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09.05.2008

UPDATE 2: Linde bestätigt trotz Schwächen in 1Q Jahresprognose

(NEU: Weitere Unternehmensaussagen, Analysten)

(NEU: Weitere Unternehmensaussagen, Analysten)

Von Heide Oberhauser-Aslan

Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Technologiekonzern Linde AG hat trotz negativer als am Markt erwarteter Auswirkungen der US-Dollarschwäche im Auftaktquartal seine Jahresprognose bekräftigt. Danach rechnet Linde im Gesamtjahr weiter mit einem Umsatzplus und einem überproportionalen Anstieg beim operativen Ergebnis EBITDA. "Wir sind solide ins neue Geschäftsjahr gestartet und daher auch zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reitzle. 2007 erlöste der DAX-Konzern mit Sitz in München 12,306 Mrd EUR. Das operative Konzernergebnis kletterte im gleichen Zeitraum auf 2,424 Mrd EUR.

Die schwieriger gewordenen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen Linde derzeit noch keine Sorgen. "Auch wenn im laufenden Jahr von einer Eintrübung der Weltwirtschaft auszugehen ist, sehen wir derzeit noch keine Anzeichen, dass diese Entwicklung unser Geschäft negativ beeinträchtigt oder nachhaltig beeinträchtigen wird", heißt es im aktuellen Zwischenbericht.

Linde sei in seiner neuen Struktur sehr robust aufgestellt. Das Unternehmen sei weniger abhängig von Konjunkturzyklen und könne durch seine globale Ausrichtung auch regional ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen abfedern, erklärte der Konzern.

Auch die mittelfristigen Konzernziele bestätigte Linde erneut. Geplant ist weiterhin, 2010 ein operatives Ergebnis von mehr als 3 Mrd EUR zu erzielen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) soll bis dahin mindestens 13% betragen. 2007 hatte der ROCE bei 10,3% gelegen. Im ersten Quartal konnte Linde weitere Zuwächse beim Umsatz und beim operativen Ergebnis EBITDA erzielen. Sie lagen allerdings unter den Schätzungen der von Dow Jones Newswires im Vorfeld eingeholten Schätzungen. Wie Linde mitteilte, kletterte der Umsatz im Berichtszeitraum um 2% (währungsbereinigt 7,5%) auf 2,917 Mrd EUR, nach 2,860 Mrd EUR im Vorjahr.

Das EBITDA legte um 5,8% auf 602 Mio EUR zu. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Vorfeld mit einem Anstieg der Erlöse um 6% auf 3,027 Mrd EUR und einer Zunahme des EBITDA um 10% auf 625 Mio EUR gerechnet. Höher als von Analysten erwartet fiel dagegen das Nettoergebnis aus. Nach Steuern und Minderheitsanteilen erzielte Linde noch einen Gewinn von 160 Mio EUR, die Schätzungen hatten im Mittel auf 140 Mio EUR gelautet.

Analysten sprachen dennoch von insgesamt soliden Zahlen. Dass Umsatz und EBITDA etwas schwächer als die Analystenschätzungen ausgefallen sind begründen die Beobachter mit stärker als erwarteten Beeinträchtigungen durch negative Währungseinflüsse und Änderungen im Konsolidierungskreis. Dies gehe nicht auf eine nachlassende Nachfrage zurück, erklären sie. Die Linde-Aktie notierte dennoch um 10.17 Uhr mit 4,2% im Minus bei 92,12 EUR und damit deutlich schwächer als der DAX, der um 1,1% nachgab. Analysten von M.M.Warburg (MMW) sprachen von "im Rahmen der Erwartungen " liegenden Zahlen. Aufgrund negativer Währungseffekte lägen zwar sowohl Umsatz als auch das EBITDA unter den Prognosen, bereinigt um diese Verzerrungen seien die Zahlen aber "ok", so Analyst Eggert Kuhls im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Analyst Robert Heberger von Merck Finck &Co (MeFiCo) machte neben dem schwachen Dollar Änderungen im Konsolidierungskreis für die schwächer als erwartet ausgefallenen Kennzahlen Umsatz und EBITDA verantwortlich.

