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UPDATE: Heidelberger Druckmaschinen weitet Stellenabbau aus

26.03.2009
(NEU: Einzelheiten, Aktienkurs)

(NEU: Einzelheiten, Aktienkurs)

HEIDELBERG (Dow Jones)--Der Maschinenbaukonzern Heidelberger Druckmaschinen steckt angesichts der Auftragsflaute tiefer in der Krise als bislang angenommen und weitet sein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung nochmals deutlich aus. Nun will das Unternehmen insgesamt 5.000 Arbeitsplätze streichen, doppelt so viel wie bislang geplant. Um die Personalanpassungen auch durch betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen, wird der MDAX-Konzern den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009 kündigen. Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen verliert 1,3% auf 3,85 EUR.

Wie viele Stellen in Deutschland gestrichen werden, war zunächst nicht bekannt. Die Einsparungen sollen auf 400 Mio EUR von bisher 200 Mio EUR bis zum Geschäftsjahr 2010/11 verdoppelt werden. Den Aufwand für die Kostensenkungsprogramme insgesamt beziffert das Heidelberger Unternehmen auf 170 Mio bis 190 Mio EUR.

Mitte 2008 hatte Heidelberger Druckmaschinen ein Paket zur Kostenreduzierung verabschiedet. Dies wurde wegen des Wirtschaftsabschwungs Ende Oktober 2008 ausgeweitet; zugleich wurde eine beschleunigte Umsetzung angekündigt. Insgesamt wollte Heidelberger Druck zu diesem Zeitpunkt weltweit 2.500 Stellen streichen.

Die seit Herbst 2008 zu verzeichnende Investitionszurückhaltung habe sich auch 2009 fortgesetzt, teilte Heidelberger Druckmaschinen am Donnerstag mit. Gründe hierfür seien vor allem eine geringe Auslastung der Druckereien sowie die restriktive Kreditvergabe der Banken an die Kunden des Druckmaschinenherstellers. Heidelberger Druckmaschinen geht nun davon aus, dass der Auftragseingang des laufenden vierten Quartals 2008/09 unter 500 Mio EUR und damit unter dem des bereits schwachen Vorquartals von 560 Mio EUR liegen werde.

Kurzfristig rechnet Heidelberger Druckmaschinen mit keiner Besserung, so dass im kommenden Geschäftsjahr 2009/10 mit einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich zu rechnen sei. Das Unternehmen plant daher eine weitere Senkung der Kapazitäten und Strukturkosten.

"Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Maschinenbausektor in den vergangenen Monaten weiter stark belastet", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender von Heidelberger Druckmaschinen. "Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit einem Kostensenkungsprogramm auf die Krise reagiert. Bedingt durch die schwierige konjunkturelle Lage ist die Nachfrage weiter gesunken, und wir sehen derzeit keine Anzeichen für eine kurzfristige Besserung", fügte er hinzu.

Die geplanten Maßnahmen umfassen eine weitere Reduktion der Personal- und Sachkosten bei Forschung und Entwicklung (F&E), in der Produktion und Verwaltung sowie im Vertrieb. Die Investitionen will der Konzern verringern.

Die Produktion der Packaging-Produkte werde im Hauptwerk Wiesloch-Walldorf konzentriert und der überwiegende Teil der Einsparungen soll im Geschäftsjahr 2009/10 realisiert werden, so das Unternehmen. Um die "notwendigen Personalanpassungen" auch durch betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können, kündigt Heidelberg den zuletzt im Oktober 2007 verlängerten Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009. Das Unternehmen beabsichtigt, mit Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft über den Personalabbau zu verhandeln.

"Bei der Verlängerung des Zukunftssicherungsvertrages vor zwei Jahren war eine derart dramatisch negative Entwicklung der Weltkonjunktur nicht absehbar. Aufgrund der globalen Finanzmarktkrise haben wir leider keine Alternative zur Kündigung des Vertrages. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit auch im Interesse der Belegschaft sichern", sagte Bernhard Schreier weiter.

Während der Telefonkonferenz zur Präsentation der Drittquartalszahlen Anfang Februar hatte Schreier einen weiteren Stellenabbau bei einer weiteren Marktabschwächung nicht ausgeschlossen. Er sagte zu diesem Zeitpunkt, das Management werde auch in Zukunft alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragssituation des Unternehmens nachhaltig zu stabilisieren.

Webseite: http://www.heidelberg.com/ -Von Christine Benders-Rüger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/cbr/smh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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