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04.12.2008

UPDATE: Eick wird Vorstandsvorsitzender bei Arcandor

(Korrigierte Fassung)

(Korrigierte Fassung)

FRANKFURT (Dow Jones)--Karl-Gerhard Eick soll Vorstandsvorsitzender der Arcandor AG werden und im kommenden Jahr Thomas Middelhoff ablösen. Der noch amtierende Finanzvorstand der Deutschen Telekom soll auf Vorschlag des ständigen Ausschusses des Aufsichtsrates den Posten zum 1. März übernehmen, teilte der Handels- und Touristikkonzern am Mittwoch mit. Middelhoff lege zum gleichen Zeitpunkt sein Amt nieder. Der Aufsichtsrat werde in einer außerordentlichen Sitzung am 4. Dezember zu dem Thema tagen.

Middelhoff hatte sein Mandat als Vorstandsvorsitzender in diesem Jahr zum zweiten Mal befristet verlängert, um im Anschluss wieder außerhalb des Konzerns unternehmerisch tätig zu werden. Der Vertrag lief ursprünglich bis zum 31. Dezember 2009.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) begrüßte den Wechsel an der Konzernspitze. So sei es Middelhoff in seiner Amtszeit nicht gelungen, die versprochene Wende in der wichtigen Einzelhandelssparte des früheren KarstadtQuelle-Konzerns herbeizuführen. Seine Strategie, den Konzern durch die Veräußerung von Vermögenswerten zu sanieren, statt sich auf die Sanierung des operativen Geschäft zu konzentrieren, sei fehlgeschlagen. Den Abgang Middelhoffs nannte die SdK "eine logische Konsequenz".

Um die Personalie Middelhoff ranken sich schon seit längerem Spekulationen. Zuletzt geriet der Konzern durch Finanzierungsprobleme negativ in die Schlagzeilen. Die tagelange Hängepartie um eine Refinanzierung und Ungereimtheiten über einen möglichen Verkauf der Tochter Thomas Cook ließ die Aktie auf unter 2 EUR abstürzen und Forderungen nach einem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden laut werden.

Am Vortag hatte die Deutsche Telekom den Rücktritt von Eick per Ende Februar mitgeteilt. Daraufhin waren bereits Spekulationen aufgekommen, er könne Middelhoff beerben. Die Aktie verzeichnete daraufhin einen deutlichen Kurssprung. Eick war seit 2000 Finanzvorstand bei der Telekom, sein Vertrag lief ursprünglich noch bis 2012. Vor seiner Tätigkeit bei der Telekom war Eick Finanzvorstand bei Unternehmen wie BMW, der Haniel-Tochter Gehe (heute Celesio) und schließlich bei Haniel selbst.

Der Vorschlag, Eick den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Arcandor zu übertragen, war vom Aufsichtsratsvorsitzenden Friedrich Carl Janssen gekommen, der für die Privatbank Sal. Oppenheim in dem Gremium sitzt. Sal. Oppenheim ist mit 28,6% an dem Handels- und Touristikkonzern beteiligt und neben Madeleine Schickedanz dessen wichtigste Aktionärin.

Middelhoff hatte den Konzern Mitte Mai 2005 noch als KarstadtQuelle firmierend kurz vor der Insolvenz übernommen und radikal umgebaut. Er verkaufte die Immobilien, um Verbindlichkeiten zu tilgen, stieß unprofitable Warenhäuser sowie die Versandhandelstochter Neckermann ab und baute mit Thomas Cook die Touristik als drittes Standbein neben den Warenhausgeschäft (Karstadt) und dem Versandhandel (Primondo) aus.

Zuletzt agierte der Vorstandsvorsitzende jedoch glücklos. So kam eine angedachte Fusion von Karstadt mit einem anderen Partner nie zustande. Stattdessen versuchte er das schwächelnde Geschäft mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung zu beleben.

Arcandor hatte zuletzt Ende November Veränderungen im Management mitgeteilt. Neben dem langjährigen Einkaufsvorstand Helmut Merkel verlässt auch Finanzvorstand Peter Diesch den Konzern. Vor zwei Monaten war bereits der Vertrag des Arcandor- Personalvorstandes Matthias Bellmann regulär ausgelaufen. Ein Unternehmenssprecher hatte Dow Jones Newswires Ende September gesagt, dass Bellmann neue Aufgaben außerhalb des Konzerns wahrnehmen wolle.

Der Vorstand besteht künftig neben Eick aus Andreas Günther, der das Amt des Finanzvorstandes am 1. Januar antritt. Hinzu kommen Stefan W. Herzberg (Karstadt), Marc Sommer (Primondo), und Manny Fontenla-Novoa (Thomas Cook).

Der Markt nahm den Wechsel positiv auf. Ein Analyst verwies auf das Renommee Eicks im Finanzsektor. Seine bei der Telekom gesammelten Erfahrungen dürften ihm bei Arcandor nun zu Gute kommen. Die Entscheidung sei sinnvoll und hilfreich, auch wenn die operativen Probleme dadurch noch nicht gelöst seien. Hier sieht der Analyst auch den einzigen Nachteil: Eick sei kein ausgewiesener Handelsexperte, stellte er fest.

Die Aktie gibt im Verlauf des Handels am Nachmittag einen Teil ihrer Gewinne ab und notiert gegen 16.15 Uhr bei 2,19 EUR, ein Plus von noch 6,8%. Zwischenzeitlich stieg das Papier auf 2,44 EUR. Damit ist die Aktie von ihrem Jahreshoch von 16,57 EUR Anfang Januar jedoch noch weit entfernt.

Webseite: http://www.arcandor.com DJG/brb/roa

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