekt verbringen (16 Prozent), Demotivation (12 Prozent) und Fehlzeiten durch Krankheit (5 Prozent).

Etwa jeder zweite Befragte verfügt - laut Studie - über 500000 Euro für den Abbauprozess. Rund einem Viertel stehen zwischen 100000 und 500000 Euro zur Verfügung. Dieses Geld wird hauptsächlich für Abfindungen, Sozialpläne, Lohnfortzahlungen und Anwalts-, Gerichts- und Prozesskosten aufgewendet.

Gefragt nach den drei wichtigsten Komponenten des professionellen Trennungs-Managements nennen die befragten Personalchefs an erster Stelle klare Planung und Vorbereitung (26 Prozent), Kommunikation und Information (19 Prozent) sowie Fairness und Offenheit (14 Prozent).

Trotzdem ist der Großteil der Firmen zufrieden mit der Art, wie sie den Trennungsprozess gelöst haben: 46 Prozent sehen keine Notwendigkeit, ihre Strategie zu ändern. Kern ist anderer Meinung: "Die Budgets werden oft falsch eingesetzt. Anstelle von immensen Summen für Abfindungen und Co. sollten Unternehmen von vorne herein dafür sorgen, dass die, die bleiben, motiviert und leistungswillig sind, und dass die Attraktivität des Unternehmens für künftige Mitarbeiter erhalten bleibt."

SKP beleuchtet in der Untersuchung weiter, ob Unternehmen sich in den letzten Jahren von Beschäftigten getrennt haben. So fanden die Spezialisten heraus, dass 64 Prozent der Befragten sich in den Jahren 2003 und 2004 von Arbeitnehmern getrennt haben. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Personaler in 2005 fortsetzen: Über die Hälfte gab an, weiteren Abbau zu planen. Pessimistische Aussichten: 62 Prozent der befragten Arbeitgeber werden auch im laufenden Jahr keine Mitarbeiter einstellen. (hk)