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31.10.1997 - 

US-Börsengang für das dritte Quartal 1998 angekündigt

Unternehmens-IQ soll SAPs Mittelstandsgeschäft pushen

"Unser Ziel ist es, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, die den deutschen Mittelstand aus seiner auf den Einsatz von IT bezogenen Lethargie befreit. Es gibt in dieser Beziehung eine Menge aufzuholen in Deutschland." Mit diesen geradezu staatstragenden Worten stellte SAP-Vorstandschef Dietmar Hopp eine neue Initiative seines Unternehmens vor. Unter dem Motto "Höherer Unternehmens-IQ" soll zehn mittelständischen Firmen eine individuell angepaßte R/3-Installation inklusive Projekteinführung und Service angeboten werden. 500 000 Mark pro Unternehmen steuern die Walldorfer dazu bei; insgesamt stehen also für den Wettbewerb fünf Millionen Mark zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt sind alle Firmen, die R/3 noch nicht einsetzen, ihren Hauptsitz in Deutschland haben und deren Jahresumsatz 250 Millionen Mark nicht überschreitet. Die Bewerbung ist bis zum 31. Januar 1998 möglich. Unter allen Kandidaten lost das Wirtschaftsmagazin "Impulse" die zehn Preisträger aus. Hopp sprach vor der Presse offen von einem "Werbeeffekt", den man sich primär von dieser Aktion verspricht. Überdies sei es gelungen, eine Reihe von Hardwareherstellern, unter anderem Digital Equipment, mit ins Boot zu holen, so daß auch das notwendige Equipment für eine R/3-Installation wenigstens "zum Teil im Leistungspaket für die Preisträger enthalten sein dürfte". Ansonsten sang der SAP-Chef zum Thema Mittelstand das hohe Lied der Standortrisiken. Die Zurückhaltung beim Einsatz von Standardsoftware stehe im krassen Mißverhältnis zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands. 3,2 Millionen Unternehmen beschäftigten 20 Millionen Mitarbeiter und würden rund 45 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland beitragen. Vor allem aber: Es liegen "beachtliche Produktivitätsreserven brach, die sich durch den zeitgemäßen Einsatz von IT aktivieren ließen".

Der deutsche Mittelstand dürfe nicht die Augen davor verschließen, daß immer mehr Wettbewerber aus dem Ausland die Möglichkeiten des Internet nutzen werden, um noch stärker im deutschen Markt Fuß zu fassen.

Was die Position der SAP im Mittelstandsgeschäft angeht, gab sich Hopp zuversichtlich. Im Juli dieses Jahres aufgekommene Zweifel, als er öffentlich eingestehen mußte, daß man anstelle der für 1997 angestrebten 300 Neukunden aus dem Mittelstand erst 115 Abschlüsse vorweisen könne, wischte der SAP-Chef jetzt beiseite. Derzeit seien 209 entsprechende Verträge fakturiert, man werde die "300" wie geplant in diesem Geschäftsjahr "schaffen". Allein schon deshalb, weil der Mittelstand angesichts der drängenden Probleme der Datumsumstellung und der Euro-Einführung zwangsläufig "aufwachen" müsse. Überdies sei es gelungen, den Vorwurf zu großer Komplexität der ursprünglich für den Einsatz in Großunternehmen zugeschnittenen R/3-Software "eindeutig zu widerlegen".

Offizieller Anlaß für die Präsentation des Mittelstands-Wettbewerbs war die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete SAP einen kräftigen Ertragssprung. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 86 Prozent auf 251 Millionen Mark, der Umsatz stieg um 82 Prozent auf über 1,41 Milliarden Mark. Damit kletterte der Profit in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 833 Millionen Mark, was im Vorjahresvergleich ein Plus von 64 Prozent bedeutet. Die Einnahmen stiegen um 61 Prozent von 2,37 auf knapp 3,82 Milliarden Mark (siehe Abbildung). 2,5 Milliarden Mark des Umsatzes entfielen auf das Produktgeschäft, die restlichen 839 Millionen Mark wurden durch Beratung generiert - ein Geschäftszweig, der damit gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres um 67 Prozent zulegen konnte.

SAP-Vorstandsmitglied Henning Kagermann erklärte, daß der bereits angekündigte Börsengang in den USA nun voraussichtlich im dritten Quartal 1998 und somit früher als geplant stattfinden werde. Man sei mit den entsprechenden Vorbereitungen "zügig vorangekommen"; als Optionen für das Going Public in den USA kämen "entweder die Nasdaq oder die New York Stock Exchange in Betracht". In puncto Aussichten für das vierte Quartal und damit das gesamte Geschäftsjahr 1997 gaben sich Hopp und Kagermann eher zugeknöpft. Man werde, so Hopp, "darum kämpfen", daß der "Umsatz stärker als die Kosten steigt". Kagermann ergänzte die Ausführungen seines Chefs mit dem Hinweis auf das bei den Walldorfern naturgemäß eher schwächere vierte Quartal. Die zuletzt sehr günstige Marktverfassung gebe allerdings Anlaß zu der Hoffnung, daß wir "für das Gesamtjahr 1997 einen Umsatzzuwachs von 50 Prozent gegenüber 1996 erreichen".

Klassenziel erreicht:

Mit Rekordergebnissen bei Umsatz und Gewinn konnte SAP im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten sogar noch übertreffen. Auch die Bilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres liest sich makellos.Quelle: SAP