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25.11.1998 - 

Microsoft-Geschäftsführer setzt zum Rundumschlag an

Unternehmen und Schulen sind innovationsfeindlich

BONN (hk) - Hart ins Gericht mit der innovationsfeindlichen Stimmung hierzulande ging in seiner Eröffnungsrede auf dem 4. IT-Trainingskongreß der Chef der deutschen Microsoft-Niederlassung, Richard Roy.

Die erste Ohrfeige traf die EU-Staaten, die zuwenig in Informationstechnik investierten. Laut Roy haben die USA 1996 doppelt soviel Geld in die Computerei gesteckt wie die Staaten des alten Kontinents. In dieses Bild passe, daß jenseits des Teichs auf 100 Einwohner 48 PCs kommen, während es in der Bundesrepublik nur 24 sind.

Roy forderte von der Politik bessere Rahmenbedingungen. Es könne nicht angehen, daß in den nordeuropäischen Ländern Firmen den Verkauf von PCs an ihre Mitarbeiter mit allen Mitteln unterstützen können und hier die Geräte als geldwerter Vorteil zu versteuern sind. Auch die Mittelständler bekamen ihr Fett weg. Statt sich mit Innovationen zu beschäftigen, interessiere sie in erster Linie Kostensenkung und Rationalisierung. Bei den Themen Euro und Jahr-2000-Umstellung seien alle zu spät dran.

Nicht mehr hören könne der Manager die Forderungen der Politiker, die ein stärkeres Engagement der Unternehmen an Schulen verlangten. Hauptproblem seien die Lehrer, die "nicht in der Lage sind, DV zu unterrichten". Microsoft habe bis heute 40 Millionen Mark in die Initiative "Schulen ans Netz" investiert, darüber hinaus 5000 Lehrer zum Thema Informationstechnik geschult.

Roy wünscht sich eine Verkürzung der Ausbildungsgänge und eine Stärkung der praxisbezogenen Bildungseinrichtungen wie der Berufsakademien und der Fachhochschulen. Angesichts des Mangels an IT-Fachkräften müsse stärker über alternative Trainingsformen nachgedacht werden.

Qualifizierung sei unabdingbar, bestätigte auch Klaus Zimmermann in seinem Vortrag. Der Volkswirtschaftsprofessor und Chef des neugegründeten Instituts Zukunft der Arbeit in Bonn wies an Hand zahlreicher Statistiken nach, daß bei Rationalisierungen und technologischen Schüben immer wieder die wenig Qualifizierten das größte Risiko liefen, ihre Stelle zu verlieren. Eine rasche Nutzung von Technologie sichere indes Arbeitsplätze. Es gebe keinen Beleg in der Geschichte, "daß Technologie langfristig zu Arbeitslosigkeit führt", dozierte der Professor. Wieviel Personen allerdings künftig in virtuellen und vernetzten Verbünden arbeiten werden, ließ Zimmermann offen. Die "Entkoppelung aller Arbeitseinheiten", das Arbeiten in einem losen Verbund unabhängig von Ort und Zeit könne noch eine Menge Probleme aufwerfen, zumindest aber "den Psychologen Jobs bringen".