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14.05.2007

UPDATE: Gewinnsprung bei freenet dank neuer Kundenbilanzierung

(NEU: Analystenstimmen, Aktienkurs, Interview mit Spoerr)

(NEU: Analystenstimmen, Aktienkurs, Interview mit Spoerr)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die seit kurzem fusionierte freenet AG geht dank einer veränderten Kundenbilanzierung mit hohen Gewinnzielen an den Start. Das Betriebsergebnis soll dieses Jahr mindestens um mehr als zwei Drittel zunehmen, wie der Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr am Montag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sagte. Im ersten Quartal lag der Zuwachs bereits auf dieser Linie. Für 2006 winkt den Aktionären des Hamburger Internet- und Mobilfunkanbieters eine Sonderdividende.

Die neue Methode zur Bilanzierung der Kosten für die Gewinnung und Bindung von Kunden wirkt sich bei freenet sehr positiv auf die Erträge aus. Die Ausgaben laufen jetzt nämlich teilweise nicht mehr gewinnmindernd durch die Erfolgsrechnung, sondern werden als Aktivposten in die Bilanz gestellt und nach und nach abgeschrieben, in der Regel über zwei Jahre. So kommt es, dass das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den ersten drei Monaten mit 65,5 Mio EUR um 72% höher ausfiel. Bereinigt ergibt sich ein Plus von 11%.

Für das erste gemeinsame Jahr 2007 hat sich das aus der alten mobilcom und der früheren freenet.de hervorgegangene Unternehmen ein EBITDA von mindestens 250 (Vorjahr 147) Mio EUR vorgenommen. Als Vorsteuerergebnis seien wenigstens 160 (117) Mio geplant, sagte Spoerr. Der deutlich geringere Anstieg hier erklärt sich auch aus der anteiligen Abschreibung der Kundengewinnungskosten. Auf den Umsatz wirkt sich der veränderte Ansatz rückläufig aus. Im ersten Quartal sank er um 13% auf 452 Mio EUR. Außerdem spielt eine Rolle, dass freenet seit dem Sommer von der Telekom keine Prämien mehr für die Vermittlung neuer DSL-Kunden erhält.

Allerdings wurden die Margen auf die laufenden Umsätze mit bestehenden Kunden erhöht, was mittelfristig höhere Erträge ermöglicht. Im ersten Quartal gewann das TecDAX-Unternehmen 165.000 DSL-Kunden hinzu, einschließlich der User, die zu Jahresbeginn von dem Wettbewerber Tiscali übernommen wurden. Ein Plus von 80.000 Nutzern verzeichnete freenet im Internetportalgeschäft mit Bezahldiensten. Im Mobilfunkbereich gab es ein Wachstums um 24.000 Teilnehmer. Weil jedoch in der Festnetztelefonie auf Schmalbandbasis Anschlüsse verloren wurden, ging die Gesamtzahl der Kunden um rund 2,3 Millionen auf 12,8 Millionen zurück.

Trotz der Übernahme der Kundenbank von Tiscali stiegen die liquiden Mittel. Per Ende März hatte freenet 538 Mio EUR auf der hohen Kante. Noch in diesem Monat soll über die Verwendung entschieden werden. Spoerr bekräftigte, die Wahrscheinlichkeit einer Sonderdividende sei deutlich gestiegen, da keine teuren Übernahmen in Sicht seien. Die Reaktionen von Analysten fielen gemischt aus.

Während die Commerzbank meinte, bereinigt um die neuen Kundenbilanzierung seien die Quartalszahlen und die Jahresprognose im Rahmen ihrer Schätzungen, sah die WestLB Abweichungen und stufte die Aktie auf "Hold" zurück. An der Börse erzielte die freenet-Aktie ein Kursplus von 0,6% auf knapp 24,50 EUR und entsprach damit der Marktentwicklung.

Webseite: http://www.freenet.ag.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/mim

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