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29.11.2007

Unternehmen sparen sich Windows Vista

Der Schulungsanbieter Train + Consult geht davon aus, dass viele Unternehmen die teure Migration von Windows XP auf Vista komplett überspringen und gleich auf Windows 7 migrieren werden.
Forrester hat Unternehmen befragt, welche Windows-Version sie einsetzen.
Forrester hat Unternehmen befragt, welche Windows-Version sie einsetzen.

Das von Microsoft mit enormem Werberummel eingeführte Windows Vista hat knapp ein Jahr nach seinem Start in den Unternehmen noch lange nicht Fuß gefasst. "Der hauptsächliche Grund, warum unsere Kunden nicht migrieren möchten, ist doch, dass es dadurch keinen Mehrwert für das Unternehmen gibt", erklärt sich Konstantin Mroncz, Geschäftsführer von Train + Consult, die Situation. "Was kann Vista in der Praxis besser als das alte XP?", lautet seine Frage. "Wenn man genau hinsieht, dann bleibt allenfalls DirectX10 übrig, und das interessiert im Unternehmenseinsatz nun wirklich nicht."

Zu viele Hürden

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, so Mroncz, dass die Migration von XP zu Vista generell von der Agenda vieler IT-Abteilungen verschwindet. Gründe dafür gebe es reichlich. So etwa die hohen Hardwareanforderungen von Vista, die dazu führen, dass im Zuge einer Umstellung der größte Teil des vorhandenen Rechnerbestands entsorgt und teuer ersetzt werden müsste. In weiten Teilen ungeklärt seien zudem immer noch die leidigen Kompatibilitätsprobleme des Betriebssystems zu Dritthersteller-Anwendungen. Von der neuen Oberfläche, die gerade im klassischen Anwenderumfeld regelmäßig für Verwirrung bei den Benutzern sorgt, ganz zu schweigen. Alles in allem liege die Hürde für eine Umstellung also sehr hoch.

Zudem sei praktisch nicht ersichtlich, inwiefern sich die teure Migration in einer überschaubaren Zeitspanne rechnen kann. Negativ auf TCO-Kalkulationen wirke auch, dass der Vista-Nachfolger deutlich schneller angeboten werden soll als sein Vorgänger. Somit sei die potenzielle Laufzeit von Vista in den Unternehmen absehbar. Fünf Jahre, wie zwischen dem Release-Wechsel von XP zu Vista, will Microsoft schon aus Gründen der Software-Assurance-Konditionen in keinem Fall mehr verstreichen lassen. Offizielle Angaben gebe es zwar nicht, aber allgemein rechne man damit, dass Ende 2008 oder spätestens 2009 der Vista-Nachfolger Windows 7 auf den Markt kommen wird.

"Vista zeigt erstaunliche Parallelen zum Windows-98-Nachfolger Windows ME. Heute wie damals hatte Microsoft keine wirklichen Neuerungen anzubieten, stattdessen wurde die Oberfläche aufgehübscht, um in der Wartezeit auf einen wirklich guten Nachfolger noch ein paar Lizenzen zu verkaufen. Für den Privatgebrauch ist das nicht so tragisch, aber Unternehmenskunden sollten mit der Umstellung warten, bis Windows 7 verfügbar ist", kommentiert Mroncz die aktuelle Debatte.

Etwas positiver sehen Analysten von Gartner und Forrester die Vista-Adaption in Unternehmen, wenngleich auch sie Abstriche von ihren Prognosen machen. "Viele Unternehmen hinken den uns gegenüber geäußerten Vista-Plänen ungefähr ein Jahr hinterher", erklärt etwa Gartner-Mann Michael Silver im "Microsoft Watch" von Joe Wilcox. Habe man vor einem Jahr noch mit einer großen Migrationswelle im zweiten Quartal 2008 gerechnet, so geht man jetzt eher von Anfang 2009 aus, also der Zeit, in der Windows 7 kommen könnte.

Forrester-Analyst Benjamin Gray glaubt zwar nach wie vor an den großen Vista-Migrationssturm, mag diesen aber nicht datieren. Die von seinem Haus im dritten Quartal 2007 aufgenommene Windows-Statistik ergibt, dass lediglich sieben Prozent der rund tausend in Nord-amerika und Europa befragten Unternehmen noch in diesem Jahr mit dem Vista-Deployment beginnen wollen, ein Viertel plant dies für 2008. Umgekehrt gaben von den Europäern 54 Prozent an, keine Vista-Pläne zu haben oder noch unschlüssig zu sein. Ähnlich sieht es in Nordamerika aus. (ue)