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21.06.1991

Unumkehrbare DV-Revolution

Die Zeit, in der das Betriebssystem Unix die Gemüter erhitzte, ist vorbei. Selbst eingefleischte Unix-Propagandisten sind der marktschaffenden und marktaufteilenden Grabenkämpfe um das einzig wahre Standard-Unix müde. Bei den Anwendern geht es inzwischen kaum mehr darum, ob das Multiuser-Betriebssystem eingesetzt werden soll, sondern um das Wo und Wie.

Nur zu gern würden viele Unternehmen ihre DV-Kosten durch Downsizing senken. Sollen sie aber jetzt ihre Mainframes zum Sperrmüll geben und alle bisherigen Investitionen in den Wind schreiben; daran hindert sie schon das bisher in RZ-Kategorien denkende DV-Personal. Nicht ganz zu Unrecht, denn es zeichnet sich ein Königsweg ab: offene Umgebungen. Sie ermöglichen unter Einbeziehung der Mainframes den kontinuierlichen Umstieg auf heterogene Systeme und verteilte Datenverarbeitung nach dem Motto: "Das Netzwerk ist der Computer. "

Konsequent drängen die Unternehmen bei den Herstellern auf die für solche Umgebungen unerläßlichen Standards. Das heißt: Einigung auf Schnittstellen zwischen Anwendungssoftware, Daten-Management, Betriebssystem und Hardwarekomponenten. Der Druck wirkt. Nicht einmal die IBM kann heute ganz die Öffnung ihrer proprietären Systeme verweigern. Zu den Erfolgen dieser Entwicklung gehört an erster Stelle Unix selbst - aber auch die Anerkennung von Schnittstellendefinitionen, wie sie die ISO-Organisation verabschiedet. Besonders viele Bemühungen konzentrieren sich derzeit auf die Standardisierung der Transaktionsverarbeitung - auch unter Unix.

Für die Hersteller ist die Unterstützung von Standards allerdings ein gefährlicher Hochseil-Akt, denn wo bleibt bei wirklich offenen Systemen die Profilierung gegenüber den Mitbewerbern. Trotzdem können sie sich diesem Trend nicht verschließen, weil auch die Software-Entwickler - ohne deren Produkte selbst die leistungsstärksten Rechner in den Lagern vergammeln - auf Standards drängen. In dieser Situation lieben es die Hardware-Anbieter, die Standards um" absolut performante", aber leider proprietäre Features, zu erweitern. Seit jedoch immer mehr Anwender die Vorteile offener Systeme einfordern, glaubt selbst die IBM nicht mehr daran, daß diese Entwicklung umkehrbar sein könnte. gfh