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23.04.1976

Unternehmen ohne eigenes EDV-System entwickelt 1,7-Millionen-Mark-Software

STUTTGART - Mit einem geschätzten Gesamtaufwand von 1,7 Millionen Mark entwickelte die Stuttgarter Firma Karl Epple zur Zeit ein "Steine-Erden-Branchen-Informations- System" (Stebis) - obwohl das Unternehmen gar keinen eigenen Rechner besitzt. Bei Epple steht lediglich eine Tandemstation für die Datenerfassung auf IBM - Disketten - gerechnet wird bei einer befreundeten Firma auf einer IBM 370/125 gegen Kostenbeteiligung. "Wenn wir nicht einen 40prozentigen Zuschuß vom BMFT bekommen würden, der die externen Personalkosten deckt, hätten wir ein solches Projekt gar nicht in Angriff genommen", berichtet Projektmanager Muff. Die externen Personalkosten entstehen durch Zusammenarbeit mit dem Beratungsbüro CAIB (Abstadt bei Heilbronn), das die Programmierarbeiten durchführt. Als "Bindeglieder" zu CAIB , für die interne Systemanalyse, Formularentwürfe und die Formulierung der Datensätze mußte die Firma Karl Epple zusätzlich zwei Mitarbeiter einstellen.

Wenn das Projekt 1977 abgeschlossen ist, wird es insgesamt 24 Teile umfassen - von der seit Juli 1975 fertiggestellten Finanzbuchhaltung einschließlich Debitoren-/Kreditoren-Buchhaltung über Baustellenerkundung, Transportsteuerung,

Angebotsüberwachung und Rohmaterialkontrolle bis zu Kostenrechnung, Investitionsplanung und einem "Kennzahlenspiegel ".

"Wir haben das Projekt so umfangreich angelegt, weil wir es auch anderen Firmen zum Kauf anbieten wollen", erläutert Muff. Es sind deswegen nicht nur die Sektoren Kies/Sand, Naturstein, Splitt/Schotter, Transportbeton, Trockenmörtel, Wasser- und Straßentransport sowie Tiefbau berücksichtigt, sondern auch die Interessen von Gips- und Fertigteilherstellern, Gebiete, auf denen Epple selbst gar nicht tätig ist. Das Paket soll nach Fertigstellung komplett für 145 000 Mark angeboten werden - es sind auch Teile einzeln erhältlich.

Standardsoftware reicht nicht

"Die derzeitigen EDV-Anwendungen in der

Steine/Erden-Industrie beschränken sich auf den Einsatz von einzelnen Abrechnungsprogrammen beispielsweise für Rechnungsschreibung und Buchhaltung", schildert

Epple-Projektleiter Lothar Dörr die Lage in der Branche. "Es handelt sich um einzelne Standardprogramme, die zu wenig auf die Brancheneigenarten abgestimmt sind. Solche Insellösungen entsprechen keinesfalls den Anforderungen an ein branchenorientiertes Entscheidungs-,

Informations- und Steuerungssystem." Mit Stebis sollen - so die Autoren - neben der in allen kaufmännisch geführten Betrieben erforderlichen Abrechnungsarbeit auch folgende branchentypischen Aufgaben erledigt werden:

- Permanente Überwachung der Grundstücksausbeute und der Grundstücks - Restsubstanz;

- rechtzeitiges Erkennen von Ausbeute-Engpässen und Sicherung von Rohstoff-Vorkommen;

- Planung und Kontrolle der Förder-, Sieb- und Aufbereitungsanlagen sowie der Transportkapazitäten (Schiffe, Fuhrpark);

- Überwachung des Förder-Durchsatzes und des innerbetrieblichen Leistungsflusses mit dem Ziel, rechtzeitig vorhandene Schwachstellen sichtbar zu machen;

- Bereitstellung von Kalkulationsunterlagen nach Deckungsbeitragsprinzipien für alle Rezepturen, Gemische und Konzentrate;

- Reproduzierbarkeit der Angebotspreise, automatische Einpreisung und Separierung der Transportkostenanteile.

Branchenspezifische Probleme der Steine -/Erden - Industrie

Analytische Erkundung und Hochrechnung des saisonal und konjunkturell stark schwankenden Bauvolumens

Sicherung der Rohstoffvorkommen (Sand-,

Kies-, Natursteine) sowie Überwachung der Grundstücks-Restsubstanzen

Individuelle Preisgestaltung und Überwachung des Transportkostenanteils

Innerbetriebliche Leistungskontrolle und Leistungsverrechnung

Reparatur- und Wartungsbereitschaftsdienst

Sicherung der Gütestandards bei Rezepturen, Konzentraten und Gemischen trotz wechselnder Rohstoffqualitäten

Hoher Kapitaleinsatz und hohes Kapitalrisiko

Sicherung und Überwachung der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsbereitstellung.