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01.04.2008

UPDATE: AMF gibt EADS-Insiderhandel-Ergebnis an Staatsanwalt

(NEU: Aussagen von EADS, Lagardere und Daimler, Aktienkurs) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen von EADS, Lagardere und Daimler, Aktienkurs) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

AMSTERDAM (Dow Jones)--Die französische Börsenaufsicht AMF ist bei ihrer Untersuchung auf mutmaßlichen Insiderhandel mit Aktien der European Aeronautic Defence and Space NV Co (EADS) offenbar fündig geworden. Nun sollen die Erkenntnisse unverzüglich der Pariser Staatsanwaltschaft und den betroffenen Personen mitgeteilt werden.

Die Börsenaufsicht hatte sowohl Management als auch Großaktionäre des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns verdächtigt, Aktien vor der Bekanntgabe der Lieferverzögerungen des neuen Großraumflugzeuges A380 im Sommer 2006 im großen Stil verkauft zu haben. Die Aktie stieg nichtsdestotrotz bis 11.50 Uhr um 1,9% auf 15,33 EUR. Der MDAX legt dagegen lediglich um 1,5% zu.

Betroffene und Unternehmen äußerten sich zunächst nur zurückhaltend. EADS-CEO Louis Gallois sagte, dass EADS und die betroffenen Manager nun in der Lage seien, sich zu verteidigen. Außerdem stärkte er den Führungskräften den Rücken. Der Konzern werde seine Manager in ihrer Verteidigung unterstützen. Außerdem werde EADS zeigen, dass das Unternehmen höchste Maßstäbe an seine Finanzkommunikation anlege und sich vollständig transparent verhalten habe.

Die Großaktionärin Daimler AG wies mögliche Anschuldigungen zurück. Das Unternehmen sei fest davon überzeugt, weder zum Zeitpunkt der Vorstandsentscheidung über die Veräußerung des 7,5%-Anteils an EADS noch bei Abschluss der entsprechend Verträge über Insiderinformationen in Hinblick auf EADS oder Airbus verfügt zu haben, sagte eine Sprecherin.

Die französische Lagardere SCA, ebenfalls Großaktionärin an dem europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen, äußerte ebenfalls Optimismus. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass sich die Dinge klären würden, hieß es in einer Mitteilung. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Börsenaufsicht keine Vorwürfe gegen die Mediengruppe geäußert habe.

Die französische Börsenaufsicht will aber nicht nur ein Verfahren wegen vermuteten Insiderhandels einleiten, sondern auch wegen der angeblichen Verletzung von Veröffentlichungspflichten. EADS rechnet mit einem "langwierigen" Prozesses. Bis zu einer Entscheidung werde weiterhin von der Unschuldsvermutung ausgegangen, heißt es. EADS und die betroffenen Personen könnten nun ihre "Erklärung der Tatsachen" der Interpretation der AMF entgegen stellen.

EADS bezeichnet das mit diesem Verfahren verbundene finanzielle Risiko und mögliche Folgen als nicht "substanziell". Gleichwohl würden möglicherweise bedeutende Auswirkungen auf Image und Reputation des Unternehmens gesehen.

Parallel zu den Ermittlungen der französischen Börsenaufsicht hatte auch die deutsche Börsenaufsicht BaFin den Handel mit EADS-Aktien und eine mögliche Verletzung der Adhoc-Pflicht untersucht. Sie hatte bereits 2007 Hinweise auf Insiderhandel gefunden und bei der Staatsanwaltschaft München Klage gegen fünf Personen eingereicht. Diese Anzeige richtete sich aber weder gegen EADS noch gegen dessen oberstes Management.

Die Staatsanwaltschaft München hat ihre Ermittlungen bis heute noch nicht abgeschlossen. Die Verteidiger der Beklagten hätten eine Fristverlängerung für ihre Stellungnahmen bis Mitte April erhalten, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler. Zuvor hätten die Anwälte Aktieneinsicht erhalten.

Webseite: http://www.eads.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/nas

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