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15.06.2010

UPDATE: Heidelberger Druck will mit Kapitalerhöhung Schulden abbauen

(NEU: Details)

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Von Nico Schmidt und Hans Seidenstücker DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Die Heidelberger Druckmaschinen AG will noch in diesem Jahr die Börse anzapfen und frisches Kapital zum Schuldenabbau einsammeln. Der MDAX-Konzern peilt nach Angaben vom Dienstag einen Bruttoemissionserlös von rund 420 Mio EUR an. Das überraschend große Volumen belastet die Aktie, die bis 10.00 Uhr 10,4% auf 7,80 EUR verliert.

Auf der Hauptversammlung am 29. Juli sollen die Aktionäre der Durchführung einer ordentlichen Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre zustimmen. Geplant ist, das Grundkapital der Gesellschaft um knapp 400 Mio EUR gegen Bareinlagen durch Ausgabe von bis zu rund 156,1 Mio neuen Stückaktien zu erhöhen. Die Stückaktien sollen jeweils einen anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 EUR haben.

Die genaue Zahl der auszugebenden Stückaktien macht der Druckmaschinenhersteller vom Bezugspreis je Aktie abhängig. Diesen werde vom Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation und eines angemessenen Risikoabschlags später festlegen.

"Der Vorstand will mit dieser Maßnahme die Flexibilität des Unternehmens stärken, um sich nachhaltig und unabhängig an den Kapitalmärkten finanzieren zu können. Davon werden Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren", erklärte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier.

Dazu sei eine Kapitalstruktur nötig, die den Anforderungen an ein Investment Grade standhalte. Finanzvorstand Dirk Kaliebe ergänzte, das mittelfristige Ziel sei es, einen Verschuldungsgrad von bis zum Zweieinfalbfachen des Verhältnisses von Nettoschulden und operativem Ergebnis (EBITDA) zu erreichen. Die Eigenkapitalquote soll in der Bandbreite zwischen 30% und 35% liegen. Mit der Kapitalerhöhung sollen diese Ziele in einem überschaubaren Zeitraum erreicht werden.

Der Emissionserlös soll vor allem zur anteiligen Rückführung von drei Bankdarlehen aus dem Paket zur Finanzrestrukturierung des Konzerns vom vergangenen Jahr dienen. Seinerzeit hatte Heidelberger Druck mit Hilfe einer Bundesbürgschaft ein 1,4 Mrd EUR schweres Kreditpaket geschnürt, das bis Juli 2012 läuft. Die Garantie aus dem Deutschlandfonds für Unternehmen, die im Zuge der finanz- und Wirtschaftskrise geraten sind, rettete den weltgrößten Druckmaschinenhersteller vor der Insolvenz.

Per Ende des vergangenen Geschäftsjahres schoben die Heidelberger einen Schuldenberg von 816 (Vorjahr: 760) Mio EUR vor sich her. Netto lagen die Verbindlichkeiten bei etwa 670 (660) Mio EUR. Finanzchef Kaliebe erklärte: "Wir wollen unser Fremdkapital wieder auf ein normales Maß zurückfahren, was in der Vergangenheit immer zwischen 400 Mio EUR und 500 Mio EUR gelegen hat".

Die Großaktionäre Allianz und RWE unterstützen nach Angaben des Heidelberger Konzerns das Unternehmen bei der Kapitalerhöhung. Die Allianz habe signalisiert, ihre Bezugsrechte ausüben zu wollen. RWE wolle an der Kapitalerhöhung insoweit teilnehmen, als ihr Mittel aus einer (anteiligen) Realisierung des Wertes ihrer Bezugsrechte zufließen.

Die Commerzbank AG und die Deutsche Bank AG hätten sich im Rahmen eines Vorvertrags bereit erklärt, die Kapitalerhöhung zu begleiten.

Webseite: www.heidelberg.com -Von Nico Schmidt und Hans Seidenstücker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 114, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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