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30.06.1995

Unternehmen verlangen Informatikstudium Die Chancen fuer Quereinsteiger in die DV verschlechtern sich

HAMBURG (CW) - Der Personalmarkt fuer DV-Profis ist derzeit von drei Erscheinungen gepraegt: von gestiegenen Anspruechen an die Bewerber, der regen Nachfrage der DV- und Unternehmensberater sowie einem hohen Bedarf an Software-Entwicklern.

Wie die juengsten Stellenauswertungen des Hamburger EMC- Medienservice aus 33 Tageszeitungen belegen, galten 70 Prozent der DV-Jobangebote in den ersten vier Monaten des Jahres 1995 Spezialisten mit einem Informatikstudium. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum machte der Anteil gut 60 Prozent aus. Insgesamt richteten sich ueber 88 Prozent der Offerten ausdruecklich an Akademiker und Ingenieure, im Vorjahreszeitraum waren es weniger als 80 Prozent.

Die Unternehmen suchten in erster Linie Mitarbeiter fuer die Anwendungsentwicklung. In 63 Prozent der Anzeigen wollten die Arbeitgeber Positionen in diesem Bereich besetzen, letztes Jahr waren es noch knapp 54 Prozent des Gesamtvolumens. Das Spektrum reicht vom Anwendungsprogrammierer bis zum Systemingenieur. Reine DV-Beratungsfunktionen waren bei einem leichten Plus in etwa acht Prozent der Inserate gefragt.

Alles in allem errechnete EMC bei den Anwendungsentwicklern und Beratern gegenueber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus von fast 100 Prozent. Von allen Branchen hat die Beratungssparte mit etwa 45 Prozent Anteil am Gesamtvolumen die Nase vorn.

Kay Juers, Geschaeftsfuehrer der "Bios Beratungsgesellschaft mbh" in Hamburg, bestaetigt diesen Trend: "Nach dem allgemein schwierigen Jahr 1994 werden jetzt wieder verstaerkt Software-Entwickler gesucht." Fuer Spezialkenntnisse ueber Client-Server- und moderne Entwicklungsumgebungen, gebe es einen interessanten Markt.

Beratungshaeuser erhielten aber wieder mehr Anfragen fuer die Realisierung von Projekten im Mainframe-Bereich, sagt Juers. 1993 und 1994 wurde vieles nicht realisiert. Es habe sich ein Anwendungsstau gebildet, der weniger in Grossprojekten als in Anpassungen bestand.

Hierfuer geeignete Mitarbeiter zu finden, sei nicht leicht, aber notwendig, beurteilt der Hamburger Manager die Lage. Veraenderte DV-Strukturen und die technologische Entwicklung haetten dazu gefuehrt, dass in vielen Unternehmen, insbesondere den grossen, der Informatikbereich neu gestaltet wuerde, "sei es durch Zellteilung, Zusammenlegung von operativen Einheiten oder durch ein Teil- Outsourcing", wie Juers beobachtet hat.

Unter "Teil-Outsourcing" versteht der Bios-Geschaeftsfuehrer die Vergabe von Neuentwicklungen nach draussen unter Beibehaltung der internen Kontrolle. Die Bedeutung der Strukturaenderung liege im Hinblick auf den Arbeitsmarkt in neuen Anforderungen und Begriffen wie "IT-Manager, Multimedia- oder Groupware-Spezialist".

Ein Aspekt, der die Beratungsbranche derzeit zu einem interessanten Arbeitsmarktfaktor macht, sei das Thema Standardsoftware. So gebe es sogar fuer die Host-Version SAP R/2 eine steigende Beratungsnachfrage. Bei R/3 sei derzeit eher Zurueckhaltung zu beobachten, weil inzwischen Erfahrungen ueber Einfuehrungsdauer und -kosten vorlaegen, die potentielle Nutzer bremsen.

Viele Betriebe haben zwar schon in die R/3-Ausbildung investiert, weiss Juers. Dazu muesse sich Praxis-Know-how gesellen, denn mit dem Seminarwissen allein sei kein Projekt durchzuziehen, warnt der Hamburger Berater. Er glaubt, dass sich Beratungshaeuser dem Standardsoftware-Business verschreiben und dadurch Profis insbesondere fuer Projektleitung und Management-Beratung am Markt suchen werden.