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16.07.1999 - 

Gerichtsnotorische Unzuverlässigkeit?

Unzufriedener Kunde klagt gegen Software-Anbieter JBA

FRAMINGHAM (IDG) - Der in Chikago ansässige Bekleidungshersteller Hartmarx Corp. zieht gegen seinen Softwarelieferanten zu Gericht: Er beschuldigt JBA International Inc. des Vertragsbruchs. Das will der Standardsoftware-Anbieter nicht auf sich sitzen lassen.

Zwischen Hartmarx und JBA ist das Tischtuch zerschnitten. Beide Unternehmen bezichtigen einander, rechtsgültige Vereinbarungen nicht einzuhalten.

Hartmarx hat den Lieferanten seiner Kernanwendungen verklagt, weil dieser die Auslieferung von branchenspezifischen Software-Applikationen auf die lange Bank geschoben habe. Jetzt will der Hersteller von Herrenanzügen und Golfbekleidung, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwas mehr als 700 Millionen Dollar erzielte, die 6,9 Millionen Dollar zurückhaben, die er bislang in das Projekt investiert hat.

Die JBA-Software "System 21" war schon im vergangenen Jahr in einer der Hartmarx-Niederlassungen installiert worden, hatte sich aber, so die Darstellung des Kunden, als "ausgesprochen unzuverlässig" erwiesen und "ernsthafte Schwierigkeiten beim Betrieb" hervorgerufen. Die versprochenen Nachbesserungen seien nicht schnell genug geliefert worden. Damit steht für den Chief Financial Officer Glenn Morgan fest: "Die Bedingungen des Vertrags wurden nicht erfüllt."

Das sieht Frank Berger ganz anders. Der President der US-amerikanischen JBA-Niederlassung in Rolling Meadows, Illinois, kündigte an, das Software-Unternehmen werde Hartmarx seinerseits auf Einhaltung des Vertrags verklagen. "Unsere Antwort auf dem Gerichtsweg wird sehr aggressiv ausfallen", verspricht Berger. "Ich hasse es, einen Kunden so zu behandeln, aber das können wir wirklich nicht einfach so hinnehmen. Wir sind davon überzeugt, daß uns unrecht getan wurde."

Immerhin räumt Berger ein, daß die gelieferte Softwarelösung Hartmarx einige Probleme bereitet. Zur Verteidigung führte der US-Manager des im britischen Birmingham beheimateten Softwarehauses jedoch an, daß JBA Anfang dieses Jahres ein Team von Führungskräften und Entwicklern abgestellt habe, die direkt beim unzufriedenen Kunden eingegriffen hätten. Und Hartmarx sei mit dieser Vorgehensweise "anscheinend glücklich" gewesen.

Eine modifizierte Version der zur Diskussion stehenden Software will der in New York ansässige Schuh- und Handtaschen-Hersteller Kenneth Cole Productions Inc. im kommenden Monat in Betrieb nehmen. Wie Harry Kubetz, Senior Vice-President of Operations, bestätigt, mußte der Software-Anbieter "eine riesige Menge von Änderungen" an den Applikationen vornehmen, um die Bedürfnisse von Kenneth Cole abzudecken. "Während wir miteinander sprechen, wird die Software immer noch weiter angepaßt", berichtet Kubetz, "aber wir zögern keineswegs, damit live zu gehen.