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08.04.1988 - 

Software kommt nicht aus den Startlöchern:

Unternehmen scheuen Umstellung auf OS/2

FRAMINGHAM (IDG) - Obwohl Microsoft OS/2 als Allheilmittel für viele notleidende Software-Entwicklungsabteilungen anpreist, haben sich bisher nur wenige dazu entschließen können, Anwendungen für das neue Betriebssystem zu schreiben. Einige haben sogar ihre OS/2-Projekte schon wieder zu den Akten gelegt.

Die rund 1300 von Microsoft ausgelieferten OS/2 Developer's Kits werden von den meisten Beziehern nur dazu benutzt, sich in das System einzuarbeiten, und nicht, um damit Anwendungen zu schreiben, wie eine Umfrage unter den Käufern ergab.

Die unternehmensinterne OS/2-Entwicklung krankt an zwei Problemen. Für eine ganze Reihe von Anwendern ist die Flexibilität von Unix, gepaart mit IBMs seit neuestem zugesagter Unterstützung für dieses Betriebssystem Grund genug, diese Umgebung zu bevorzugen. Auch die Ankündigungen von Unix-Produkten wie X-Windows tragen zu dieser Entscheidung bei. Andere bleiben bei MS-DOS, weil dies derzeit kosteneffektiver ist. Sogar Unternehmen mit großem Vertrauen in Microsofts Strategie warten lieber auf die Veröffentlichung des Presentation Manager.

Anwender mit knappem Budget kommen oft zu dem Schluß, daß MS-DOS weniger Training erfordere, niedrigere Kosten für den Support verursache und auf billigerer Hardware laufe.

Für Unix spricht nach Ansicht von Betroffenen seine größere Bandbreite auf Intels 80386-Maschinen. Die größere Hardwareunabhängigkeit und in einigen Fällen die Fähigkeit, MS-DOS-Programme als Task zu betreiben, verschaffte, diesem Betriebssystem einen klaren Vorteil.

Während es für unabhängige Softwarehäuser relativ leicht ist, OS/2-Programme zu schreiben, stehen viele Großanwender vor dem Problem, bestehende unternehmensspezifische Anwendungen zu konvertieren, was unter Umständen wesentlich mehr Aufwand erfordern kann. So ging es beispielsweise einem Konzern, der in den "Fortune 1000" in der Spitzengruppe rangiert. Er hatte ein System entwickelt, das den Usern gleichermaßen Zugang zu PC-Anwendungen wie auch zu Hostrechnern ermöglichte. Diesem Unternehmen war die Migration von MS-DOS zu OS/2 zu schwierig. Kürzlich fiel im Management die Entscheidung: Es bleibt beim alten Betriebssystem.