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28.04.2008

UPDATE: freenet kauft debitel trotz Werbens von United Internet

(NEU: Details, Hintergrund)

(NEU: Details, Hintergrund)

Von Dorothee Tschampa und Olaf Ridder

DOW JONES NESWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--Die freenet AG hat ihr Vorhaben wahr gemacht und sich im Mobilfunkbereich mit der Stuttgarter debitel-Gruppe verstärkt. Der Hamburger TecDAX-Konzern übernimmt die mit mehr als 1,1 Mrd EUR verschuldete Unternehmensgruppe gegen eigene Aktien und ein langfristiges Darlehen und wird damit zur Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt.

Damit sind die Versuche von freenet-Großaktionärin United Internet gescheitert, die teure debitel-Übernahme zu verhindern. United Internet wollte freenet gemeinsam mit Drillisch, die zusammen über die MSP Holding bereits gut 25% an freenet halten, selbst übernehmen. Noch am Sonntag wurde ein Brief öffentlich, in dem United-Internet-Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth den Hamburgern 16 EUR je freenet-Aktie bot.

Deren Vorstandsvorsitzender Eckhard Spoerr bekommt nun einen neuen Großaktionär. Die Private-Equity-Gesellschaft Permira, bislang vollständiger Eigentümer der debitel-Gruppe, erhält 32 Mio freenet-Aktien und besitzt damit künftig knapp ein Viertel des Kapitals der neuen Gesellschaft.

Zudem gewährt freenet dem Verkäufer Permira ein langfristiges verzinsliches Darlehen von 132,5 Mio EUR. Die debitel Group, die im Wesentlichen aus debitel AG, Talkline GmbH und dug telecom AG besteht, werde ohne Barmittel übergeben. Das Transaktionsvolumen beläuft sich insgesamt auf 1,63 Mrd EUR.

Die Verkaufsverhandlungen zwischen freenet und Permira hatten Ende März begonnen. Parallel dazu bemühten sich ihrerseits die United Internet und Drillisch erneut um eine Übernahme der freenet AG. Allerdings hat der United-Internet-Vorstand wiederholt ausgeschlossen, die mit der debitel fusionierte freenet zu übernehmen.

Beide Aktionäre wollten freenet zerschlagen: United Internet war am Internet- und Festnetz-Geschäft von freenet interessiert, während Drillisch das Mobilfunkgeschäft übernehmen wollte. Schon im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen entsprechende Übernahmegespräche geführt, die jedoch an den finanziellen Konditionen gescheitert waren.

Die freenet AG selbst entschloss sich im Februar, das DSL-Geschäft und das Portalgeschäft in zwei neu zu gründende Tochtergesellschaften auszugliedern. Zugleich signalisierte das Management Interesse am Verkauf des DSL-Geschäfts. Der erhoffte Erlös von 400 Mio bis 600 Mio EUR könnte zur Senkung der Verbindlichkeiten verwendet werden. Am DSL-Geschäft von freenet hatte jüngst auch die Versatel AG Interesse angemeldet.

Nach dem Vollzug der Fusion mit debitel soll der freenet-Vorstand um zwei debitel-Manager erweitert werden. Der bisherige debitel-Vorstandvorsitzende Oliver Steil soll im Vorstand die Verantwortung für die Bereiche Vertrieb und Kundenmarketing übernehmen. Der bisherige Finanzvorstand der debitel Group, Joachim Preisig, ist künftig die Bereiche Operations und Integration zuständig. Zur debitel-Gruppe gehören debitel AG, Talkline GmbH und dug telecom AG.

Das neue Unternehmen hat rund 19 Millionen Kunden und wird damit zur Nummer drei im deutschen Mobilfunkmarkt. Zusammen kommen die beiden Unternehmen deutschlandweit auf über 1.000 Shops. Hinzu kommen 6.000 Vertriebspunkte der debitel Group sowie weitere von freenet. Partner der Mobilfunkanbieter sind die Einzelhandelsunternehmen Media Markt, Saturn, Karstadt, Kaufhof und Hertie sowie der Handelsverbund ElectronicPartner.

Webseiten: http://www.freenet.ag/ http://www.debitel.ag/ http://www.united-internet.de/ -Von Dorothee Tschampa und Olaf Ridder, Dow Jones Neswires; +49 (0)69 29725 111, unternehmen.de@dojones.com DJG/dct/rio/brb

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