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21.08.2007

UPDATE: Analysten sehen LSI-Zukauf positiv für Infineon

(NEU: Analysteneinschätzungen, Details, Hintergrund)

(NEU: Analysteneinschätzungen, Details, Hintergrund)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

NEUBIBERG (Dow Jones)--Analysten bewerten die Übernahme des Mobilfunk-Geschäfts von LSI durch die Infineon Technologies AG als grundlegend positiv. Sie verweisen dabei auf den relativ geringen Kaufpreis und die Gewinn von Samsung als neuen Kunden. Die Infineon-Aktie notiert am Mittag mit einem Plus von 0,1% bei 10,85 EUR und damit besser als der DAX, der 0,2% im Minus liegt.

In der Nacht zum Dienstag hatte Infineon angekündigt, das Mobilfunk-Geschäft der LSI Logic Corporation (LSI) zu übernehmen, um die Aktivitäten im Kommunikationsbereich weiter zu stärken. Der Übernahmepreis beträgt rund 330 Mio EUR plus eine bedingte erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 37 Mio EUR. Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden wird der Abschluss der Transaktion im vierten Kalenderquartal 2007 erwartet.

Als positiven Schritt bezeichnet Jürgen Wagner von Sal. Oppenheim im Gespräch mit Dow Jones Newswires den Kauf. Der Preis sei nicht zu hoch, vorausgesetzt durch die Akquisition werde tatsächlich wie von Infineon erwartet ab dem Geschäftsjahr 2008 ein positiver Ergebnisbeitrag erwirtschaftet.

Im ersten Halbjahr 2007 verzeichnete die Mobility Products Group von LSI Umsätze in Höhe von rund 150 Mio EUR. Durch die Akquisition erwartet Infineon einen deutlich positiven Beitrag beim EBITA für das Geschäftsjahr 2008, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Angesichts der relativ geringen Bedeutung der Kommunikationssparte für den Gesamtkonzern sei der Kauf in seiner Bedeutung allerdings auch nicht überzubewerten, so Sal.-Oppenheim-Analyst Wagner. Er geht davon aus, dass die Sparte 2008 rund 20% zum Gesamtumsatz beitragen wird. Das sei noch zu wenig, um die Abhängigkeit vom zyklischen Speicherchipgeschäft signifikant zu senken. Sal. Oppenheim stuft Infineon mit "Neutral" ein und nennt einen Fairen Wert von 12,20 EUR.

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verweisen darauf, dass Infineon durch die Akquisition Samsung als neuen Kunden im Basisband-Segment hinzugewinnt. 2008 dürfte der DAX-Konzern zum drittgrößten Basisband-Prozessor-Produzenten nach Texas Instruments und Qualcomm aufsteigen, heißt es. Die Analysten bekennen jedoch, dass sie einen Zukauf in den margenstärkeren Bereichen Automobil- oder Industrieelektronik (AIM) für "interessanter" gehalten hätten.

Auch die Analysten der UniCredit verweisen darauf, dass der Infineon zwar einen "relativ geringen" Preis zahlt, generell Akquisitionen im attraktiveren und weniger wettbewerbsintensiven AIM-Segment wünschenswerter sind. UniCredit bestätigt ihr "Hold"-Rating mit einem Preisziel von 10,80 EUR.

Die Mobilfunkaktivitäten von LSI umfassen hauptsächlich Basisband-Prozessoren sowie Mobilfunk-Plattformen, die das bestehende Portfolio von Infineon ergänzen. Bei der Transaktion werden keine Fertigungsstätten übernommen, dafür aber rund 700 Mitarbeiter von LSI, teilte Infineon weiter mit.

Die Citigroup-Analysten rechnen entsprechend mit Kostensynergien, da Infineon nur die Produkte und Mitarbeiter aber keine Forschungseinrichtungen und Fertigungsstätten übernimmt. Auf der Produktseite sehen die Citigroup-Experten keine Überlappungen und verweisen ebenfalls auf die zusätzlichen Chancen für Infineon-Produkte bei Samsung. Sie stufen Infineon auf "Buy/High Risk" und einem Kursziel von 14,90 EUR ein.

Die Kommunikationssparte hatte in den vergangenen Quartalen wiederholt Verlust ausgewiesen, da sich vor allem das Geschäft mit drahtloser Kommunikation anhaltend defizitär entwickelte. Hier wirkte sich auch die Pleite des ehemaligen Hauptkunden Siemens BenQ negativ aus. Analysten sehen die Sparte aber auf gutem Wege, das Ziel zu erreichen, Ende des Kalenderjahres 2007 im Wireless-Bereich wieder Gewinne auszuweisen.

Im dritten Quartal 2006/07 hatte die COM-Sparte von Infineon bei einem Umsatzplus zum Vorquartal von 9% auf 259 Mio EUR den operativen Verlust auf 34 Mio EUR reduziert. Im zweiten Quartal 2006/07 hatte das Unternehmen hier noch einen EBIT-Fehlbetrag von minus 53 Mio EUR ausgewiesen.

Webseite: http://www.infineon.com

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030

industry.de@dowjones.com

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