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22.05.1998 - 

Kolumne

"Unzufrieden? Kündigen!"

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben ein Java-Projekt abgeschlossen, das unternehmensweite Intranet eingerichtet und ganz nebenbei noch die Homepage Ihres Unternehmens entwickelt. Dafür haben Sie bekommen, was Ihnen zusteht: eine 3,4prozentige Gehaltserhöhung zu den 74000 Mark, die Sie alljährlich einstreichen (siehe Seite 71).

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß Ihr Unternehmen mehr als das Doppelte an den jungen Kollegen gezahlt hat, der als freiberuflicher Experte hinzugezogen wurde? Sein Projektbeitrag mag bescheiden gewesen sein, wahrscheinlich hat er sogar kräftig Know-how für seinen nächsten Kunden abgeschöpft - aber die Taschen dieses Consultants sind prall gefüllt.

Die Arbeitskraft von versierten IT-Profis ist heute und in den nächsten Jahren Gold wert. Überquellende Stellenmärkte in den einschlägigen Zeitungen und horrende Summen, die für externe Berater gezahlt werden, deuten darauf hin, daß die Personalknappheit alle Grenzen überschritten hat. In den USA feiern Unternehmen Hochkonjunktur, die für viel Geld Leiharbeiter auf Projektbasis vermitteln.

Ein Beschäftigter im mittleren Management eines Münchner Konzerns, der vor wenigen Wochen kündigte, nannte als Motiv Desorganisation und, daraus folgend, Demotivation. Zwar habe er als Projektleiter relativ große Handlungsfreiheit, doch seien ihm Mitarbeiter aus einer anderen Unternehmenseinheit zugeteilt worden, die weder Interesse noch Know-how übrig hätten. Sie würden zudem aufgrund ihrer langen Betriebszugehörigkeit deutlich besser bezahlt als er.

Die gegenwärtige Arbeitsmarktlage erlaubt es in der Tat, bei Nichtgefallen das Handtuch zu werfen. Unternehmen, denen es nicht gelingt, ihre Mitarbeiter zu motivieren und leistungsgerecht zu entlohnen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre besten Kräfte von Bord gehen. Als Freiberuflern stehen SAP-Experten, Java-Spezialisten, Multimedia-Freaks etc. alle Türen offen.

Jeder Profi in einem festen Anstellungsverhältnis sollte sich deshalb heute fragen, ob er bekommt, was er verdient. Wer die Hausse am Arbeitsmarkt jetzt nicht nutzt, ist selbst schuld. Die Quittung erhalten die Arbeitgeber, die sich um Personalentwicklung und -vergütung nicht im gebotenen Maß gekümmert haben.