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19.02.1988

Unternehmensgründung setz auf Speichertechnik Innovationen:Technologieschub für Back-up-Systeme

MÜNCHEN (bi) - 1,2 Gigabyte auf einer DAT-Kassette (Digital Audio Tape) im Format einer Scheckkarte speichert das Back-up-Produkt der Venture-Capital-Gründung Gigatape in Puchheim bei München. Basis des Low-Cost-Datensicherungsverfahrens sind Laufwerke japanischer Herkunft und ein zum Patent angemeldetes Fehlererkennungs und Korrekturverfahren.

Ohne Bundeszuschuß vom Forschungsministerium, dafür aber mit fünf Millionen "Risikokapital" von Euroventures und IVPC sowie den Gründern und Geschäftsführern ist das in weniger als einem Jahr aus dem Boden gestampfte Unternehmen an den Start gegangen. Der Firmenname "Gigatape" steht für das Produkt, für das sich seine Väter nichts Geringeres als den Markt unterhalb der Mainframe-Welt, aber oberhalb der Mikros vorstellen, also den gesamten Workstation- und Mini-Sektor.

Die hohe Aufzeichnungsdichte resultiert aus der Schrägspuraufzeichnung (Helical-Scan-Methode), einer Methode, die in der Videorecorder-Technik bereits in breitem Einsatz ist. Um fünf Grad versetzte Spuren auf dem Magnetband enthalten die Informationen; je Millimeter lassen sich 73 solcher Datenspuren unterbringen. Durch Kombination der Helical-Scan-Methode mit der Digital-Audio-Kassette, die hier - so die Hersteller - erstmals für die Datentechnik eingesetzt wurde, konnten die Produktentwickler ein Speichergerät im Aktenkofferformat auf den Markt bringen.

Als Stand-by-Version, später dann auch als Einschub für den OEM-Markt, soll Gigatape die Datensicherung per konventionellem Magnetband, aber auch auf Disketten und Festplatten revolutionieren. Peter Rosenbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Marketing und Vertrieb, prognostiziert noch für dieses Jahr ein Umsatzvolumen von 83 Millionen Mark sowie eine Vervierfachung in den Folgejahren. Sein Optimismus stützt sich auf die Überzeugung, daß "innerhalb weniger Jahre wesentliche Teile des herkömmlichen Magnetbandmarktes auf die neue Technologie umgestellt sein werden", und dieses wegen des wesentlich günstigeren Preis/Leistungs-Verhältnisses, der überlegenen Technik im Hinblick auf die Dimensionierung sowohl des Laufwerkes als auch der Kassette sowie auf die Geschwindigkeit, ferner wegen einer Fehlersicherheit, die deutlich über der vieler Festplattenlaufwerke liege.

Das erste jetzt in München im Vorfeld der Hannover-Messe präsentierte Produkt mit der Bezeichnung Giga 1200 läßt sich über die Schnittstelle QIC-02 als separates Peripheriegerät, so die Aussage des Anbieters, an die meisten Rechner anschließen. Der Preis für den Endbenutzer liegt bei 10 930 Mark; für eine Version mit SCSI-lnterface werden 13 730 Mark zu zahlen sein.

Die Serienproduktion soll im April beginnen; Giga 1200 ist auch als 19-Zoll-Rack-Modell und 2?-Zoll-Einbauversion geplant. Die DAT-Kassetten sind bereits bei BASF, Agfa oder Sony zum Preis von 20 Mark für das 60-Meter-Band erhältlich. Herkömmliche Magnetbandkassetten kosten um die 160 Mark.

Vorläufer oder Nachhinker

Die Emerald Systems Corporation aus San Diego ist schon im Herbst vergangenen Jahres mit einem Helical-Scan-System für Back-up-Zwecke in der Datenverarbeitung an der Markt gegangen. Angekündigt ist das zu Gigatype konkurrierende Produkt für Mitte dieses Jahres, aufgezeichnet wird allerdings auf das voluminösere Video-B-Band und zwar 2,2 Gigabyte (vergleiche CW 37/87, Seite 28). Und wer setzt die Norm? Dieser Frage ging ein CWN-Bericht vom 30. Oktober 1987 in der CW (Seite 18) nach. Offenbar befürchten die Amerikanischer eine Präferenz der Japaner. In der Tat sind Sony (zusammen mit HP) und auch Hitachi bereits mit von der vielversprechenden Party. Ende '88, so eine Gigatape-Übersicht, dürften sechs vergleichbare Helical-Scan-Back-up-Systeme auf dem Weltmarkt sein.