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10.11.2000 - 

Balanced Scorecards sind in einem Drittel der Firmen installiert

Unternehmen interessieren sich für die weichen Erfolgsfaktoren

MÜNCHEN (IDG) - Vor dem Hintergrund des anonymen E-Business finden Kundenzufriedenheit und Servicequalität immer größere Beachtung. Viele Unternehmen haben mittlerweile Balanced-Scorecard-Systeme zur Leistungsmessung installiert. Doch mit der zunehmenden Verbreitung hält die Integration nicht Schritt.

40 Prozent der 1000 größten Unternehmen der Welt (Fortune-1000-Companies) werden bis Ende des Jahres ein Balanced-Scorecard-System (BSC) installiert haben. Das prognostizieren die Marktforscher der Gartner Group. Über alle Unternehmen hinweg rechnet die Meta Group mit einer Durchdringungsquote von 27 Prozent, die sich innerhalb der nächsten zwölf Monate auf 38 Prozent erhöhen soll.

Mit den neuen Softwarewerkzeugen wollen die Firmen den weichen Erfolgsfaktoren auf die Spur kommen, die sich in Finanz- und Controlling-Daten typischerweise nicht wiederfinden. Hierzu gehört zum Beispiel die Kundenzufriedenheit. Insbesondere E-Business ist für die Tools ein Einsatzgebiet. Der Erfolg des Web-Handels steht und fällt damit, ob ein potenzieller Käufer mit dem Produktangebot, dem Aufbau einer Website und Ähnlichem zufrieden ist - sonst wechselt er zu einem anderen Anbieter.

Scorecards erlauben es, Kundenverhalten, Servicequalität und Geschäftsprozesse zu messen. "Man kann den Profit nicht direkt kontrollieren, aber es gibt Dinge, die sich kontrollieren lassen und die zur Profitabilität beitragen", erläutert Doug Laney, Vice President des Bereiches Application Delivery Strategies bei der Meta Group, den Reiz des Verfahrens.

Zu der weitreichenden Implementierung in den Unternehmen trägt auch bei, dass mittlerweile alle großen Anbieter unternehmensweiter Komplettlösungen wie Oracle, SAP und Peoplesoft entsprechende Module für ihre Software zur Verfügung stellen. Auf diese Weise können die im Backbone gespeicherten Daten um zusätzliche Informationen ergänzt und in einer BSC aufbereitet werden.

Doch nicht immer ist die IT-Welt so homogen. Häufig wurden Scorecard-Systeme in der Vergangenheit in Teilbereichen im Unternehmen aufgesetzt, also in diversen Fachabteilungen. Nun würden die Anwender merken, dass sie ihre verschiedenen Anwendungen wieder zusammenbringen müssen, registriert Henry Morris, Vice President für Data Warehousing und Knowledge-Management beim Marktforschungsunternehmen IDC.

Das zu erleichtern ist Ziel einer bereits vor rund sechs Monaten ins Leben gerufenen Technologie-Initiative des amerikanischen Herstellerkonsortiums "Balanced Scorecard Collaborative". Auf der Basis von XML soll ein Standard entstehen, um verschiedene BSC-Systeme miteinander zu verbinden. Daran arbeiten die drei Unternehmen SAS Institute, ABC Technologies und Computer Sciences. Im nächsten Jahr wollen sie einen Vorschlag für die technischen Spezifikationen fertig haben.

Die Schnittstelle basiert auf einem funktionalen Standard für BSC-Anwendungen, den das Gremium bereits vor zwei Jahren publiziert hat. Das ist bedeutsam für die Anwendbarkeit und die Marktdurchdringung der Spezifikation. Nach diesem Standard sind nämlich viele wichtige Scorecard-Anbieter schon zertifiziert, wie Corvu und Gentia, sowie die größten ERP-Anbieter: Oracle, SAP und Peoplesoft. Damit ist die Implementierung des Integrationsstandards dann nur noch ein kleiner Schritt.

Alternative Verfahren in der ITIT-Abteilungen sind heutzutage mit ständig neuen Aufgaben konfrontiert: Euro, E-Procurement und E-Commerce sind nur einige Beispiele. Oft haben sie Auswirkungen über das eigene Unternehmen hinaus und sind daher von strategischer Bedeutung. Trotzdem messen über 50 Prozent der Global-2000-Unternehmen nach Untersuchungen der Meta Group nicht den Erfolg dieser Projekte (Return on IT).

Für die IT-Erfolgskontrolle sind Balanced Scorecards nicht die einzige Methodologie. "Function Points" messen die Größe einer Softwareanwendung, zum Beispiel Input, Output und Files. Die Meta Group hat festgestellt, dass die meisten Firmen nur Codezeilen zählen und nur 50 Prozent die Anwendungsgröße messen. Als alleinige Methode ist sie deshalb nicht geeignet.

"Earned Value Analysis" (EVA) hilft bei der Planung und Überwachung von Ressourcen und erlaubt die Überprüfung, ob Projekte sich im vorgegebenen Budget- und Zeitrahmen befinden. Die Methode berücksichtigt auch Fehlerbehebung, so dass halbfertige Projekte nicht unbemerkt als "beendet" deklariert werden können. Sie ist aber im kommerziellen Umfeld wenig verbreitet, da ihr der Ruf anhaftet, nur für große Projekte geeignet zu sein.

"Activity-based Costing" (ABC) identifiziert die Aktivitäten innerhalb einer Organization, die zum Projekt beitragen, und berechnet die durchschnittlichen dadurch entstehenden Kosten. Damit lassen sich gut Aktivitäten erkennen, die hohe Kosten erfordern, aber nur geringen Nutzen bringen. Unterschiedliche Kostenschätzungen führen allerdings häufig zu einem statistischen Rauschen, das die Interpretation der Kennzahlen erschwert. Außerdem ist der rigorose Ansatz für die dynamischen Umgebungen in IT-Abteilungen nicht sehr gut geeignet.