Die operative Marge sei auf Konzernebene um 70 Basispunkte auf 20,6% gestiegen und damit deutlich besser als erwartet ausgefallen, urteilte er. Auch mit dem Nettoergebnis habe Linde die Erwartungen übertroffen, sagte Heberger. Der Ausblick sei zudem bestätigt worden.

Auch für Kuhls ist das Nettoergebnis über den Erwartungen ausgefallen, was nach Ansicht des Analysten wahrscheinlich auf niedrigere Abschreibungen zurückzuführen ist. Positiv hob der Analyst hervor, dass Linde sowohl die Ziele für das laufende Jahr als auch die Mittelfristziele bestätigt habe.

Nach Einschätzung der Analysten von UBS zeigt die Margenentwicklung die positiven Auswirkungen von Synergien und dass die Nettoverschuldung schneller zurückgeführt wird als angenommen. Die Nettofinanzschulden gingen Ende März auf 6,251 Mrd EUR zurück nach 6,427 Mrd EUR zum 31. Dezember 2007. In der Gasesparte hat Linde den Umsatz auf währungsbereinigter Basis um 8% auf 2,301 Mrd EUR gesteigert. Auf berichteter Basis lag der Anstieg noch bei 2,3%. Das operative Ergebnis der Gasesparte habe sich im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 10,7% auf 586 Mio EUR erhöht,teilte Linde mit. Die operative Marge habe sich auf 25,5% von 24,7% im entsprechenden Vergleichsquartal des Vorjahres verbessert.

Von ungünstigen Währungseinflüssen ist das operative Segment Amerika besonders deutlich getroffen worden. Während währungsbereinigt hier noch ein Umsatzplus von 8% im Quartal erzielt wurde, lag der Umsatz auf berichteter Basis auch wegen Veränderungen im Konsolidierungskreis mit 528 Mio EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 680 Mio EUR. Das operative Ergebnis lag mit 104 Mio EUR unter dem Vorjahreswert von 128 Mio EUR.

Nach früheren Aussagen ist Linde im Gasebereich jedoch nur mit Translationsrisiken konfrontiert. In den Regionen und Ländern, in denen das Unternehmen seine Kunden versorgt, produziert es auch. Dabei gilt die jeweilige Landeswährung. Die möglichen ungünstigen Wechselkurseffekte machten sich ausschließlich bilanziell bemerkbar, dann durch die Umrechnung in Euro, hatte Reitzle auf der Bilanzpressekonferenz Mitte März gesagt.

Der Gasemarkt ist und bleibt ein stabiler Wachstumsmarkt, hieß es von Linde. In der weltweiten Gaseindustrie rechnet das Unternehmen für 2008 und in den kommenden Jahren mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 7%. Die kurz- und mittelfristige Zielsetzung für die Gasesparte bleibe unverändert. Linde wolle stärker als der Markt wachsen und das Ergebnis überproportional verbessern.

Schwächer als von Analysten erwartet, fielen die Ergebnisse in der Engineering-Divsion aus. Hier kletterte der Umsatz im ersten Quartal um 8,8% auf 542 Mio EUR. Das operative Ergebnis legte noch um 6,8% auf 47 Mio EUR zu. Die operative Marge erreichte 8,7%, nach 8,8% im Vorjahr. Der Auftragseingang fiel im Berichtszeitraum auf 406 (968) Mio EUR zurück.

Im Vorjahr hatte ein Großauftrag für eine Ethylenanlage in Abu Dhabi überproportional zu Buche geschlagen, hieß es. Analyst Kuhls misst dem Auftragsrückgang im Anlagenbau keine allzu große Bedeutung bei. Das Geschäft sei von teilweise starken Schwankungen geprägt, erklärte er.

Webseite: http://www.linde.com -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/cbr

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