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15.11.2007

UPDATE: freenet erwartet Einigung mit Kaufinteressenten

(NEU: Mehr aus CEO-Interview, Aktienkurs, Hintergrund) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

(NEU: Mehr aus CEO-Interview, Aktienkurs, Hintergrund) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Telekomanbieter Freenet erwartet eine Einigung mit seinen Kaufinteressenten Drillisch und United Internet, aber den Marktspekulationen zum Trotz keine formale Übernahme. Der Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr sagte am Donnerstag Dow Jones Newswires, er sei guter Dinge, die Gespräche mit den beiden Unternehmen zu einem Ende bringen zu können. Eine Übernahme der Holding mit dem Internetgeschäft sei dabei aber nicht geplant. Im dritten Quartal sorgten der Preisdruck am Markt und ein schleppender DSL-Absatz bei freenet für einen Einbruch beim Betriebsgewinn gegenüber den Vormonaten.

Spoerr sagte, man stehe in einem "sehr konstruktiven" Dialog mit dem Mobilfunkkonkurrenten Drillisch und mit United Internet, dem zweitgrößten deutschen DSL-Anbieter. Mit Drillisch bestehe weitgehende Einigkeit über den Verkauf des Mobilfunkarms von freenet. Dieser Bereich - die frühere mobilcom - ist in einer Tochter des Hamburger TecDAX-Unternehmens angesiedelt, das ihn damit rechtlich problemlos veräußern kann. "Man verhandelt jetzt zu Ende", sagte Spoerr.

United Internet ist nach seinen Worten am Festnetz- und Internetgeschäft interessiert, das direkt in der freenet AG angesiedelt ist. Auch hier bestehe "zumindest die Wahrscheinlichkeit" einer Übereinkunft. Eine Übernahme der AG durch United Internet sei aber nicht angestrebt. "Wir wollen was besseres machen als eine Übernahme", sagte Spoerr. Denkbar sei jedoch eine andere Form des Zusammengehens. Wie dies aussehen könnte, wollte Spoerr nicht sagen. Auf die Frage, ob eine Fusion geplant sei, fügte er hinzu: "Fusionen sind schwierig in Deutschland."

Das hatte freenet unlängst selbst erfahren. Denn die Verschmelzung mit dem ehemaligen Mutterunternehmen mobilcom war durch Anfechtungsklagen lange verzögert worden. Erst im März hatte die Fusion vollzogen werden können.

Eine Übernahme wäre nach Spoerrs Worten ohnehin in diesem Jahr aus technischen Gründen nicht mehr möglich. Denn ein öffentliches Angebot müsse am Markt vier Wochen unterbreitet werden, und zuvor sei eine mindestens zweiwöchige Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nötig. Dort sei aber bislang nichts eingereicht. Auf der anderen Seite hält sich freenet die Option eines Verkaufs der gesamten Firma oder von Teilen nur noch dieses Jahr offen und setzt die Interessenten damit unter Zeitdruck.

Man wolle bis Ende 2007 Klarheit haben, ob und in welcher Form es eine strategische Neuausrichtung des Unternehmen geben werde, schrieb der Vorstand im Neunmonatsbericht. Sollte das bis dahin nicht erkennbar sein, werde man den "Prüfprozess" abschließen und sich auf die Umsetzung der ursprünglichen Strategie konzentrieren, die im Zusammenwirken von Mobilfunk und Internetgeschäft liegt. Die Prüfung habe bereits zu einer Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung geführt. So habe man wichtige Projekte wie die Verhandlungen über die Aufstellung als virtueller Netzbetreiber im Mobilfunk deswegen zurückstellen müssen.

United Internet hatte vorige Woche bekräftigt, eine Übernahme nicht mehr in diesem Jahr anzustreben. Ein solcher Schritt war in den vergangenen Monaten stets als essenziell angesehen worden, da nur dann ein Käufer wegen der anstehenden Unternehmenssteuerreform in den Genuss der milliardenschweren Verlustvorträge von freenet kommen würde.

Im Vorgriff auf die Änderung der Steuergesetzgebung musste freenet seine Steuerlatenzen neu bewerten und deswegen einmalig einen erheblichen Betrag an den Fiskus anführen. Das führte dazu, dass die Gesellschaft im dritten Quartal in die roten Zahlen rutschte - unter dem Strich ergab sich ein Fehlbetrag von 23 Mio EUR. Auf Neunmonatsbasis lag freenet allerdings mit 68 Mio weiter im Plus. Operativ ging der Umsatz abermals zurück, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ebenfalls dank der veränderten Bilanzierung von Kosten auf der Kundenseite deutlich über Vorjahr lag.

Gegenüber dem zweiten Quartal sackte das EBITDA mit 60 Mio aber um 14% ab. Schuld sei zum einen der allgemeine Preis- und Margendruck bei unverändert hohen Aufwendungen zur Kundengewinnung, erklärte freenet. Zum anderen leide man darunter, dass wegen verzögerter Schaltungsarbeiten bei der Telekom viele DSL-Kunden wieder absprängen. Außerdem biete der Ex-Monopolist seine eigenen DSL-Pakete zu Preisen an, die unter den Einkaufskonditionen von freenet lägen. Man habe sich deswegen bei der Bundesnetzagentur beschwert.

In Summe führte das zu einem bescheidenen Kundenwachstum: Wie bereits im Frühjahr kamen per saldo nur 50.000 DSL-Kunden hinzu. Ende September verfügte freenet damit über knapp 1,3 Millionen Nutzer. Da die Entwicklung im laufenden Quartal ähnlich sei, lasse sich das bisherige Jahresziel - mehr als 1,4 Millionen - nicht halten, sagte Spoerr. Die Ertragserwartungen für 2007 bekräftigte er aber.

An der Börse wirkten sich Neuigkeiten für freenet nicht gut aus - die Aktie verlor kräftig, während United Internet und Drillisch Kursgewinne verbuchten.

Webseiten: http://www.freenet-ag.de,

http://www.drillisch.de http://www.unitedinternet.de -Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213, TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/cbr

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