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06.06.2003 - 

System-Management/Von der Komponenten- zur Prozesssicht

Unternehmens-IT macht sich fein fürs Business

Nahezu sämtliche Geschäftsprozesse in Unternehmen sind heute IT-gestützt. Das bedeutet eine Herausforderung für Administratoren: Sie kümmern sich weniger um einzelne IT-Komponenten als vielmehr um die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit von Anwendungen. Von Georg Rybing*

Wenn es um die Abstimmung von Geschäfts- und IT-Strategie geht, herrscht in den meisten Unternehmen eine klare Aufgabenteilung: Während das Management die Geschäftsstrategie und die daraus resultierenden Geschäftsprozesse definiert, setzt die IT-Abteilung die entsprechenden Vorgaben um. Auch wenn der IT inzwischen oft eine geschäftsunterstützende Bedeutung eingeräumt wird, gilt sie noch nicht als einer der wichtigsten Treiber für das Business.

Tatsächlich ist die IT aber durch immer kürzere Entwicklungszyklen, neue Erfindungen und Möglichkeiten heute zu einem wichtigen Motor für das Geschäft geworden. Läuft der einmal nicht rund, können innerhalb kürzester Zeit horrende Verluste entstehen. So drohen beispielsweise Banken leicht Einbußen in Millionenhöhe, wenn sie nur eine einzige Stunde von den für sie wichtigen internationalen Finanzströmen abgeschnitten sind.

Gleichzeitig erkennen viele Unternehmen, dass der Einsatz moderner IT ihnen Wettbewerbsvorteile und Umsatzsteigerungen bringt. Demzufolge wächst die Technik zunehmend in die Rolle eines kompetenten Dienstleisters und internen Geschäftspartners hinein. Daraus ergibt sich zwingend eine intensivere Zusammenarbeit zwischen IT- und Business-Organisation: Beide Bereiche müssen wissen, was ihr Partner braucht oder leisten kann, um die Geschäftsprozesse einer- und die IT-Strategie andererseits optimal aufeinander abzustimmen.

Dies erfordert einen stärkeren Austausch zwischen Business- und IT-Managern. Warum dieser Dialog so entscheidend ist, zeigt sich dann, wenn es Probleme zu lösen gilt: Beteiligt an IT-Projekten sind meistens die Bereiche Rechenzentrumsbetrieb, Anwendungsentwicklung und die Geschäftsbereiche. Eine Konstellation, die hohe Spannung birgt und in vielen Fällen ein Bermuda-Dreieck ungeklärter Verantwortlichkeiten ist. Im Zweifelsfall ist dann der schwarze Peter bei den anderen.

Das Aufbrechen des alten Rollenverhaltens und das Stärken der IT in ihrer neuen Funktion als Business-Treiber bedeutet für beide Bereiche Veränderungen: Die IT-Verantwortlichen müssen die Auswirkungen der Technik auf das Geschäft in ihre Entscheidungen einbeziehen. Das Management und die Fachabteilungen müssen dahingehend umlernen, die IT nicht mehr nur im Hinblick auf die Erfüllung von Service-Levels zu beurteilen.

Gefragt ist letztlich der Blick über den Tellerrand und ein Verständnis dafür, welchen Einfluss IT-Komponenten und -Prozesse auf das Unternehmen und Geschäftsabläufe haben: Es geht da-rum, festzustellen, in welchem Zustand sich die IT aktuell befindet und wie sie sich auf das Verhalten von Anwendern und Kunden auswirkt.

Ein verständnisvollerer Dialog zwischen Business und IT setzt aber auch ein Umdenken im System-Management voraus. Denn um eine am Geschäftsprozess orientierte IT-Supply-Chain zu etablieren, müssen sämtliche IT-Abläufe im Ganzen betrachtet und gesteuert werden. Heute wird das Management der IT-Systeme häufig noch auf der Ebene der Einzelkomponenten betrieben: Performance und Verfügbarkeit der einzelnen IT-Bausteine werden von den zuständigen Spezialisten jeweils mit verschiedenen Tools und getrennt voneinander überwacht.

Geschäftsprozesse im Blick

Doch selbst unter nahezu optimalen Bedingungen, also einer Verfügbarkeit jeder einzelnen Komponente von 99,99 Prozent, kann es vorkommen, dass eine Anwendung nicht oder nur mit mäßiger Leistung läuft. Eine selektive Betrachtung einzelner Rechner, Netzwerkteile, Software- oder Systemkomponenten hilft hier nicht weiter, denn Fehler, die ihre Ursache im Zusammenspiel zwischen IT-Komponenten haben, bleiben damit unentdeckt. Nur wenn sie über die gesamte IT-Lieferkette eingesetzt werden, liefern System-Management-Lösungen aussagekräftige Ergebnisse.

Das setzt voraus, dass Unternehmen jede kritische Geschäftsanwendung analysieren und herausfinden, welche IT-Strukturen und -Komponenten daran beteiligt sind. Nur durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Bereiche und eine übergeordnete Betrachtung der Geschäftsprozesse kann das Unternehmen anschließend Engpässe sowie einen möglichen Optimierungs- und Investitionsbedarf feststellen. Für die IT bedeutet dies, dass sie die mit Hilfe von Überwachungs- und Management-Lösungen gewonnenen Systemdaten nicht mehr länger nur unter rein technischen Aspekten betrachtet.

Das Gesamtbild erkennen

Vielmehr geht es darum, diese Informationen in einen kausalen Bezug zum Business zu setzen. Im Mittelpunkt stehen dabei verschiedene Systemereignisse wie Alerts, Events, Ausfälle oder Störungen und ihre potenziellen Folgen für die Anwender und das Geschäft ihres Unternehmens.

Moderne System-Management-Lösungen setzen genau hier an. Sie führen an zentralen Sammelstellen Informationen zusammen und formen so aus einzelnen System-Management-Puzzleteilen ein vollständiges Bild. Alle Informationen werden korreliert auf einem einzigen Bildschirm dargestellt, je nach Bedarf aus Geschäfts- oder Techniksicht. So wird auf einen Blick die Leistung der unternehmenskritischen Applikationen sichtbar.

Dieses Bild ist allerdings nur dann vollständig, wenn es auch aktuelle Informationen aus Anwendersicht enthält. Das können Antwortzeiten der wichtigsten Anwendungen sein, Verfügbarkeitsdaten zu den wichtigsten intern und extern genutzten Applikationen oder auch Angaben, wie viel Prozent der Geldautomaten einer Bank gerade online und auch betriebsbereit sind.

So vielversprechend der vorgestellte Denkansatz für eine bessere Verzahnung von IT- und Business-Prozessen auch klingen mag - in vielen Unternehmen ist er leider noch graue Theorie. Langfristig wird sich diese Sicht aber durchsetzen, denn der Brückenschlag zwischen IT und Business macht Unternehmen nicht nur schneller und flexibler, sondern auch wettbewerbsfähiger. (ave)

*Georg Rybing ist Geschäftsführer von Candle Deutschland in Ismaning.

Angeklickt

Um alle Vorteile der modernen DV auszunutzen, müssen IT- und Business-Organisation eng zusammenarbeiten. Das bedeutet

- Auswirkungen auf das Geschäft in die IT-Planung einzubeziehen,

- die Abkehr von der Komponenten- hin zur Prozesssicht,

- die entsprechende Anpassung des System-Managements.