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28.01.2000 - 

Absprung von Xlink geplant?

Unzufriedenheit mit Billig-Hoster Strato wächst

MÜNCHEN (CW) - Zum Jahreswechsel hatten sich beim Discount-Hoster Strato die technischen Probleme dramatisch gehäuft. Zwar gab der Vorstand vor zwei Wochen Entwarnung, doch Anwender klagen nach wie vor über Schwierigkeiten. Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass Strato seinen Provider wechseln will.

Bei der Tochterfirma Strato sei alles in bester Ordnung, nur ein Prozent der Kunden sei unzufrieden, ließ der Vorstandsvorsitzende der Konzernmutter Teles AG, Sigram Schindler, kürzlich verlauten. Die Pannenserie kurz vor Jahreswechsel sollte damit zu Ende sein. Doch nach wie vor bleibt den Strato-Web-Kunden der Zugriff auf Logfiles verwehrt. Somit müssen Site-Betreiber auf die Auswertung von Web-Zugriffen verzichten. Konzernchef Schindler hatte versprochen, dass allen Kunden bis zum 22. Januar die Logfiles bereitgestellt würden.

Schwere Vorwürfe gegen XlinkNachdem die Frist ohne Ergebnis verstrichen war, brachte Schindler im Online-Forum der "Interessengemeinschaft der Strato-Kunden" (http://www.ig-stratokunden.de/) erneut schwere Vorwürfe gegen den Provider Xlink vor: "Mit Entsetzen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Xlink weiterhin feste Zusagen nicht einzuhalten scheint." Xlink spielt für Strato eine große Rolle, nahezu die gesamte Abwicklung der Domain-Registrierungen bei der Denic sowie des Web-Hostings liegt in den Händen der Karlsruher. Strato selbst verfügt praktisch über keine technische Infrastruktur.

Schindler hatte mehrmals betont, dass er sich bei der holländischen Xlink-Muttergesellschaft KPN Quest über das Management der Karlsruher beschwert habe, er verhandle nur noch mit KPN Quest. Bei Xlink reagierte man bisher gelassen auf die Giftpfeile aus Berlin. Amsterdam und Karlsruhe ließen sich nicht auseinander dividieren, da es sich bei KPN Quest und Xlink um ein und dieselbe Firma handle, betont Xlink-Sprecher Huys. Weder Xlink noch KPN Quest wollten die Vorwürfe allerdings kommentieren, nach Ansicht von Huys handelt es sich um Differenzen zwischen Geschäftspartnern, die man im Gespräch klären wolle.

Dass die Pannenserie keinesfalls Xlink zuzuschreiben sei, meint Bernd Bruns, Sprecher der IG-Strato-Kunden. Die Gemeinschaft vertritt eine zunehmende Zahl von unzufriedenen Website-Betreibern, die sich nun durch geschlossenes Auftreten mehr Gehör in Berlin verschaffen wollen. Laut Bruns hakt es nach wie vor an allen Ecken und Enden, die starke Personalfluktuation bei Strato schlage sich schon längere Zeit im Service nieder. Bruns vermutet daher offiziell nicht genannte Hintergründe für die Missstimmung zwischen beiden Unternehmen. Möglicherweise verzichte Strato bewusst auf lange überfällige Investitionen, da die Verträge mit Xlink Mitte des Jahres auslaufen.

In dieses Bild würde die jüngste Teles-Neuerwerbung passen. Der kürzlich gekaufte Regensburger Hoster ABC Telemedia verfügt über all das, was Strato fehlt: Eine umfangreiche technische Infrastruktur mit Server-Farmen, einem starken Standbein im Geschäftskundenbereich sowie einem dichten Netz an Wiederverkäufern für Domains und Webspace. Insider spekulieren bereits, dass die Kampagnen gegen Xlink einem einzigen Ziel dienen sollen: die Strato-Kunden auf die nächsten Server-Umzüge im Sommer vorzubereiten - mit allen dabei denkbaren Pannen.