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16.10.2007

UPDATE: Deutsche Telekombranche macht auch 2007 weniger Umsatz

(Neu: Weitere Einzelheiten) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

(Neu: Weitere Einzelheiten) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

KÖLN (Dow Jones)--Der Preisverfall auf dem deutsche Telekommunikationsmarkt führt bei den Anbietern trotz steigender Nutzung von Telefon und Computer in diesem Jahr voraussichtlich erneut zu einem Umsatzschwund. Auch für 2008 sei mit einem Rückgang zu rechnen, der aber etwas geringer ausfallen dürfte, erklärte der Verband VATM am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung seiner jährlichen Marktuntersuchung in Köln. Im laufenden Jahr hat besonders die Zahl der DSL-Anschlüsse noch einmal stark zugenommen, wovon besonders die Deutsche Telekom profitierte.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Gerd Eickers, zog trotz des Umsatzrückgangs ein positives Fazit: Die Branche sei und bleibe ein "Motor für die Gesamtwirtschaft". Die zehn Jahre Wettbewerb hätten dem Land und den Verbrauchern gut getan, die vermehrt telefonierten und im Internet surften zu immer niedrigeren Preisen.

Da das Mengenwachstum den Preisverfall nicht ausgleichen konnte, ging der Gesamtumsatz mit Telekommunikationsdiensten der Studie zufolge aber um 2,8% auf 63,4 Mrd EUR zurück. Für 2008 zeigte sich Eickers "verhalten optimistisch"; das Umsatzminus soll dann nur noch bei rund 1,5% liegen.

Dieses Jahr konnten die alternativen Anbieter allerdings zumindest im Festnetz zulegen - ihre Erlöse stiegen um 4,5% auf 13,9 Mrd EUR, während die Telekom erneut Federn ließ und damit der gesamte Bereich auf 37 Mrd EUR schrumpfte. Die Telefonanschlüsse sind weiter die Domäne des Ex-Monopolisten, doch die Wettbewerber bauten ihren Anteil weiter aus, auf insgesamt 17%.

Größter Anbieter hinter der Telekom ist hier die Vodafone-Tochter Arcor mit einem Marktanteil von 7%. Bei den neuen Anbietern wird zunehmend über das Internet telefoniert: Der Anteil von Voice over IP an den Telefonminuten stieg den Berechnungen zufolge um acht Punkte auf knapp 31%. Bei den DSL-Anschlüssen, deren Zahl insgesamt um 3,7 Mio auf 18,2 Mio zunahm, gerieten sie jedoch etwas ins Hintertreffen. Hier kam die Telekom samt Resale auf einen Zuwachs von 2 Mio gegenüber 1,7 Mio mehr auf Seiten ihrer Konkurrenten.

Andere Anschlussarten als DSL, also etwa Satellitenübertragung oder das Fernsehkabel, spielen am Breitbandmarkt weiter eine untergeordnete Rolle. Die Kabel-TV-Anbieter machen entsprechend nur 5% ihrer Umsätze mit Internet und Telefonie, während umgekehrt das junge Internet-Fernsehen bei den Telefongesellschaften mit 0,2% noch verschwindend ins Gewicht fällt. Der Duisburger Wissenschaftler Thorsten Gerpott, der die Studie wiederum mit erstellt hat, schätzt die Gesamtzahl der Kunden für IP-TV dieses Jahr auf allenfalls 120.000.

Die Deutsche Telekom, die sich in dem Bereich stark engagiert, will jedoch alleine 2007 auf 100.000 bis 200.000 Nutzer kommen. Gerpott sieht im Internet-Fernsehen aber auf mittlere Sicht durchaus ein "attraktives Geschäft". Für 2008 erwartet der Professor ein Anhalten des DSL-Wachstums auf dann 22 Mio Anschlüsse, womit dann mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte breitbandig vernetzt sei.

Im Mobilfunk rechnet Gerpott nächstes Jahr mit mehr als 100 Mio Handy-Verträgen. Die gut 96 Mio Sim-Karten, die er für 2007 veranschlagt, bedeuten eine Marktdurchdringung von 117%. Die Zahl der Gesprächsminuten wuchs im Mobilfunk deutlich stärker als im Festnetz und liegt jetzt bei knapp einem Viertel des gesamten Aufkommens. Das zeigt nach Ansicht des Wissenschaftlers, dass die von den Mobilfunkanbietern verfolgte Substitutionsstrategie Früchte trägt.

Auch die UMTS-Nutzung gewinnt an Fahrt. Indiz ist das deutliche Wachstum in der Datenkommunikation: Der Anteil der "echten" Non-Voice-Dienste ohne SMS- und MMS-Botschaften an den Umsätzen der Mobilfunker nahm dieses Jahr der Markterhebung zufolge um knapp drei Punkte auf fast 9% zu.

Trotz aller Erfolge bräuchten die Wettbewerber, die praktisch unverändert für 51.000 Arbeitsplätze stehen, aber weiter die schützende Hand des Regulierers, betonte Eickers. Für die fernere Zukunft komme es vor allem darauf an, gemeinsam mit allen Akteuren am Markt dafür zu sorgen, dass der Übergang auf die Internet-basierte Übertragung (Next Generation Networks) so erfolge, dass die Investitionen der Wettbewerber in ihre bestehenden Netze nicht entwertet würden.

Von Stefan Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213, TMT.de@dowjones.com DJG/stm/apo

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