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07.08.2008

UPDATE: Eurostärke belastet Umsatz der Deutschen Telekom

(NEU: Details, Einschätzung, Aktienkurs) von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, Einschätzung, Aktienkurs) von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Der starke Euro hat den Umsatz der Deutschen Telekom AG im ersten Halbjahr mit insgesamt 1,2 Mrd EUR belastet. So wurde der Zuwachs beim Erlös der US-Mobilfunktochter, einem der wichtigsten Wachstumstreiber für den Bonner Konzern, von der Schwäche des US-Dollar komplett aufgezehrt. Insgesamt verringerte sich der Erlös der Telekom im ersten Halbjahr daher um 3% auf 30,1 Mrd EUR. Ohne Währungseffekte hätte der Umsatz dagegen leicht zugelegt, wie die Telekom am Donnerstag bei der Vorlage des Halbjahresberichts mitteilte.

Auch das bereinigte EBITDA erreichte mit 9,5 Mrd EUR den Vorjahreswert im ersten Halbjahr nur knapp; währungsbereinigt hatte es jedoch hier ebenfalls einen Zuwachs gegeben. Auf Halbjahressicht legte der Konzerngewinn unter anderem durch Steuereffekte zu. Im zweiten Quartal verringerte sich der Überschuss jedoch auf 394 (Vorjahr 604) Mio EUR. Grund für diesen Rückgang sind unter anderem ein Buchgewinn in der Vorjahresperiode und höhere Zinszahlungen.

Die Zwischenbilanz zeige, dass man auf einem guten Weg sei, die Jahresziele zu erreichen, sagte Vorstandsvorsitzender Rene Obermann. Die Prognose für 2008 bestätige er deshalb: Das bereinigte EBITDA soll mit rund 19,3 Mrd EUR und der Free-Cash-Flow vor Ausschüttung mit rund 6,6 Mrd EUR jeweils auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Im Bereich Breitband/Festnetz ging der Umsatz der Telekom im zweiten Quartal auf dem heimischen Markt weniger stark zurück als noch zu Jahresanfang. Das Minus beim Erlös lag nun bei 4,4%, in den Monaten Januar bis März hatte der Rückgang noch 6,1% betragen. Das bereinigte EBITDA des Bereichs blieb im zweiten Quartal gegenüber 2007 nahezu unverändert. Die Anschlussverluste auf dem deutschen Festnetzmarkt im zweiten Quartal lagen bei rund 650.000. Hier wirkte sich ein technischer Effekt, die Migration von DSL-Resale-Kunden auf All-IP, negativ aus.

Der Rückgang im ersten Halbjahr um 1,2 Mio Anschlüsse bewege sich an der Unterkante der eigenen Erwartung für das Gesamtjahr, erklärte Obermann. Für 2008 insgesamt stelle sich der Konzern weiter auf einen Rückgang der Inlandsanschlüsse zwischen 2,5 Mio und 3,0 Mio ein.

Auf dem deutschen Breitbandmarkt verbuchte der Konzern im zweiten Quartal einen Nettozuwachs von 340.000 DSL-Kunden. Der Neukunden-Marktanteil lag bei 40,3%. Im Gesamtjahr will die Telekom weiterhin einen Wert von rund 45% erreichen. "Dazu müssen wir uns in der zweiten Jahreshälfte noch etwas steigern", räumte Obermann ein.

Im Bereich Mobilfunk erhöhten sich im zweiten Quartal im Konzern insgesamt sowohl Umsatz wie Ergebnis. Auf dem deutschen Markt habe man zum ersten Mal seit drei Jahren wieder einen Anstieg beim EBITDA erreicht, erklärte Obermann. Zudem habe man hierzulande netto 204.000 Vertrags-Mobilfunkkunden gewonnen. Der Umsatz auf dem heimischen Mobilfunkmarkt war dennoch um knapp drei Prozent rückläufig.

Auf dem US-Mobilfunkmarkt sieht die Telekom eine "robuste operative Entwicklung" und gewann im zweiten Quartal netto 668.000 Kunden hinzu. Damit hat T-Mobile USA zum Ende des zweiten Quartals 31,5 Mio Kunden, das sind 4,6 Mio mehr als vor Jahresfrist. Beim Umsatz machte sich erneut die Schwäche des Dollars bemerkbar: Auf Eurobasis war der Umsatz im ersten Halbjahr um 0,8% auf rund sieben Mrd EUR rückläufig, auf Dollarbasis ergab sich ein Plus von gut 14%. Das bereinigte EBITDA legte um 1,6% auf zwei Mrd EUR zu; in der Landeswährung lag der Zuwachs bei 17%.

Die US-Mobilfunktochter spürt keine Auswirkungen der gegenwärtigen Turbulenzen der US-Wirtschaft auf das Geschäft. "Die Amerikaner verzichten eher auf Reisen oder Restaurantbesuche als auf die Möglichkeit, mit und über T-Mobile zu telefonieren", sagte Rene Obermann. "Wir liegen also klar auf dem Weg, im Gesamtjahr mindestens drei Millionen Neukunden zu erreichen". Auch in Europa sehe die Telekom keinen belastenden Einfluss der Konjunkturschwäche auf das Mobilfunkgeschäft.

In Großbritannien litt die Telekom ebenfalls unter negativen Währungseffekten sowie einem scharfen Wettbewerb: Der Umsatz von T-Mobile UK fiel im ersten Halbjahr um 11,5% auf 2,07 Mrd EUR, währungsbereinigt gab es ein Plus von knapp 2%. Das EBITDA war hier etwas stärker rückläufig als der Umsatz, was die Telekom mit höheren Kosten für den Vertrieb und die Kundenbindung begründet. Als "sehr erfreulich" charakterisiert die Telekom dagegen das Mobilfunkgeschäft in Mittel- und Osteuropa.

Mögliche Akquisitionen werde die Telekom nicht über die Ausgabe neuer Aktien finanzieren, sagte Obermann weiter. Ohnehin stehe derzeit die Partnerschaft mit dem griechischem Telekommunikations-Unternehmen OTE im Zentrum. Gute Fortschritte mache zudem das Programm "Safe for Service"; bis zur Jahresmitte habe die Telekom hier Einsparungen von brutto 3 Mrd EUR erzielt.

Analysten beurteilten das Quartalsergebnis im Wesentlichen positiv. Der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zufolge lagen die Neukundenzahlen bei T-Mobile USA zwar unter den Erwartungen. Der Grund ist das erstmalige Auslaufen von 24 Monatsverträgen. Positiv sei dagegen die Margenentwicklung bei T-Mobile Deutschland, die zwei Prozentpunkte über der Schätzung der LBBW gelegen habe. Wichtig sei, dass die EBITDA-Prognose für 2008 bekräftigt wurde. Insbesondere im Festnetz zeichne sich langsam eine Stabilisierung beim EBITDA ab.

Der Rückgang beim Nettoergebnis im zweiten Quartal aufgrund von Einmalfaktoren sei nicht allzu kritisch, heißt es bei der LBBW weiter. Auch die Analysten der Citigroup bezeichneten das Quartalsergebnis als solide. An der Börse wurde das Zahlenwerk ebenfalls freundlich aufgenommen, die Telekom-Aktie gewann in einem positiven Gesamtmarkt am Mittag knapp 1% auf 11,47 EUR.

Webseite: http://www.telekom3.de - von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/roa

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