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20.12.1991 - 

Softwarehauser brauchen langfristige Personalplanung

Unternehmenskultur als neuen Wettbewerbsvorteil entdeckt

BONN (hk) - Nur wer ein mit arbeiterorientiertes Personal-Management betreibt wird al Softwarehaus langfristig überleben, lautet das Credo des VW-Gedas-Geschäftsführers Dieter Schacher. Er plädierte auf dem Beratertag in Bonn für ein dreibeiniges Konzept", damit SW-Häuser erfolgreich bestehen können: marktgerechtes Gehalt und interesante Aufgaben für die Mitarbeiter sowie eine Unternehmenskultur.

Schacher weiß, wovon redet. Als er 1984 beauftragt wurde, für den Wolfsburger Automobilkonzern ein Softwarehaus aufzubauen, mußte er selbst spüren, wie schwer es ist, geeignetes Personal zu finden: "60 Mitarbeiter durfte ich im ersten Geschäftsjahr einstellen, 16 habe ich letztlich gefunden."

Die Nachfrage nach qualifizierten Fach- und Führungskräften nehme weiter zu, stellte Wolfgang Stritwe auf der gleichen Veranstaltung fest. Der Geschäftsführer von Baumgartner & Partner nennt vier Gründe für die überhöhte Nachfrage:

- der Bedarf der neuen Bundesländer,

- die Entstehung des Binnenmarktes,

- die wachsende ausländische Konkurrenz im Inland sowie

- neue Märkte in Osteuropa.

Schacher charakterisiert die Ausgangssituation folgender maßen: Das Wachstum im Markt für Dienstleistungen sei überdurchschnittlich, und aufgrund des hohen Innovationstempos in der Informationstechnik veralte das Wissen schnell. Struwe ergänzt:

"Deutschland wird zur internationalen Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa. Durchkomplexere Konkurrenzbedingungen sowie Internationalisierung der Märkte erhöht sich der Bedarf an DV."

Weil intelligente Dienstleister nicht "geboren" würden, müßten sie laut Schacher im Laufe der Zeit ausgebildet werden beispielsweise durch "long life learning und Persönlichkeitsentwicklung".

Als Maßnahme empfiehlt der Berliner ein "mitarbeiterorientiertes Personal-Management zur Reduktion von Abgängen". Für Struwe lautet die Antwort auf die Verknappung von qualifiziertem Personal "strategisches Personal-Management". Damit

solle Aufbau und Erhalt

einer bedarfsgerechten Qualifikationsstruktur gesichert werden.

Schacher setzt auf den Nachwuchs und ist überzeugte daß langfristig nur die Einstellung von Absolventen und deren Integration zum Erfolg führe. Er könne deshalb jedem Softwarehaus nur empfehlen, sich in der Nähe einer Ausbildungsstätte niederzulassen. Sein Unternehmen, das neben dem produktionstechnischen Zentrum der TU liegt, hätte damit beste Erfahrungen gesammelt. Schließlich teilte er noch einen kleinen Seitenhieb an die Adresse der Personalberater aus: Bei Personalknappheit könnten "auch die Headhunter die Probleme nicht lösen".