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20.12.2007

UPDATE: freenet steht nicht länger zum Verkauf

(NEU: Details, Hintergrund) Von Stefan Paul Mechnig DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, Hintergrund) Von Stefan Paul Mechnig DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Möglichkeit einer einvernehmlichen Übernahme von freenet ist vorerst vom Tisch. Das Telekommunikationsunternehmen ist nicht länger offen für eine Zerlegung und einen Verkauf seiner Sparten, wie der Aufsichtsrat am Donnerstagabend beschloss. Damit wurden auch die Exklusivverhandlungen mit dem Wettbewerber Drillisch beendet, der es auf das Mobilfunkgeschäft von freenet abgesehen hat. Analysten erwarten aber trotzdem, dass es zu Veränderungen bei dem TecDAX-Unternehmen und möglicherweise einer feindlichen Übernahme kommt.

Die freenet AG hatte ein halbes Jahr lang mit Hilfe der Investmentbank Morgan Stanley eine Zerlegung und den Verkauf von Einzelteilen geprüft. Nun beschloss der Aufsichtsrat einstimmig, diesen Prozess einzustellen. Der Vorstand hatte sich die Option nur noch bis Jahresende offen halten wollen. Zwischenzeitlich hatte es sogar Dreiergespräche mit Drillisch und deren Partner United Internet gegeben, die aber im Sande verliefen. Beide Gesellschaften halten über ein Gemeinschaftsunternehmen rund 20% an freenet, wobei United am DSL-Geschäft der Hamburger interessiert war.

Freenet hatte stets erklärt, einer Transaktion nur zuzustimmen, wenn es Käufer sowohl für den Festnetz- als auch für den Mobilfunkbereich gebe. Für die Festnetzparte war aber nach dem Rückzieher von United Internet kein Interessent in der engeren Wahl verblieben. Nun soll geprüft werden, eine Holding-Struktur bei freenet einzuführen. Dabei könnten das DSL-Geschäft und die Portalaktivitäten aus der AG in Tochtergesellschaften überführt werden. Der aus der vormaligen mobilcom bestehende Mobilfunkbereich wird bereits als Tochter geführt.

Von einer solchen Organisationsveränderung verspricht sich freenet eine bessere Entwicklung und Steuerung der einzelnen Geschäftsbereiche. Die Pläne nähren jedoch Spekulationen, dass die freenet AG ihren Weg nicht auf Dauer alleine fortsetzen wird. Denn eine Herauslösung des DSL-Bereichs würde hier eine Transaktion leichter machen als unter den bestehenden Umständen. "Man kann nach wie vor davon ausgehen, dass bei freenet irgendwas passiert", sagte am Freitag Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Ihrer Ansicht nach läuft es eher auf ein "feindliches Szenario" hinaus.

Freenet gilt bei Experten schon lange als passives Element der erwarteten Konsolidierung vor allem im DSL-Markt. Als treibende Kraft hingegen wird die deutlich größere United Internet angesehen, die kürzlich auch bei der ebenfalls als Übernahmekandidat gehandelten Versatel eingestiegen ist. Beobachter rechnen damit, dass United Internet abwartet und darauf setzt, dass der Aktienkurs von freenet fällt, um dann günstiger zum Zuge zu kommen.

Drillisch wiederum gilt als zu klein, um sich auf dem Markt der Wiederverkäufer von Mobilfunkdiensten langfristig zu behaupten. Wenn es mit dem Kauf des freenet-Bereichs nicht klappen sollte, könne Drillisch seine ursprünglichen Pläne weiter verfolgen, sein eigenes Geschäft unter dem Dach des Konkurrenten anzusiedeln, sagte eine mit dem Vorgängen vertraute Person.

Freenet will nun Gas geben bei der Umsetzung seiner Konvergenzstrategie - also gemeinsamen Angeboten von schnellem Internet und Mobilfunk. Diesem Ziel diente ohnehin die Fusion von mobilcom und alter freenet, aus der das Hamburger Unternehmen erst im Frühjahr hervorgegangen war. Im Zuge der Strategieüberprüfung, die das Management stark beanspruchte, konnte freenet nach eigenen Angaben den Konvergenzansatz nur bedingt verfolgen.

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg sind jedoch skeptisch, ob das Unternehmen hierdurch seine Marktstellung deutlich werde verbessern können. Zu weit seien die Wettbewerber vor allem im DSL-Geschäft bereits "enteilt". Eine Ausgliederung des DSL-Geschäfts wäre ein Indiz dafür, dass freenet eine Kooperation in diesem Bereich, eventuell über eine gemeinsame Tochter, nach wie vor als sinnvoll erachte.

An der Börse sorgte das vorläufige Aus für die Übernahmephantasien für einen kräftigen Kursabschlag der freenet-Aktie. Sie verlor in der Spitze 5,2% auf knapp 15,80.

Webseiten: http://www.freenet-ag.de http://www.drillisch.de http://www.united-internet.de -Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213, TMT.de@dowjones.com DJG/stm/nas

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.